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Die WWF-Schutzprojekte für die letzten Orang-Utan-Wälder auf Borneo

Orang-Utans, deren malaiischer Name „Waldmensch“ bedeutet, sind die größten heute noch lebenden Baumsäugetiere der Welt, sowie die einzigen überlebenden Großen Menschenaffen Asiens. Sie werden von Wissenschaftlern in zwei Arten unterschieden: Sumatra-Orang-Utan (Pongo abelii) und Borneo-Orang-Utan (Pongo pygmaeus). Bedroht sind die Orang-Utans vor allem durch die Zerstörung von Regenwäldern sowie durch den illegalen Handel mit Jungtieren, die als Haustiere enden und durch die Jagd auf ausgewachsene Tiere als so genanntes Wildfleisch.

Orang-Utan © naturepl.com / Anup Shah / WWF
Orang-Utan © naturepl.com / Anup Shah / WWF

Der Lebensraum des Borneo-Orang-Utans wurde in den vergangenen 20 Jahren vor allem durch die Umwandlung von Regenwald in Brachland und Ölpalmen-Plantagen, intensiven kommerziellen Holzeinschlag und Waldbrände um mindestens 55 Prozent reduziert. Insgesamt wird für den Borneo-Orang-Utan in den letzten 60 Jahren ein Bestandsrückgang von über 50 Prozent angenommen. Daher wird die Art auf der Roten Liste der IUCN auch als „stark gefährdet“ eingestuft.

Für den WWF ist die Erhaltung des Orang-Utan Lebensraums eine Priorität. Der WWF setzt sich dafür ein, dass Wälder mit hohem Schutzwert (High Conservation Value Forests) nicht gerodet werden. Die typischen Schutzprojekte des WWF sind dementsprechend Walderhaltungsprojekte. Außerdem betreibt der WWF Aufklärungsarbeit bei der lokalen Bevölkerung und den zuständigen Behörden um die Wilderei zu verhindern.

Leboyan Korridor

Aufforstung in Indonesien © WWF
Aufforstung in Indonesien © WWF

Das Gebiet zwischen den Nationalparks Danau Sentarum und Betung Kerihun auf Borneo wurde entwaldet oder degradiert. Daher sind die beiden dortigen Orang-Utan Populationen voneinander isoliert. Es soll ein grüner Korridor entstehen, der den genetischen Austausch der Populationen wieder herstellt. Der WWF will im Rahmen des Schutzprojekts insgesamt 1.000 Hektar an unterschiedlichen Standorten wieder aufforsten, um Mosaikteile verbliebener Wälder miteinander zu verbinden. Knapp ein Drittel davon wurde bereits erreicht. Die Aufforstungen sind Mischwälder aus nutzbaren Baumarten, darunter ein Drittel Fruchtbäume, die langfristig Nahrungsgrundlage für Orang-Utans sein werden.

Nationalpark Sebangau

In diesen zerstörten Gebieten baut der WWF Staudämme zur Wiedervernässung. © WWF Indonesia
In diesen zerstörten Gebieten baut der WWF Staudämme zur Wiedervernässung. © WWF Indonesia

Der Nationalpark ist Heimat für die weltweit größte zusammenhängende Orang-Utan-Population. Aus diesem Grund hat das Schutzprojekt auf Borneo eine herausragende Bedeutung für den WWF. Als das Gebiet 2004 zum Nationalpark erklärt wurde, war der Torfmoorwald durch Abholzung, Entwässerung und Brände stark degradiert. Die Orang-Utan Population wurde dadurch stark dezimiert. Inzwischen hat sich die Population wieder erholt und es sollen wieder rund 9.000 Individuen sein. Mit Hilfe von Sponsoren hat der WWF seit 2004 fast 500 Dämme gebaut, weitere 520 sollen folgen. Die Dämme verschließen Entwässerungskanäle, die von Holzfirmen angelegt wurden. Durch diese Maßnahmen sind 236.000 Hektar Torfmoorwald bereits vor der Austrocknung bewahrt worden, was in etwa der Fläche Londons entspricht. Zudem wird auf ehemaligen Brandflächen gezielt mit feuerresistenten Baumarten und Orang-Utan Futterbäumen aufgeforstet. 

Ulu Segama Malua Forstreservat

© Michael Poliza / WWF
© Michael Poliza / WWF

Der WWF setzt sich in seinem Schutzprojekt auf Sabah seit 2005 für den Erhalt einer vormals forstwirtschaftlich genutzten Waldfläche von der Größe Mallorcas ein. Dort kommen etwa 5.000 Orang-Utans vor. Im Besonderen wird eine Fläche von 2.000 Hektar aufgeforstet. Außerdem begleitet der WWF seit mehreren Jahren den Menschenaffenbestand mit wissenschaftlichen Untersuchungen um Aussagen treffen zu können, wie sich die Population entwickelt und welche längerfristigen Maßnahmen in dem Schutzprojekt eventuell noch notwendig sein werden.

Kapuas Hulu, West-Kalimantan

Seit 2008 führt der WWF Bewusstseinskampagnen in dem Regierungsbezirk durch. In Kapuas Hulu ist der Schwerpunkt der Verbreitung der Unterart Nordwestborneo-Orang-Utan. Im Rahmen dieser Kampagnen wurden an lokalen Schulen Umwelttage veranstaltet und Pressereisen für indonesische Journalisten durchgeführt sowie Photoausstellungen in Zusammenarbeit mit National Geographic und Photovoices Indonesia Programme organisiert. Ziel der Kampagnen ist eine Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung für die Notwendigkeit den Orang-Utan zu schützen. Es ist die Überzeugung des WWF, dass Schutzprojekte nur mit der Unterstützung der lokalen Bevölkerung erfolgreich sein können. Außerdem fanden Trainingsmaßnahmen gegen Wilderei und Schmuggel für Beamte der Staatsanwaltschaft, der Naturschutzverwaltungen und Richter statt. Durch langfristiges Monitoring beobachtet der WWF die Entwicklung der Orang-Utan Bestände.

   
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Orang-Utans
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