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Die Wanderungen der Lederschildkröten im Atlantik

Im Rahmen eines länderübergreifenden Schutzprogrammes des WWF werden die Wanderrouten der Lederschildkröten im Atlantik mittels Satelliten-Telemetrie (=Fernerkundung) erfasst. Ziel ist es, sie auf ihren Wanderungen besser vor der Gefahr, als Beifang der Hochseefischerei zu verenden, schützen zu können.

Eine Lederschildkröte wird besendert. © Tanya Petersen / WWF-Canon
Eine Lederschildkröte wird besendert. © Tanya Petersen / WWF-Canon

Hierzu werden die Schildkröten mit Sendern markiert, die kurze Radiosignale senden. Diese werden von Satelliten aufgefangen und zurück zu einer Empfangsstation auf der Erde geschickt. So lassen sich die Wanderrouten der Lederschildkröten, die im Meer beträchtliche Strecken zurücklegen, und damit auch ihr Verbreitungsgebiet weiter erforschen. Ziel ist es, die Gefährdungen besser zu erkennen, um effektive Schutzmaßnahmen ergreifen zu können.

 

Lederschildkröten kann man am einfachsten an Land einen Sender mit Hilfe eines Gurtzeugs anlegen. Auf diese Weise lassen sich jedoch nur ausgewachsene Weibchen markieren, denn nur sie kommen überhaupt wieder an Land, etwa alle zwei bis drei Jahre zur Eiablage. Der WWF "besendert" zunächst Weibchen an den Küsten Panamas und Französisch-Guayanas.

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Meeresschildkröten auf offenem Meer mit einem Sender zu markieren. Hierbei können sowohl Männchen als auch Weibchen sowie theorethisch jede Altersklasse "besendert" werden. Dies soll vor Uruguay geschehen.

 

Schwerfällig an Land ...

Die Weibchen unternehmen nur wenige Male in ihrem Leben den mühsamen Gang an Land, um am Strand ihre Eier in einer Grube im Sand zu vergraben. Obwohl sie sich im Wasser anmutig und schnell bewegen, sind sie an Land schwerfällig und langsam. Mühevoll müssen sie bis zu 500 Kilogramm mit den Flossen vorwärts stemmen – eine beeindruckende Leistung.

Ist die Grube mit den Hinterflossen gegraben und die ersten etwa Tischtennisball großen Eier gleiten in das Nest, lässt sie sich nicht mehr stören.

 

Dann kann man sie vermessen und ihr problemlos den Gurt mit dem Satelliten-Sender anlegen. Wenn sie die letzten Eier gelegt hat, bedeckt sie sie mit Sand, so dass von der Grube nichts mehr zu sehen ist. Dann macht sie sich wieder auf den Weg zurück ins Meer. Das Ausbrüten der Eier überlässt sie der Sonne. Am Morgen zeugen nur noch ihre Spuren im Sand von ihrem Landgang.

 

... anmutig auf hoher See

Auf hoher See ist es nicht so einfach, die Lederschildkröten ausfindig zu machen. Um für dieses Projekt Tiere mit einem Sender auszustatten, arbeitet der WWF eng mit Fischern vor der Küste Uruguays zusammen. Mitarbeiter des WWF gehen mit an Bord einiger Fischerboote und achten dort auf das Einbringen der Langleinen. Wird dann mit der Leine eine unbeabsichtigt als so genannter Beifang gefangene Lederschildkröte an Bord geholt, wird diese befreit, untersucht und versorgt. Dann wird ihr ein Sender angelegt, bevor sie wieder ins Meer gleiten darf. Mit Hilfe des Senders erfahren wir, welchen Weg die Schildkröte zurücklegt.

WWF-Ziel bleibt es, die Konfliktzonen zwischen Langleinenfischerei und Lederschildkröten zu identifizieren und durch fischereiliche Maßnahmen die Beifang-Opfer in der kommerziellen Fischerei zu senken.

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