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Stand: 21.06.2013

Island macht Jagd auf stark gefährdete Finnwale

Island hat die Jagd auf die stark gefährdeten Finnwale wieder aufgenommen und bereits den ersten Wal getötet. Der WWF verurteilt den kommerziellen Walfang auf bedrohte Arten und das aktuelle Vorgehen der isländischen Regierung scharf. 

Finnwal. © naturepl.com / Mark-Carwardine / WWF-Canon
Finnwal. © naturepl.com / Mark-Carwardine / WWF-Canon

Finnwale gehören zu den gefährdeten Arten und werden deshalb auf der Roten Liste der IUCN geführt. Der isländische Walfang findet trotz des 1986 erlassenen Fangstopps des kommerziellen Walfangs durch die IWC (International Whaling Commission) statt, obwohl Island auch zu den Mitgliedern dieser Kommission gehört. „Die erneute Jagd auf Finnwale durch einen isländischen Walfänger ist ein Rückfall in dunkle Zeiten. Es ist schlicht inakzeptabel gefährdete Walarten zu jagen und die Populationen weiter zu dezimieren. Island untergräbt das Walfangverbot, dabei gibt es in Island nicht einmal einen hohen Bedarf für Walfleisch“, sagt Volker Homes, Artenschutzexperte beim WWF. Nachdem dort zwei Jahre lang keine Finnwale gejagt wurden, hat sich Island für dieses Jahr selbst eine Fangquote von 184 Tieren genehmigt. Angesichts von 300.000 Einwohnern ist dies eine unglaubliche Zahl. Für den Export ist das Fleisch ebenfalls nicht geeignet, da das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES den Handel mit diesen Arten ebenfalls verboten hat. Das mögliche Empfängerland Japan selbst jagt auch regelmäßig Wale - allerdings unter dem Vorwand der wissenschaftlichen Notwendigkeit. Auch dort ist seit Jahren der Absatzmarkt für Walfleisch rückläufig. Dritte Walfangnation ist Norwegen, das aufgrund eines Einspruchs gegen das Walfangmoratorium zu kommerziellen Zwecken Jagd ausschließlich auf Minkwale macht, die als weniger gefährdet gelten.

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