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Auswirkungen für Mensch und Natur

Auswandern oder Aussterben?

Der Klimawandel trifft alle Lebensformen. Die Vegetationszonen zum Beispiel werden sich bei „Business as usual“ (das entspricht plus drei Grad Celsius bis zum Jahr 2100 im globalen Durchschnitt) um schätzungsweise über 400 Kilometer polwärts verschieben. Tiere müssten den Pflanzen folgen – was in unseren dicht bevölkerten und bebauten Regionen für viele von ihnen kaum möglich wäre. Im Bergland verschöbe sich die Vegetation bei gleichem Temperaturanstieg um bis zu 500 Meter nach oben. Ein Zehntel der Berge bewohnenden Pflanzen- und Tierarten der Erde wäre betroffen – zum Beispiel Rote Pandas, Moschustiere und Kragenbären.  

© Michel Gunther / WWF-Canon
© Michel Gunther / WWF-Canon

Ganze Lebensräume rund um den Globus stehen vor dramatischen Veränderungen. Als akut bedroht hat der WWF bereits 1992 Korallenriffe eingestuft. Korallenriffe sind durch die ungewöhnlich warmen Wassertemperaturen der letzten Jahre schon jetzt weltweit stark geschädigt. Sie bleichen bei steigender Wassertemperatur rascher aus und sterben ab.

Mangrovenwälder an tropischen Küsten verkraften nur einen moderaten Anstieg des Meeresspiegels. Der WWF schätzt jedoch, dass die Wasserhöhe bis 2100 mehr als einen Meter ansteigen wird. Für viele Regionen wäre das überaus dramatisch: Die indischen Sundarbans, die ausgedehntesten Mangrovensümpfe der Welt, könnten dann beispielsweise völlig verschwinden. Küstenlebensräumen und Inselpopulationen wie etwa Tuvalu oder den Seychellen droht der Untergang. 


Veränderungen in der Arktis wirken sich wiederum auf den Klimawandel aus, und zwar weitaus dramatischer als bisher angenommen. So prognostiziert die WWF-Studie „Arktische Rückkopplungen: Auswirkungen auf das globale Klima“, dass ein Viertel der Weltbevölkerung in Zukunft von Überflutungen betroffen sein könnte. Auch ein gewaltiger Anstieg von Treibhausgasemissionen wird befürchtet. Denn in den gefrorenen Böden der Arktis ist doppelt so viel Kohlenstoff gespeichert, wie in der Atmosphäre enthalten ist. Eine aufwändige Studie der Universität Leeds hatte bereits im Jahre 2005 ergeben, dass bis 2050 über eine Million Tier- und Pflanzenarten aussterben werden, falls der Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 und damit die globale Erwärmung nicht deutlich gebremst würden.


Der WWF sieht sich damit in seinen Analysen bestätigt: Der vom Menschen verstärkte Treibhauseffekt und der dadurch bedingte Klimawandel stellen die größte aller Bedrohungen für die Artenvielfalt auf unserem Planeten dar. Die Gefährdung der natürlichen Lebensräume ist zugleich eine Gefährdung unserer Nahrungs- und damit Existenzgrundlage.

 

Dem Klimawandel ein Gesicht geben

Auch immer mehr Menschen sind von der Klimaerwärmung betroffen, deren Leben sich dadurch verändert und oft auch bedroht wird. Der WWF hat deshalb das Projekt "Klimazeugen" ins Leben gerufen.


Klimazeugen sind Menschen rund um den Globus, die Zeugnis darüber ablegen, wo und wie der Klimawandel ihr Leben verändert. Sie berichten von überlaufenden Gletscherseen im Himalaja, die drohen, ganze Täler zu zerstören. Oder über Gegenden, die immer häufiger von Überschwemmungen betroffen sind, wo Menschen deshalb große Teile ihres Grundbesitzes verloren haben.


Klimazeugen gibt es mittlerweile auf der ganzen Welt. Sie und ihre Erfahrungen stellen wir hier vor. Indem wir ihnen und ihren Geschichten ein Forum geben, erhält der Klimawandel Gesichter und Stimmen. Er wird konkret und anschaulich.

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