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Stand: 04.01.2016

Sabah: Rückkehr der Regenwald-Bewohner

Mehr als 100 Jahre Holzeinschlag haben einem der artenreichsten Tiefland-Regenwälder der Welt an der Nordspitze der Insel Borneo am Äquator stark zugesetzt. Dort befindet sich der malaysische Bundesstaat Sabah. Neben der Übernutzung sind es ausgeprägte Trockenzeiten, die eine natürliche Verjüngung des Regenwaldes verhinderten. Rund um den mit 4095 Metern höchsten Berg Malaysias, den Kinabalu, leben nicht nur die bedrohten Orang-Utans, sondern auch die seltenen Nebelparder, Malaienbären und Borneo-Zwergelefanten

Orang-Utan in Sabah © iStock / Getty Images
Orang-Utan in Sabah © iStock / Getty Images

Der WWF engagiert sich im Ulu Segama Malua Forstreservat in einem Modellprojekt, um durch gezielte Aufforstung die ökologische Funktion des Tiefland-Regenwaldes wiederherzustellen und den vielen Arten ein Überleben zu sichern. Von den 2000 Hektar, die das Projektgebiet umfasst, sind bis heute bereits 1624 Hektar aufgeforstet worden.

Damit hat der WWF den Beweis erbracht: Aus degradiertem Tiefland-Regenwald kann wieder ökologisch wertvoller Wald und sogar Grundlage für eine nachhaltige Forstwirtschaft werden. Zudem bieten Baumschulen verlässliche Arbeitsplätze für die einheimische Bevölkerung. Auf Bitten des WWF schrieb die staatliche Forstbehörde die Aufforstung offiziell aus, was bislang unüblich war. Damit entstand Transparenz bei der Auftragsvergabe an lokale Unternehmen – auch das ist ein Fortschritt in einem von Korruption gezeichneten Staat. Mit dem gesamten Projekt verschaffte sich der WWF Anerkennung im Land sowie auch weltweit, da es als Modell auf andere Regionen übertragbar ist.

Pflege der Setzlinge entscheidend

Setzlinge © Kahlert / WWF
Setzlinge © Kahlert / WWF

Alles begann 2007 mit einem Forstmanagementplan. Zwei von 115 Abschnitten im Gebiet Ulu Segama Malua wurden zunächst vom WWF selbst bepflanzt. Bald entstand aber eine lokale Baumschule, damit örtliche Firmen Kapazitäten für die naturnahe Aufforstung schaffen. Nur so ist der große Bedarf der Folgejahre zu bewältigen gewesen. 2008 wurden 181 Hektar aufgeforstet. Parallel ließ der WWF eine Studie zur Florenzusammensetzung anfertigen. 2009 kamen 203 Hektar hinzu. Es gab rund fünf Prozent weniger tote Setzlinge. Die frisch angepflanzten kleinen Bäume müssen alle drei Monate kontrolliert und vom wuchernden Pflanzen befreit werden. Erst nach zwei Jahren Pflege kann der Baum sich selbst überlassen werden. Daher erhielten die Firmen die Restzahlung erst nach der positiv verlaufenen Endkontrolle. Der Aufwand für die Pflege war zunächst unterschätzt worden.

Orang-Utans bauen wieder Nester

Gepflanzt werden auch fünf Fruchtbaumarten. Neben Durian, der Lieblingsspeise der Orang-Utans, gehören Mangos und Rambutan dazu. Neun Pionierpflanzenarten, die schnell wachsen, spenden schon nach wenigen Monaten Schatten. Laran etwa wächst in einem halben Jahr auf zwei Meter Höhe. Als dann 2010 weitere 629 Hektar aufgeforstet waren, konnte der WWF bereits einen steigenden Bestand an Orang-Utans feststellen. 2011 kamen weitere 115 Hektar hinzu. Erstmals lieferte in dem Jahr eine der im Projektgebiet aufgestellten, automatisch auslösenden Kameras einen für alle Beteiligten anerkennenden Erfolg: Orang-Utans beim Nestbau oben in den Bäumen.

Das seltene Borneo-Nashorn in der Kamerafalle

Borneo-Nashorn © Stephen Hogg / WWF
Borneo-Nashorn © Stephen Hogg / WWF

Neben dem Orang-Utan kommen auch Nebelparder und Malaienbär zurück. Eine Herde Borneo-Zwergelefanten zog im Frühjahr 2011 durch das Gebiet. Sogar das vom Aussterben bedrohte Borneo-Nashorn war auf einem Kamerafallenbild zu sehen. Es leben schätzungsweise weniger als 30 Individuen dieser Unterart des Sumatra-Nashorns in Sabah.

Derweil wurde weiter aufgeforstet: 337 Hektar im Jahr 2012, weitere 159 Hektar von 2013 bis 2015. Somit sind nun 1624 Hektar von den geplanten 2000 Hektar für immer von der forstlichen Nutzung ausgenommen und fungieren auch ganz offiziell als Wildtierhabitat. Die Regierung von Sabah hat schon 2012 den nördlichen Teil von Ulu Segama als „Class 1 Protection Forest“ klassifiziert. Die intensive Lobbyarbeit des WWF ist also erfolgreich.

Modell für weitere Regionen

Die Erfahrungen aus der Renaturierung mit konkreten Empfehlungen fließen nun auch in andere Projekte ein. Dazu zählt das Sabah Forest Restoration Dokument, das konkrete Umsetzungsempfehlungen gibt. Auch das Wildartenmonitoring, wie es im Projektgebiet entwickelt wurde, ist künftig für alle nicht-staatlichen Forstmanagementpläne Pflicht. Die Forstregierung von Sabah erarbeitet einen Plan, wo weitere Gebiete als Habitat und als Korridor für Tiere aufgeforstet werden sollen. Die Kapazitäten der lokalen Unternehmer zur Wiederaufforstung sind inzwischen jedenfalls groß genug.

Helfen Sie mit, den Orang-Utans und anderen bedrohten Arten ein Zuhause zu geben und dieses zu bewahren. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Tiere und die ganze Region.

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