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Meeresschutzgebiete in Europa

Das Internationale WWF-Zentrum für Meeresschutz übernimmt in Zusammenarbeit mit dem europäischen WWF Team und Brüsseler Politikbüro koordinierende Aufgaben zur Umsetzung der Flora-Fauna-Habitat (FFH)- und Vogelschutzrichtlinie in den europäischen Meeresgewässern, ebenso wie der seit 2008 geltenden EU-Meeresstrategierahmenrichtlinie (MSRL), nach der bis 2020 der „gute Umweltzustand“ in unseren Meeren erreicht werden soll.

Echte Karettschildkröte. © naturepl.com / Doug Perrine / WWF
© naturepl.com / Doug Perrine / WWF

Zusammen mit Partnern und Beratern legte der WWF von 2008 bis 2010 umfassende „Schattenlisten“ potenzieller mariner Natura 2000-Gebiete bei Anhörungen der EU-Kommission für die Ostsee, Atlantik und Nordsee, Mittelmeer und Schwarzes Meer vor. Im Mittelpunkt stehen dabei Riffe, von Wasser bedeckte Sandbänke, unterseeische Gasaustritte und Höhlen, Meeressäuger und -schildkröten und bestimmte Fischarten. So konnten wir beweisen, dass viele Mitgliedsstaaten ihren Verpflichtungen, etwa 20 bis 60 Prozent des jeweiligen Vorkommens der zu schützenden Arten und Habitate durch Schutzgebiete zu sichern, nicht nachkommen.

Schlechte Noten durch die EU-Kommission erzwingen nun, dass betroffene Staaten ihre Hausaufgaben im Meeresnaturschutz nachholen müssen, um keine Klagen vor dem Europäischen Gerichtshof und Strafzahlungen zu riskieren. Diese Lobbyarbeit des WWF war so erfolgreich, dass nun viele neue Natura-Gebiete auf offener See gemeldet werden, u.a. in Dänemark, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Spanien.

 

Schutz den Schutzgebieten

Kein EU-Land hat sein Natura 2000-Netzwerk im Meer so umfassend eingerichtet wie Deutschland. Mehr als 30 Prozent der deutschen Gewässer in Nord- und Ostsee stehen formal unter Schutz – doch Managementpläne fehlen noch. Unter dem Motto „Schutz den Schutzgebieten“ stellt der WWF in seinen Studien und Stellungnahmen dar, welche Maßnahmen vor allem in der Fischerei nötig sind, damit Riffe und Sandbänke von Schleppnetzen verschont werden und Schweinswale und Seevögel nicht in Stellnetzen ertrinken, und der Sand- und Kiesabbau gestoppt wird. Diese Vorschläge fanden zwar viel Beifall, in der Sache hat sich aber seit deren Herausgabe 2010 nichts bewegt.

Für die Seegebiete in den Hoheitsgewässern von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hat der WWF 2012/13 eine weitere Studienserie erarbeiten lassen, die auch für die Ostsee-Schutzgebiete in diesen Ländern konkrete Schutzmaßnahmen vorschlägt. Die ersten vorsichtigen Schritte des Landes Schleswig-Holstein zu zeitlichen Stellnetzruhezonen hat der WWF begleitet. Diese gehen zwar nicht weit genug, sind aber ein wichtiger erster Schritt.

Der WWF fordert, dass die Bundesregierung für die deutschen Schutzgebiete umgehend einen Antrag an die für die Gemeinsame Fischereipolitik zuständigen Institutionen der EU stellt, damit schädliche Fischereipraktiken dort verboten und umweltschonende Alternativen gefördert werden. Davon könnte auch ein Signal für andere EU Mitgliedsstaaten ausgehen, die Naturschutz und Fischerei auf See in Einklang bringen müssen. 

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