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Stand: 11.05.2015

„Fitness-Check“ der EU-Naturschutzgesetze

Die EU-Naturschutzgesetze stehen auf dem Prüfstand. Im Januar 2015 startete die EU-Kommission den „Fitness-Check“ der Vogelschutz- und der Fauna-Flora-Habitat-(FFH)-Richtlinie. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat Umweltkommissar Karmenu Vella beauftragt die „Verschmelzung“ und „Modernisierung“ dieser wichtigsten europäischen Naturschutzgesetze zu prüfen. 2016 wird die Kommission beschließen, ob die Richtlinien unverändert bleiben oder überarbeitet werden.

Europäischer Wald im späten Frühling © Mark Hamblin/WWF
Europäischer Wald im späten Frühling © Mark Hamblin/WWF

 

Der WWF und viele weitere Umweltverbände in Deutschland und der EU befürchten, dass der „Fitness-Check“ darauf abzielt, die Naturschutzstandards herabzusetzen. Seltene Arten könnten dann ihren Schutzstatus verlieren und ausgewiesene Schutzgebiete für naturzerstörende Aktivitäten geöffnet werden. Gefährdete und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie Fledermäuse und Orchideen wären genauso bedroht, wie ökologisch bedeutsame Lebensräume, etwa natürliche Buchenwälder, Moore, Flussauen und die küstennahen Meeresgebiete in der Nord- und Ostsee. Sie alle sind in den EU-Naturschutzrichtlinien aufgelistet und durch Natura 2000, das größte Schutzgebietsnetz der Welt, geschützt. Werden die Richtlinien verändert, könnte der Schutz von über 5.000 Gebieten auf 15,4 Prozent der Landfläche in Deutschland geschwächt werden. 

 

Die jüngsten Berichte der Bundesregierung zur Lage der Natur zeigen, dass Natura 2000 und die EU-Naturschutzrichtlinien erfolgreich sein können, vorausgesetzt sie werden konsequent umgesetzt und finanziert. Einige Tierarten, wie Kranich, Seeadler, Biber oder Wolf verdanken Natura 2000 und strengen Artenschutzbestimmungen ihre spektakulären Comebacks in Deutschland.


Wir fordern deshalb: Die Naturschutzrichtlinien müssen erhalten bleiben und sie müssen in den Bundesländern besser umgesetzt werden. Schutzgebiete sind eine lohnende Investition. Die Natura-2000-Gebiete der EU kosten jährlich 6 Milliarden Euro, erbringen aber im gleichen Zeitraum Umweltleistungen im Wert von bis zu 300 Milliarden Euro, zum Beispiel sauberes Wasser, Klimaschutz und Erholungsräume. Wir brauchen deshalb eine neue Naturschutzoffensive!

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