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Stand: 05.02.2014

Der Wolf in Deutschland – das sagen Experten

Wir haben mit acht Experten über die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland gesprochen. Lesen Sie hier, was sie zu sagen haben.

Dr. Norman Stier © Norman Stier / WWF
Dr. Norman Stier © Norman Stier / WWF

Dr. Norman Stier, Wildbiologe TU Dresden

„Je länger die Menschen mit Wölfen in einer Region leben, desto eher tolerierten sie den Wolf. In der Lausitz findet schon seit einigen Jahren eine Normalisierung statt. Die Menschen gehen wie eh und je Pilze sammeln und die Kinder spielen in den Wäldern.“

Bernd Dankert © SMUL / WWF
Bernd Dankert © Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft / WWF

Bernd Dankert, Referent für Artenschutz, Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL)

„Einem Wolf zu begegnen hat Seltenheitswert. Wölfe suchen nicht den Kontakt zum Menschen. Es handelt sich in der Regel um Zufallsbegegnungen, bei denen der Wolf den Menschen nicht rechtzeitig genug wahrnehmen konnte und so seinen Weg kreuzt. Die Begegnungen dauern Sekunden und enden mit der Flucht des Wolfes.“

„Wenn Sie einen Wolf sehen, verhalten Sie sich ruhig. Bleiben Sie stehen. Rennen Sie nicht weg. Falls der Wolf Sie noch nicht bemerkt hat, sprechen Sie ihn ruhig und laut an – dann wird er in der Regel schnell die Flucht antreten. Sollte der Wolf wider Erwarten nicht weglaufen oder sich Ihnen sogar nähern, halten Sie an, schreien Sie ihn an und klatschen in die Hände. Machen Sie sich groß.“

Gesa Kluth © Sebastian Koerner / WWF
Gesa Kluth © Sebastian Koerner / WWF

Gesa Kluth, LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland, Lausitz

„Normalerweise sind Wölfe für den Menschen nicht gefährlich, sie reagieren auf uns nicht aggressiv und wir gehören nicht in ihr Beuteschema. Menschen dürfen Wölfe aber nicht anfüttern. Die Folge könnte sein, dass sie gezielt die Nähe des Menschen suchen und beim Versuch, Futter zu ergattern, dreist werden.“


Mehr zum Thema: 

Nachwuchs bei den Wölfen in der Lausitz

Prof. Dr. Hermann Ansorge © Michaela Schwager WWF
Prof. Dr. Hermann Ansorge © Michaela Schwager WWF

Prof. Dr. Hermann Ansorge, Abteilungsleiter Zoologie am Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz

„Wir haben die Ernährung der Wölfe in der Lausitz untersucht: Weniger als ein Prozent der analysierten Beutetiere kam aus dem Bereich der Nutztiere.“


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Schutz der Herden und des Wolfes

Dr. Janosch Arnold © Philipp Guelland / WWF
Dr. Janosch Arnold © Philipp Guelland / WWF

Dr. Janosch Arnold, Wolfsexperte beim WWF Deutschland

„Den Wolf als das sehen was er ist: ein heimisches Wildtier, das nach seiner Ausrottung in alte Verbreitungsgebiete zurückgekehrt ist. Leben mit dem Wolf bedeutet in einigen Bereichen die Notwendigkeit für Anpassungen, aber auch einen Fehler der Vergangenheit wieder gut zu machen.“


Mehr zum Thema:

Aktuelle und historische Verbreitung des Wolfes

Ulrich Wotschikowsky © Tanja Askani / WWF
Ulrich Wotschikowsky © Tanja Askani / WWF

Ulrich Wotschikowsky, Wildbiologe und Wolfsberater

„Trotz der Wölfe werden die Jäger bei uns auch in Zukunft reichlich Beute machen können. Vielleicht werden sie sich mehr anstrengen und dazulernen müssen – aber das kann dem Jagdwesen nur gut tun.“

Catharina Grasnick © Michael Peters / netwingx Mediengestaltung
Catharina Grasnick © Michael Peters / netwingx Mediengestaltung

Catharina Grasnick, Tierärztin, Tierarztpraxis Rafael & Grasnick Panketal

„Die Tollwut kommt in Mitteleuropa gegenwärtig nicht mehr vor. Wölfe sind auch nicht die Hauptträger der Krankheit, das sind in erster Linie die Füchse. Das Einwandern von einem mit Tollwut infizierten Wolf aus Osteuropa ist zwar nicht ausgeschlossen, aber derzeit nicht wahrscheinlich.“

Prof. Dr. Kurt Kotrschal © Walter Vorbeck / WWF
Prof. Dr. Kurt Kotrschal © Walter Vorbeck / WWF

Prof. Dr. Kurt Kotrschal, einer der drei Gründer und Leiter des Wolfsforschungszentrums Ernstbrunn

„Vieles deutet darauf hin, dass die Menschen auf der Nordhalbkugel bereits seit 60.000 Jahren in enger Beziehung zum wesensverwandten Wolf stehen. Letztlich entwickelten sich alle Kulturen von Homo sapiens in den letzten 30.000 Jahren unter Mitwirkung des Wolfes in Form der Hunde. Grund genug, unsere "Schwesterart" Wolf zu achten und zu schützen.“

Webseite des Wolfsforschungszentrums Ernstbrunn
www.wolfscience.at

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Die Heimkehr
der Wölfe
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