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Stand: 12.02.2015

Damit die Blumen nicht mehr böse sind

Weit über eine Milliarde Rosen wurden 2013 nach Deutschland importiert. Genau 1.248.660.000. Ein Großteil davon kommt aus Kenia, meist aus der Gegend des Naivasha-Sees im afrikanischen Rift Valley, rund 80 Kilometer von Nairobi entfernt. Mehrere Faktoren -  gutes Klima, hochwertiges Frischwasser, fruchtbare Böden, und eine geeignete Infrastruktur - begünstigen die Produktion. Es ist aber auch ein Gebiet mit hoher Biodiversität und damit von herausragender ökologischer Bedeutung.

Rosenfeld © iStock / Getty Images
Rosenfeld © iStock / Getty Images

Der Durst der Rosen

Doch die Öko-Bilanz des Blumenanbaus im großen Stil ist bedenklich. Blumen haben Durst, und die lokalen Wasserressourcen können ihn kaum noch stillen. Der See droht, in Trockenperioden auszutrocknen, ein ökonomischer und ökologischer Super-GAU. Die Folgen für Tierarten wie Giraffen, Gnu und Leopard, die Landbesitzer und Kleinbauern sind unabsehbar. Auf lange Sicht ist auch die Schnittblumenindustrie selbst bedroht, die sich im wörtlichen Sinne das Wasser abgräbt.

Lösungen für den See

Verarbeitung von Schnittblumen in Kenia © Hartmut Jungius / WWF-Canon
Verarbeitung von Schnittblumen in Kenia © Hartmut Jungius / WWF-Canon

„Wir müssen dieses Problem zusammen mit den kenianischen Blumenbauern lösen“, sagt WWF Wasser-Experte Philipp Wagnitz. Seit 2010 gibt es Treffen zwischen der Regierung, Vertretern der Blumenindustrie, Nichtregierungsorganisationen wie dem WWF und der lokalen Bevölkerung. Gemeinsam wurde ein Plan zur nachhaltigen Nutzung der Wasserressourcen für den Naivasha-See erarbeitet, der nun schrittweise umgesetzt wird. Alle wissen, was auf dem Spiel steht und sind sich im Klaren, dass die Probleme nur gemeinsam zu lösen sind.

„Alle, vom Bauern bis zum Konsumenten, müssen sich ihrer Rolle bewusst sein“, so Wagnitz. Der WWF fordert Unternehmen auf, sich stärker um die Auswirkungen vor Ort und innerhalb ihrer Lieferkette zu kümmern. Zudem muss die Politik Unternehmen und Akteure mit klaren und starken Gesetzen zur Transparenz stärker in die Pflicht nehmen. Aufgabe des Verbrauchers ist es, mehr Klarheit zu bekommen, woher die Blumen kommen und unter welchen sozialen und ökologischen Bedingungen sie angebaut wurden.


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