Die Verursacher
Hauptquelle für Treibhausgase, insbesondere CO2, ist die Erzeugung von Energie. Dazu werden auch heute noch in Kraftwerken die fossilen, sehr kohlenstoffintensiven Energieträger wie Stein- und Braunkohle, aber auch Erdöl und Erdgas verbrannt. Rund 37 Prozent der vom Menschen produzierten weltweiten CO2-Emissionen fallen bei der Stromerzeugung an. Knapp 40 Prozent der weltweit erzeugten Energie basiert noch immer auf dem fossilen Brennstoff Kohle.
Zudem weisen die meisten weltweit betriebenen Kraftwerke eine enorm geringe Energieeffizienz auf. Oft bedeutet dies, dass nur ein Viertel bis ein Drittel der eingesetzten Energie wirklich genutzt wird.

Emissionen nach Ländern
Die Industrieländer sind die Hauptverursacher des vom Menschen verursachten Treibhauseffektes. Rund 58 Prozent des im gesamten 20. Jahrhundert in die Luft geblasenen Kohlendioxids beispielsweise wurden in Europa und den USA erzeugt (Quelle: World Resources Institute).
Heute steigt vor allem in den Entwicklungsländern der Ausstoß an Treibhausgasemissionen stark an. Der Wachstumsgigant China ist laut internationaler Energieagentur inzwischen vor den USA – gemessen an CO2-Emissionen fossiler Brennstoffe– zum größten Emittenten geworden. Die 27 Länder der Europäischen Union produzieren nur etwa zwei Drittel der Emissionen Chinas.
Gemessen an der Einwohnerzahl (1,3 Milliarden) befindet sich China allerdings in der unteren Hälfte der Tabelle: Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt hier bei circa 6 Tonnen Kohlendioxid jährlich. Zum Vergleich: Jeder Deutsche produziert im Durchschnitt zwölf Tonnen CO2 im Jahr, jeder US-Amerikaner knapp 25 Tonnen und jeder Bewohner des arabischen Golfstaates Qatar sogar durchschnittlich fast 80 Tonnen Kohlendioxid im Jahr. (Quelle: WWF Climate Scorecards 2009 und UNDP 2007).
Zwischen 1990 und 2008 ist der Ausstoß energiebedingter CO2-Emissionen weltweit um 41 Prozent angestiegen, von 22,5 Gt auf 31,5 Gt. Das liegt vor allem daran, dass der Bedarf an Energie weltweit stetig anwächst. Besonders in den so genannten Schwellenländern: In Indien kletterte der Kohlendioxid-Ausstoß im genannten Zeitraum um ca. 80 Prozent nach oben, in China sogar um ca. 120 Prozent.
In Deutschland ist der Ausstoß an Kohlendioxid zwischen 1990 und 2007 um 21,3 Prozent gesunken. Die Ursachen hierfür liegen zum größten Teil im Wegfall vieler sehr CO2-intensiver und ineffizienter ehemaliger DDR-Industrien. Die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen indes einen beunruhigenden Trend: Die Emissionen in den CO2-intensivsten Sektoren Energieerzeugung (und teilweise auch Transport) stagnieren seit dem Jahr 2000. Ein klarer fortschreitender Abwärtstrend lässt sich nicht erkennen. Insgesamt stieg der deutsche Kohlendioxid-Ausstoß 2006 sogar um 0,6 Prozent auf 878 Millionen Tonnen an. Deutschlands Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen beträgt noch immer knapp unter 3%.
Emissionen nach Sektoren
Von Menschen verursachte Treibhausgase entstammen unterschiedlichen Quellen. In Deutschland ist der Energiesektor mit 41 Prozent der Hauptverursacher. An zweiter Stelle steht der Verkehrssektor mit 16 Prozent. Es folgen Industrie mit 12 Prozent, Haushalte mit 9 Prozent und Gewerbe/Handel/Dienstleistungen sowie Landwirtschaft mit fünf Prozent. (Stand 2008; nach Angaben des Umweltbundesamtes).
Weitere globale Ursachen
Die Umwandlung großer Wälder in landwirtschaftliche Nutzflächen heizt die Erde gleich doppelt auf: Zum einen werden bei Abholzung und Brandrodung Kohlendioxid und andere Treibhausgase frei. Zum anderen fehlen diese gerodeten Wälder als große CO2-Speicher. So entstehen ungefähr ein Fünftel aller Treibhausgase durch die Vernichtung von Wäldern und eine veränderte Flächennutzung.
Wird auf diesen Flächen dann noch Rinderzucht betrieben, was häufig die Ursache der Rodung ist, werden noch weitere 80 Millionen Tonnen Methan – die Verdauungsgase der Tiere – pro Jahr freigesetzt. Aber auch der Reisanbau auf nassen Feldern trägt in ähnlicher Größenordnung zu den globalen Methanemissionen bei.
Treibhausgase werden also aus völlig unterschiedlichen Gründen verursacht – zum Überleben (Reisanbau) genauso wie für Freizeitvergnügen (Flugreise). Dies gilt es bei den Forderungen und Ansätzen zur künftigen Vermeidung von Treibhausgasemissionen zu bedenken.








