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Stand: 10.12.2015

Landwirtschaft für Artenvielfalt

Ein neues Naturschutzmodul für ökologisch bewirtschaftete Betriebe zur Förderung der Artenvielfalt.

Braunkehlchen im Acker © iStock Getty Images
Braunkehlchen im Acker © iStock Getty Images

Artenvielfalt geht uns alle an

Landwirtschaftlich genutzte Lebensräume spielen eine wichtige Rolle für die Artenvielfalt in Mitteleuropa. Allerdings ist hier der Artenrückgang aufgrund der Intensivierung der Landnutzung besonders dramatisch. Dies betrifft selbst Tiere und Pflanzen, die früher typische Begleiter von Äckern und Wiesen waren, wie Feldlerche oder Braunkehlchen. Blütenreiche und mit Leben erfüllte Wiesen sind heutzutage kaum noch zu entdecken. Ackerwildkräuter wie Sand-Mohn oder Acker-Rittersporn, die früher für eine bunte Vielfalt auf den Äckern sorgten, werden immer seltener.

Landwirtschaft für Artenvielfalt

Landwirtschaft für Artenvielfalt © WWF
Landwirtschaft für Artenvielfalt © WWFLupe

Aber es gibt Möglichkeiten, landwirtschaftliche Flächen so zu bewirtschaften, dass sie Lebensraum für wildlebende Tier- und Pflanzenarten bieten. Insbesondere der Ökologische Landbau leistet nachweislich einen hohen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität u.a. aufgrund vielfältiger Fruchtfolgen und des Verzichts auf chemisch-synthetische Pestizide und mineralische Stickstoffdünger. Auch seltene Arten sind, zumindest noch in geringer Dichte, vorhanden. Neu geschaffene Biotope und Landschaftsstrukturen wie Hecken und Säume können gut besiedelt werden, und schon geringe Änderungen in den Bewirtschaftungsverfahren können eine hohe Wirkung entfalten. Maßnahmen zur Förderung wildlebender Tier- und Pflanzenarten sind daher im Ökologischen Landbau besonders effektiv. Konkrete Kriterien zur Förderung der biologischen Vielfalt sind bislang jedoch nicht in den Richtlinien der ökologischen Verbände integriert. Hier setzt das Projekt an. Gemeinsam mit den Partnern arbeitet der WWF Deutschland an der Entwicklung und Umsetzung des neuen Naturschutzmoduls „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ für den Ökologischen Landbau.

© UN-Dekade "Ausgezeichnetes Projekt 2016"

Landwirtschaft für Artenvielfalt ist offizielles Projekt der UN-Dekade für Artenvielfalt. Die Auszeichnung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen.

 

Vielfalt fördern 

Ziel des Naturschutzmoduls „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ ist, die Vielfalt der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten in landwirtschaftlich geprägten Lebensräumen nachweislich zu erhöhen und so dem Rückgang der heimischen Tier- und Pflanzenwelt entgegenzuwirken.

Das Naturschutzmodul auf einen Blick

Das Naturschutzmodul ist eine zusätzliche Qualifikation für besondere Leistungen zur Förderung der Biologischen Vielfalt.

  • Er beruht auf einem umfassenden Leistungskatalog mit über 70 Auswahlmöglichkeiten für Ackerland, Grünland (Wiesen, Weiden) sowie für Landschaftselemente (u.a. Hecken, Tümpel). Überdies werden Vorkommen von gefährdeten Arten und Lebensräumen bewertet.
  • Er umfasst Maßnahmen für verschiedene Arten mit unterschiedlichen Ansprüchen an ihren Lebensraum.
  • Er basiert auf einem Punktesystem, das anzeigt, wie effektiv die jeweilige Maßnahme wildlebende Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensräume schützt.
  • Für die Erfüllung des Naturschutzstandards muss eine bestimmte Punktzahl bezogen auf den Gesamtbetrieb erreicht werden.
  • Geplant ist, die Umsetzung des Naturschutzstandards zusammen mit den obligatorischen Ökokontrollen zu prüfen.

„Landwirtschaft für Artenvielfalt“ ist ein gemeinsames Projekt von WWF, Biopark und EDEKA. Wissenschaftlich begleitet und umgesetzt vom ZALF e.V. und mit Landesmitteln unterstützt vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

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