Zur wwf.de-Startseite

Content Section

Die Rückkehr der Kegelrobbe an die deutsche Ostseeküste

Die Kegelrobbe in der Ostsee wurde vor 100 Jahren nahezu komplett ausgerottet durch die Fischerei, weil sie direkter Konkurrent auf der Jagd nach Fisch war. Kegelrobben waren zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts an der gesamten Ostseeküste verbreitet, es waren weit über 100.000 Tiere. In den 70er Jahren war ihre Zahl auf wenige Tausend Tiere geschrumpft.

Durch Jagdverbot und den Rückgang von Umweltgiften haben sich die Bestände inzwischen erholt. In der nördlichen Ostsee gibt es bereits mehr als 22.000 Kegelrobben. Von hier aus versucht die Kegelrobbe nun die deutsche Ostseeküste wiederzubesiedeln. Im Greifswalder Bodden, einem 500 km² großen Randgewässer der Ostsee zwischen der Insel Rügen und dem südlichen Festland, werden immer häufiger Kegelrobben gesichtet, teilweise mehr als 25 Tiere gleichzeitig. Der Bestand wächst langsam, aber stetig. Die Rückkehr der Kegelrobbe an die deutsche Ostsee ist aus naturschutz-, aber auch aus touristischer Sicht ein Highlight.

WWF-Aktivitäten

Der WWF unterstützt die Rückkehr der Kegelrobbe an die deutsche Ostseeküste mit Projekten zu Monitoring, Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Im Sinne eines präventiven Konfliktmanagements steht er in engem Dialog mit lokalen Küstenfischern.

1. Monitoring

Kegelrobbe (Halichoerus grypus) © Wild Wonders of Europe / Laurent Geslin / WWF
Kegelrobbe (Halichoerus grypus) © Wild Wonders of Europe / Laurent Geslin / WWF

Ziel: Mit einem ganzjährigen Kegelrobbenmonitoring verlässliche Daten über Anzahl, Alter, Geschlecht, physische Verfassung und Verhalten der Kegelrobben sammeln und so auf ihre Rückkehr vorbereitet sein. Mögliche Störungen erkennen und minimieren.

 

Kooperation mit dem Biosphärenreservat Südost-Rügen: Der WWF hat das Biosphärenreservat bei der Anschaffung eines Bootes unterstützt, welches ein ganzjähriges Monitoring möglich macht. Bis 2009 gab es nur ein kleines, sehr einfaches und nur bedingt seetaugliches Boot. Die Kegelrobben halten sich in größeren Zahlen vorwiegend im Winter im Greifswalder Bodden auf. Dann herrschen oftmals  Wetterverhältnisse, die mit dem vorhandenen Boot eine Ausfahrt zu den Robben und das Monitoring unmöglich machten. Unsere Robbenbotschafter und WWF-Expertin Cathrin Muenster sind regelmäßig beim Monitoring dabei.

2. Auf die Rückkehr der Kegelrobbe vorbereitet sein: präventives Konfliktmanagement mit der Fischerei

Kegelrobben in der Ostsee bekommen ihren Nachwuchs in den Monaten Februar/März. In den kommenden Jahren kann zu Beginn jedes Frühjahrs damit gerechnet werden, dass es erste Fortpflanzungserfolge geben wird und Jungtiere geboren werden. Dies wird Schutzmaßnahmen erforderlich machen, die insbesondere die Fischerei betreffen, wie z.B. zeitlich begrenzte fischereifreie Zonen und/oder Anpassungen des verwendeten Fischereigerätes.

Kegelrobbe (Halichoerus grypus) © Hans-Ulrich Roesner / WWF
Kegelrobbe (Halichoerus grypus) © Hans-Ulrich Roesner / WWF

Wissenschaftliche Untersuchungen aus Schweden/Finnland  zeigen, dass sich erwachsene Robben selten in Fischernetzen verfangen. Ausnahmen sind eher eine Folge von Unfällen. Gefährdet sind jedoch die ganz jungen Tiere, die ihre Umgebung erkunden und erst lernen müssen, Gefahren einzuschätzen.

 

Wenn es einmal zur Koloniebildung gekommen ist, wird diese sehr schnell wachsen. Dabei wächst nicht nur die Kolonie in sich, sondern es kommt auch zur Zuwanderung von Jungtieren.

 

In der Vergangenheit war es zwischen den Positionen des Naturschutzes und der Fischerei zu Spannungen bezüglich der Schutzmaßnahmen für die Kegelrobbe gekommen. Deshalb verfolgt der WWF einen neuen, kooperativen Ansatz, der durch frühzeitige Einbeziehung der Fischerei diese Konflikte im Vorfeld ausräumt und Schutzmaßnahmen vorbereitet.

3. Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung

Das WWF-Projekt „Junior Ranger als Robbenbotschafter“ gibt jungen Menschen die Möglichkeit die Kegelrobbe kennenzulernen und sich zum Robbenbotschafter ausbilden zu lassen. Außerdem der WWF Projektpartner einer Wanderausstellung des Meeresmuseums zum Thema „Rückkehr der Kegelrobbe“; die Ausstellung ist noch in Arbeit und wird zeitnah hier angekündigt.

Kegelrobben - bald wieder zuhause
  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • Empfehlung per E-Mail
  • drucken