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Fleisch: Vom Klimawandel und dem Tellerrand

Was kann jeder tun, um das Klima zu schützen? Anders essen, sagen die Studien des WWF. Vor allem weniger Fleisch.

 

Die Auswirkungen unserer Ernährung auf das Klima sind immens. Nahezu 70 Prozent der direkten Treibhausgasemissionen unserer Ernährung sind auf tierische Produkte zurückzuführen.

Der Verzicht auf Schinkenbrötchen oder Steak ist aktiver Klimaschutz © agrarfoto.com / WWF
Der Verzicht auf Schinkenbrötchen oder Steak ist aktiver Klimaschutz © agrarfoto.com / WWF

„Der Verzicht auf Schinkenbrötchen oder Hamburger ist aktiver Klimaschutz“, fasst Tanja Dräger de Teran, WWF-Referentin Klimaschutz und Ernährung die Ergebnisse der Studie „Klimawandel auf dem Teller“ zusammen. Es ist nach „Tonnen für die Tonne“ und „Fleisch frisst Land“ der dritte Teil einer großangelegten Untersuchung des WWF zu Konsum und Umweltschutz.  Unser Fleischkonsum und der dafür nötige Einsatz von Soja in der Tierfütterung sind entscheidend für die Größe unserer Fußabdrücke beim Ausstoß an Treibhausgasen und dem weltweiten Flächenverbrauch.

 

Eine gesündere Ernährung gemäß wissenschaftlichen Empfehlungen von (450 Gramm Fleisch pro Woche) wirkt sich eindeutig positiv auf den Ressourcen- und Klimaschutz aus. „Wenn jeder Bundesbürger nur einmal pro Woche auf Fleisch verzichten würde, könnte das zu einer jährlichen Einsparung von rund neun Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen führen. Das entspricht umgerechnet 75 Milliarden PKW-Kilometern“, rechnet Dräger vor.

Importiertes Soja wird zum überwiegenden Teil als Sojaschrot an Rinder, Schweine und Geflügel verfüttert. © agrarfoto.com / WWF
Importiertes Soja wird zum überwiegenden Teil als Sojaschrot an Rinder, Schweine und Geflügel verfüttert. © agrarfoto.com / WWF

Jeder Deutsche könnte durch weniger Fleischkonsum Treibhausgas-Emissionen in Höhe von rund 800 Kilogramm CO2-Äquivalenten – oder etwa sieben Prozent der durch ihn verursachten jährlichen Treibhausgas-Emissionen – vermeiden. Der Klimafußabdruck eines Durchschnittsdeutschen liegt derzeit bei rund elf Tonnen CO2 pro Jahr.

 

EU importiert „virtuell“ über 30 Millionen Hektar

Der Flächenverbrauch für den Fleischkonsum in Europa ist enorm – und wird oft in andere Kontinente wie Südamerika ausgelagert. Zwischen 2008 und 2010 waren dies durchschnittlich mehr als 30 Millionen Hektar, die die EU „virtuell“ belegt hat. Das entspricht in etwa der Fläche Ungarns, Portugals, Dänemarks und den Niederlanden zusammen. Deutschland war an diesem „virtuellen Landhandel“ mit fast sieben Millionen Hektar beteiligt. Dies entspricht ungefähr der Größe Bayerns. Bei einer geringen Änderung des deutschen Fleischkonsums würden weltweit mehr als 1,8 Millionen Hektar – das entspricht der Größe Sachsens – an Flächen frei für andere Nutzungen.

 

Soja bestimmt den virtuellen Flächenhandel

Etwa die Hälfte der virtuell importierten Flächen ist allein auf Soja zurückzuführen: Über 80 Prozent des nach Deutschland importierten Sojas stammt aus Südamerika. Soja wird zum überwiegenden Teil als Sojaschrot an Rinder, Schweine und Geflügel verfüttert.

 

Während der jährliche Fleischkonsum eines Durchschnittsdeutschen gut 1000 Quadratmeter beansprucht, benötigt der Kartoffelverbrauch nur 15 Quadratmeter pro Kopf und Jahr.

Downloads: Fleischstudien des WWF

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