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Stand: 26.02.2014

Staudamm in Laos: Todesstoß für die letzten Mekong-Delfine

Im Mekong leben nur noch 80 Flussdelfine, jetzt plant Laos einen weiteren Staudamm in ihrem Lebensraum. Für die Mekong-Flussdelfine, die auf der Roten Liste der bedrohten Arten stehen, ist das Projekt eine große Gefahr. Was tut der WWF, um das zu verhindern?

Mekong-Flussdelfine © naturepl.com / Roland Seitre / WWF-Canon
Mekong Flussdelfine © naturepl.com / Roland Seitre / WWF-Canon

Don Sahong heißt der Staudamm, den das südostasiatische Laos im Fluss Mekong plant. Der Bau des Staudamms wird verheerende Umweltfolgen haben – während des Baus und danach. Nur einen Flusskilometer entfernt von der geplanten Großbaustelle leben die letzten 80 Mekong-Flussdelfine, die es noch gibt. Sie leiden schon heute unter extremem Stress und Umweltbelastungen. "Das Don Sahong Projekt wird eines ihrer letzten verbliebenen Habitate zerstören", warnt Dr. Jian-hua Meng, Referent für nachhaltige Wasserkraft beim WWF.

Tödliche Druckwellen beim Staudamm-Bau

Die Auswirkungen des Großprojektes in ihrer unmittelbaren Nähe sind eine ernste Bedrohung für die Tiere. Die Druckwellen der großflächigen Felssprengungen für den Staudamm schädigen nicht nur das empfindliche Gehör der Delfine, sie können sie im Extremfall schwer verletzen und sogar töten.

Ökosystem in Gefahr

Don Sahong ist nicht das einzige Bauvorhaben, viele weitere Staudämme sind geplant. Ihr Bau wird dramatische Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem des Mekong haben. Der Mekong ist das artenreichste Flusssystem der Welt nach dem Amazonas. Die Wasserqualität wird sich verändern. Mehr Schiffe werden den Fluss in der Region befahren. Und der Staudamm hindert die heimischen Fische an ihren Wanderungen im Flusssystem. Das beraubt nicht nur die Mekong-Flussdelfine und viele andere Arten ihrer Nahrung. Auch die weltweit größte Binnenfischerei im Mekong leidet darunter. "Die wirtschaftliche Grundlage und Ernährungssicherheit für Millionen von Menschen ist bedroht", sagt Jian-hua Meng.

Der Mekong: Enorme Wasserkraft

Die laotische Regierung in Vientane hat den Baubeginn des Don Sahong Staudamms für die nächsten Monate angekündigt und hält an ihren Plänen fest. Trotz der Kritik der Nachbarländer. Durch den Mekong fließen riesige Wassermengen. Die Volksrepublik Laos will diese Wasserkraft als Energielieferant für die gesamte Region nutzen. 

Wasserkraft – nicht immer gut, nicht immer schlecht

Wasserkraft als Energielieferant ist nicht grundsätzlich zu verurteilen. Doch Wasserkraftanlagen auf dem Hauptfluss des Mekong und an kritischen Punkten im Gewässersystem zählen zu den größten Gefahren für den Mekong. "Niemand will Laos seiner Entwicklungspotenziale berauben", bekräftigt Jian-hua Meng. "Wir vom WWF haben Alternativen gezeigt, wie Wasserkraftgewinnung umweltverträglicher möglich ist. Es ist nicht zu spät, den ökonomisch wie ökologisch wahnwitzigen Bau auszusetzen und auf bessere Alternativen zu setzen." 

WWF-Arbeit an allen Fronten für den Mekong und seine Delfine

Der WWF ist seit Jahren in der Mekong-Region aktiv. Neben fachlicher Arbeit – also zum Beispiel Untersuchungen wo und wie man den Fluss und seine Kraft nachhaltig nutzen kann – ist auch eine ständige politische Arbeit im Flussgebiet wichtig. Der WWF setzt sich für Schutzgebiete und Umweltprüfungen ein und entwickelt spezielle Instrumente zur Kontrolle der Nachhaltigkeit von Wasserkraftanlagen. Wir leisten Überzeugungsarbeit bei Regierungen in der Region, aber auch bei Geber-Ländern, die hier Entwicklungshilfe leisten. Dazu gehören die Vereinten Nationen, die EU und auch Deutschland.

Von Stephanie Probst

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