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Die WWF-Schutzprojekte für die letzten Orang-Utan-Wälder auf Borneo

Orang-Utans, deren malaiischer Name „Waldmensch“ bedeutet, sind die größten heute noch lebenden Baumsäugetiere der Welt, sowie die einzigen überlebenden Großen Menschenaffen Asiens. Sie werden von Wissenschaftlern in zwei Arten unterschieden: Sumatra-Orang-Utan (Pongo abelii) und Borneo-Orang-Utan (Pongo pygmaeus). Die Zerstörung, Degradierung und Fragmentierung von Orang-Utan-Lebensraum sowie daraus resultierende zunehmende Mensch-Wildtier-Konflikte, Jagd und Haustierhandel sind die größten Bedrohungen für Orang-Utans.

Orang-Utan © naturepl.com / Anup Shah / WWF
Orang-Utan © naturepl.com / Anup Shah / WWF

Zwischen 1973 und 2005 verloren die Orang-Utans fast die Hälfte ihres Verbreitungsgebiets durch großflächige Waldumwandlung und Waldbrände. Studien gehen davon aus, dass zwischen 2005 und 2015 weitere neun Prozent Orang-Utan-Lebensraum verloren wurden. Fachleute schätzen, dass jedes Jahr 1.000 bis 2.000 meist junge Orang-Utans nach Java und Übersee geschmuggelt werden. Die Art wird auf der Roten Liste der IUCN auch als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft.

Für den WWF ist die Erhaltung des Orang-Utan Lebensraums eine Priorität. Der WWF setzt sich dafür ein, dass Wälder mit hohem Schutzwert (High Conservation Value Forests) nicht gerodet werden. Die typischen Schutzprojekte des WWF sind dementsprechend Walderhaltungsprojekte. Außerdem betreibt der WWF Aufklärungsarbeit bei der lokalen Bevölkerung und den zuständigen Behörden um die Wilderei zu verhindern.

West-Kalimantan

Aufforstung in Indonesien © WWF
Aufforstung in Indonesien © WWF

In West-Kalimantan liegt der Schwerpunkt einerseits auf dem Erhalt bzw. Wiederherstellung von Orang-Utan-Lebensraum und der Verhinderung von Orang-Utan-Morden. Im 932.000 Hektar großen Betung Kerihun-Danau Sentarum-Nationalpark setzt sich der WWF für einen effektiven Schutz des Nationalparks ein Dazu gehört auch, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung legale, nachhaltige Einkommensmöglichkeiten zu entwickeln. Der Orang-Utan-Schutz soll durch intensivere Strafverfolgung von Wilderern sowie Forschungsarbeiten zu Konfliktfällen zwischen den Tieren und der Bevölkerung verbessert. Die Menschen vor Ort und örtliche Journalisten werden für Umweltthemen sensibilisiert. Zudem arbeitet der WWF mit Forstunternehmen zusammen, in deren Konzessionen Orang-Utans Leben. Die Unternehmen werden unterstützt, ihre Wälder so zu bewirtschaften, dass auch Orang-Utans dort überleben können.

Im Leboyan-Korridor forstet der WWF Wälder wieder auf. Das Gebiet zwischen den Nationalparkteilen Danau Sentarum und Betung Kerihun auf Borneo wurde entwaldet oder degradiert. Daher sind die Orang-Utan Populationen in den Nationalparkteilen voneinander isoliert. Es soll ein grüner Korridor entstehen, der den genetischen Austausch der Populationen wieder herstellt. Der WWF will im Rahmen des Schutzprojekts insgesamt 1.000 Hektar an unterschiedlichen Standorten wieder aufforsten, um Mosaikteile verbliebener Wälder miteinander zu verbinden. Ca. 800 Hektar davon wurde bereits erreicht. Die Aufforstungen sind Mischwälder aus nutzbaren Baumarten, darunter Fruchtbäume, die langfristig Nahrungsgrundlage für Orang-Utans sein werden.

Durch langfristiges Monitoring beobachtet der WWF die Entwicklung der Orang-Utan Bestände.

Nationalpark Sebangau

In diesen zerstörten Gebieten baut der WWF Staudämme zur Wiedervernässung. © WWF Indonesia
In diesen zerstörten Gebieten baut der WWF Staudämme zur Wiedervernässung. © WWF Indonesia

Der Nationalpark ist Heimat für eine der größten zusammenhängenden Orang-Utan-Populationen weltweit. Aus diesem Grund hat das Schutzprojekt auf Borneo eine herausragende Bedeutung für den WWF. Als das Gebiet 2004 zum Nationalpark erklärt wurde, war der Torfmoorwald durch Abholzung, Entwässerung und Brände stark degradiert. Die Orang-Utan Population wurde dadurch stark dezimiert. Inzwischen hat sich die Population wieder erholt und es sollen wieder rund 6.000 Individuen sein. Mit Hilfe von Sponsoren hat der WWF seit 2004 Hunderte von Dämmen gebaut. Die Dämme verschließen Entwässerungskanäle, die von Holzfirmen angelegt wurden. Durch diese Maßnahmen wollen wir den Wasserhaushalt wieder herstellen. Zudem wird auf ehemaligen Brandflächen gezielt mit feuerresistenten Baumarten und Orang-Utan Futterbäumen aufgeforstet. 

   
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