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Stand: 12.11.2013

Palmöl-Check 2013 - Firmen unter der Lupe

Alle reden immer von Nachhaltigkeit, aber wer kauft eigentlich wie viel zertifiziertes Palmöl? Das wollte der WWF wissen. Das Ergebnis: Ernüchternd.

Der Palmöl-Check: WWF Palm Oil Buyers’ Scorecard 2013 © WWF
Per Klick downloaden. Der Palmöl-Check: WWF Palm Oil Buyers’ Scorecard 2013 © WWF

Wir befragten 157 deutsche Unternehmen zu ihrer Palmöl-Einkaufspolitik. 43 Prozent der deutschen Unternehmen verweigerten sich einer transparenten Einkaufspolitik oder sind noch nicht einmal Mitglied des Runden Tischs für Palmöl (RSPO). Doch es gibt inzwischen auch zahlreiche Positiv-Beispiele. REWE erreichte als einziges deutsches Unternehmen die höchstmögliche Wertung (12 Punkte), dicht gefolgt von EDEKA, Haribo und dem Schokoladenhersteller August Storck (jeweils 11 Punkte). Mit weniger als zwei Punkten fanden sich am untersten Ende der Skala Aldi Nord, Tengelmann und Rossmann wieder. 


Die vom WWF geforderten Zusatzkriterien, wie ein Umwandlungsverbot von kohlenstoffreichen Torfböden und ein Verzicht auf Pestizide, werden sogar nur von einer Handvoll Unternehmen nachgefragt.

Positiv: Immer mehr Unternehmen stellen um

Positiv stellen die Palmöl-Scorecards fest, dass immer mehr Unternehmen zertifiziertes Palmöl nutzen oder dabei sind, umzustellen. Langsam und zögerlich entsteht die nötige Transparenz.

Global betrachtet, bewertet der WWF die Situation weiterhin als „kritisch“. Derzeit sind gerade einmal 16 Prozent der Palmölproduktion RSPO-zertifiziert. Allerdings wird nur rund die Hälfte davon verkauft. Vor diesem Hintergrund ist es schwierig, bei Produzenten strengere Anbaukriterien durchzusetzen. Deutsche Unternehmen können sich dem das „Forum Nachhaltiges Palmöl“ (FONAP) anschließen, um sich gemeinsam mit anderen aktiv für die Verbesserung der existierenden Systeme einzusetzen.

Was der WWF von Unternehmen fordert:

  • bis spätestens 2015 komplett auf zertifiziertes, segregiertes Palmöl umzusteigen
  • auch bei Palmkernöl und Derivaten nur zertifizierte Ware. Solange die physische Umstellung noch nicht stattgefunden hat, als Übergangslösung den gesamten Bedarf mit Zertifikaten abdecken – im Sinne einer Übergangslösung
  • nur noch von Lieferanten zu kaufen, die weiterführende WWF-Kriterien, wie ein Verbot von Plantagen auf Torfböden, erfüllen
  • Palmölprodukte zu kennzeichnen, sodass Konsumenten bewusstere Kaufentscheidungen treffen können
  • aktiv als Mitglied bei der Ausrichtung des RSPO mitzuarbeiten und als Käufer auch konstruktive Kritik zu äußern
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