WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Stand: 20.09.2013

Welt-Nashorn-Tag: Wilderei als internationales Verbrechen

2013 ist ein Rekordjahr der Wilderei. Zwei bis drei Nashörner fallen in Afrika täglich den Wilderern zum Opfer. Verkauft über eine Kette von Mittelsmännern, ist ein Kilo Horn in Asien wertvoller als Gold. Am 22. September 2013 ist Welt-Nashorn-Tag (World Rhino Day) - ein Tag, der weltweit auf die starke Gefährdung der Tiere aufmerksam machen soll. Der Kampf gegen Wilderei und illegalen Wildtierhandel ist in diesem Jahr auch Thema bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen.  

 

Über 600 Nashörner sind in diesem Jahr alleine in Südafrika bereits getötet worden, um an ihr Horn zu kommen. Dabei droht nicht nur das Aussterben der Tierart. Hinter der Wilderei steckt die international organisierte Kriminalität. „Die kriminellen Syndikate, die es auf Nashörner, Elefanten, Tiger und andere Arten abgesehen haben, bedrohen auch den Frieden, die Sicherheit und die wirtschaftliche Entwicklung in vielen Ländern“, erklärt Jim Leape, Generaldirektor von WWF International.    

Illegaler Wildtierhandel: Ein Fall für die Vereinten Nationen

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen Ende September 2013 bietet eine gute Gelegenheit, den Kampf gegen Wilderei und illegalen Wildtierhandel auf internationaler Ebene zu verstärken und zu beschleunigen. Am 26. September laden die Regierungen von Gabun und Deutschland die Vertreter der Länder zur Diskussion ein. Es soll betont werden, welche Bedrohung Wilderei und der Handel mit ihren Produkten für die Artenvielfalt und für die internationale Stabilität darstellen. Der WWF hat die Veranstaltung initiiert, damit Wilderei und illegaler Wildtierhandel nicht mehr nur als Umweltverbrechen, sondern auch als internationales Verbrechen anerkannt und bekämpft werden.

Internationale Kriminalität erfordert internationale Bekämpfung

Der illegale Handel mit Wildereiprodukten lässt sich nur auf internationaler Ebene wirksam bekämpfen. Von der Herkunft über den Transit bis zur Nachfrage der Produkte sind verschiedene Länder betroffen. Das macht eine enge Zusammenarbeit zwischen den Ländern und ihren Behörden notwendig. Der WWF fordert eine Stärkung und effektive Zusammenarbeit von  Polizei, Zoll, Justiz, sowie Umweltschutz- und anderen Organisationen. „Die Regierungen der Länder müssen umgehend Maßnahmen ergreifen und zeigen, dass sie den Kampf gegen Wilderei und illegalen Wildtierhandel ernst meinen. Nur eine Kombination aus starken strafrechtlichen Sanktionen, Nulltoleranz gegenüber Korruption und die Unterbrechung der Schmuggel-Routen kann dieser Plage ein Ende setzen“, betont Leape.

Nashornpulver als Zeichen von Reichtum und Macht

Spitzmaulnashörner in Südafrika © Brent Sturton / Getty Images
Spitzmaulnashörner in Südafrika © Brent Sturton / Getty Images

Auch die steigende Nachfrage nach illegalen Tierprodukten muss bekämpft werden.  Nashorn-Pulver wird vor allem nach Vietnam exportiert. Es gilt dort als Wundermittel gegen verschiedene Krankheiten und hat sich mittlerweile auch zu einem Statussymbol der Reichen entwickelt - dabei besteht Nashorn etwa aus dem gleichen Material wie unsere Haare oder Fingernägel. Der WWF fordert deshalb staatliche Kampagnen, die auf das Konsumentenverhalten zielen.

Vereinzelte Hoffnungsschimmer

Immer öfter wurden in den letzten Monaten Nashorn-Wilderer in Südafrika, Mosambik und Kenia aufgegriffen. Das ist einer wachsenden Zusammenarbeit der Länder zu verdanken, zum Beispiel den Anti-Wilderei-Einheiten Südafrikas und Mosambiks, die im grenzüberschreitenden Greater Limpopo Park agieren.  Südafrika verhängt außerdem inzwischen hohe Gefängnisstrafen für Wilderei. So sind drei mosambikanische Wilderer für  das Erschießen eines Nashorns und seines Babys im Krüger-Nationalpark zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. „Wir hoffen, dass andere Länder wie Mosambik nachziehen und somit Afrikaner davon abhalten, ihr Leben für die Dickhäuter zu riskieren“, sagt die Nashornbeauftragte des WWF Deutschland, Brit Reichelt-Zolho.

 

Von Stephanie Probst

WEITERE INFORMATIONEN

KONTAKT

Brit Reichelt-Zolho

WWF Referentin Südliches und Östliches Afrika

Brit.Reichelt-Zolho(at)wwf.de

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Nashörner
schützen
Nashörner
schützen