WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Zebra-Scanner erfolgreich getestet

„Es ist ein wenig so, wie beim Einkaufen“

Dem WWF ist es gelungen, ein bislang neues Verfahren zur Feldforschung und –beobachtung von Zebras erfolgreich zu testen. Im namibischen Caprivi-Streifen errichteten WWF-Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden eine insgesamt 300 Meter lange Infrarotschranke, der ZB-SCAN, mit dem die Zebras nun wissenschaftlich erfasst werden können.

© Michael Poliza / WWF
© Michael Poliza / WWF

„Das ist ein ganz besonderer Tag für den Umweltschutz“, sagt Volker Homes, Leiter Artenschutz vom WWF. „Es war bislang nur sehr schwer möglich die Herden von Zebras wissenschaftlich zu beobachten, da diese Herden mitunter mehrere Hundert Einzeltiere stark sind. Aufgrund ihrer Streifen ist es nur sehr schwer möglich, die einzelnen Tiere in einer Herde überhaupt zu erkennen und geschweige denn, sie eindeutig zu beschreiben. Mit dem ZB-SCAN ist das nun möglich.“

Das individuelle Streifenmuster gleicht einem Barcode

© Michael Poliza / WWF

Das Streifenmuster der Zebras ist bei jedem Tier völlig individuell. Ähnlich wie bei einem Barcode-Scanner in den Supermarktkassen können diese Muster, sind sie erst einmal erfasst, auch immer einem ganz bestimmten Tier zugeordnet werden.

Die Anlage besteht aus zwei Teilen, die sich im Abstand von maximal 30 Meter in der Steppenlandschaft gegenüber stehen. Mit einem hochempfindlichen Sensor ausgestattet, reagiert der ZB-SCAN 2000 auf die Bewegung der Tiere, die sich innerhalb dieses Streifens befinden. Das Besondere dabei ist, dass die Anlage über einen Infrarotscanner, die individuellen Streifenmuster der Zebras abtastet, erkennt und an Wissenschaftler übermittelt. So sei es erstmals möglich, das Wanderverhalten der Zebras zu erforschen und zu dokumentieren. Die verbrauchten Materialien stammen aus der unmittelbaren Umgebung des Caprivi-Streifen, die Produktion entspricht demnach den Nachhaltigkeitskriterien des WWF.

Scannen ohne Störung der Tiere

Die geografische Beschaffenheit des Caprivi-Streifen hätte sich nach eingehenden Tests als sehr vorteilhaft für den ZB-SCAN erwiesen. „Der schmale Streifen in Namibia zwischen Botswana, Angola und Sambia gelegen, ist eine natürliche Wanderroute der Zebras. Wenn die Tiere diesen Streifen passieren, werden sie einfach gescannt, ohne dass sie dabei irritiert werden. Der ZB-SCAN kann die Streifenmuster der Zebras eindeutig einem bestimmten Exemplar zuordnen“, sagt Volker Homes. Die Daten würden mithilfe von Computern anschließend ausgewertet und an die Wissenschaftler übermittelt. Der ZB-Scan könne zudem die Größe, das Gewicht und auch die Position innerhalb der Herde dokumentieren. „So werden wir herausfinden, welche Rollen die jeweiligen Tiere innerhalb ihrer Hede einnehmen“, erklärt Homes.

Weiterhin konnte der WWF die Umweltschützer im Caprivi-Streifen mit insgesamt 50 mobilen Scangeräten ausstatten. Mit den „ZB-SCANmobil“ können sie einzelne Exemplare scannen und die Daten ebenfalls an die Wissenschaftler übermitteln. „Ich hatte das Glück, den ZBScanmobil auch schon auszuprobieren. Es ist ein wenig so wie beim Einkaufen. Man muss den Scanner nur an das Fell der Zebras halten, dann piept es kurz, das Tier ist gescannt und kann wieder in die freie Wildbahn entlassen werden.“

Bereits in Arbeit: Die App fürs Smartphone

Der WWF arbeitet zudem an einer kostenlosen App für Smartphones. Im kommenden Jahr soll diese veröffentlicht werden. Diese Anwendung soll aber eher für Touristen, als für Wissenschaftler interessant sein. „Die Idee dahinter ist einfach. Wenn Safari-Touristen Zebras entdecken, können sie diese einscannen und erfahren so alles Wissenswerte über das jeweilige Zebra. Etwa, wie groß es ist, wie schwer, ob es männlich oder weiblich ist. Das würde den Ökotourismus revolutionieren, da so ein ganz anderes Bewusstsein für Umweltschutz vermittelt werden könnte. Jedes Tier würde so als ein ganz individuelles Exemplar wahrgenommen“, sagt Volker Homes.

Unser Aprilscherz 2012

Mit unserer Meldung zum Zebra-Scanner haben wir Sie "in den April geschickt". Dieser Bericht entspricht nicht der Realität. Auch die darin enthaltenen Zitate sind rein fiktiv.

 

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Monat April,


Ihr WWF-Team

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Unterstützen Sie
den WWF
Unterstützen Sie
den WWF