WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Stand: 17.01.2014

Wolf frisst Hund?

Aus der Lausitz wurde Mitte Januar 2014 von einigen Medien berichtet, dass ein Hund von einem Wolf in einem von meterhohen Zäunen gesicherten Außenbereich einer Tierpension getötet worden sei. Der WWF-Wolfsexperte Dr. Janosch Arnold hielt das im WWF-Interview bereits direkt nach dem Zwischenfall für fraglich. Mittlerweile steht fest: Es war eine Hündin und kein Wolf, die den Hund in Hoyerswerda getötet hat. Trotzdem kann es zum Konflikt zwischen Hunden und Wölfen kommen. Was Hundebesitzer beachten sollten, erklärt Janosch Arnold im Interview.

Sobald Hunde sich in der Nähe von Menschen aufhalten, werden sich Wölfe davon fernhalten. © Ralph Frank / WWF

Ergebnis der genetischen Analyse

Die genetischen Untersuchungen am Senckenberg Institut für Wildtiergenetik haben eindeutig ergeben, was schon zu vermuten war: Der Hund in Hoyerswerda wurde nicht von einem Wolf getötet. Untersucht wurden Haare und Speichelproben, die an den verschiedenen Bissverletzungen des Hundes genommen wurden. Der Hund starb nach einem Kampf mit einer anderen Hündin.

Interview vom 14.01.2014

wwf.de: Janosch Arnold, es wird in einigen Zeitungen berichtet, ein Wolf habe einen Hund getötet…

Janosch Arnold: Ich habe große Zweifel, ob der Hund in dem genannten Fall tatsächlich einem Wolf zum Opfer gefallen ist. Auf alle Fälle wäre dies sehr ungewöhnlich, dass ein Wolf in ein stark gesichertes Areal eindringt, um einen Hund zu töten. Das wird jetzt genetisch überprüft und dann wissen wir hoffentlich mehr. Es stimmt aber: Wölfe töten Hunde. Ich rechne damit, dass dies irgendwann auch in Deutschland passieren wird. 

Warum das? Es sollte doch für Wölfe einfachere Opfer geben, als einen doch relativ wehrhaften Hund.

Es geht dabei meist nicht darum, dass der Wolf einen Hund reißt, um ihn zu fressen, obwohl auch das vorkommen kann. Wölfe töten mitunter Hunde, weil sie ihn für einen Artgenossen halten. Dann geht es um Rivalität, Konkurrenz, Territorium. In Skandinavien haben wir davon einige Fälle pro Jahr.

Was können Hundebesitzer in Wolfsgebieten tun?

Sich an die Regeln halten. In Waldgebieten herrscht in vielen Bundesländern Leinenpflicht. Sobald Hunde sich in der Nähe von Menschen aufhalten, werden sich Wölfe davon fernhalten. Entfernt sich der Hund allerdings vom Menschen, ist es nicht ausgeschlossen, dass es zu einem Konflikt mit Wölfen kommt. Es sind daher meistens Jagdhunde im Einsatz, die Wölfen zum Opfer fallen.

Und Menschen sind im Wald sicher?

Mensch und Wolf stellt eine völlig andere Konstellation dar. Der Mensch ist kein eindringender Artgenosse – im Gegensatz zum Hund. Was der Mensch aber lernen muss, ist sein Verhalten zu verändern. Wir haben mit dem Wolf wieder einen großen Beutegreifer in unseren Breiten. Darauf müssen sich nicht nur Nutztierhalter, sondern auch Hundebesitzer einstellen. Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass ein Wolf in einen umzäunten Garten in Siedlungsnähe eindringt, um einen Hund zu töten. Allerdings kamen solche Fälle in Europa schon bei Kettenhunden vor, die eine leichte Beute für Wölfe sind. Der Fall in Hoyerswerda liegt jedoch völlig anders.

Sie möchten die Arbeit des WWF für den Wolf und seine Rückkehr nach Deutschland unterstützen? Helfen Sie mit einer Spende oder werden Sie Wolfs-Pate!

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Die Heimkehr
der Wölfe
Die Heimkehr
der Wölfe