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Stand: 12.06.2017

Zukunftsperspektive Tideems

Berücksichtigung von Ökosystemleistungen, Partizipation und Akzeptanzförderung für eine integrierte Entwicklung der Region Unterems

Zukunftsperspektive Tideems - ein gemeinsames Projekt von WWF, BUND und NABU

Aufbauend auf den Ergebnissen des Projektes „Perspektive Lebendige Unterems“ und auf Grundlage des „Masterplans Ems 2050“ haben WWF, BUND und NABU im Frühjahr 2017 gemeinsam das Projekt „Zukunftsperspektive Tideems“ ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt des Projektes steht die Verbesserung des ökologischen Gewässerzustands der Tideems, so dass einst charakteristische Arten wie Batavische Flussmuschel, Schwebegarnele, Finte, Stint, Nordseeschnäpel und Stör sowie Fischotter, Säbelschnäbler, Bart- und Beutelmeise und Seeadler, die als Leitarten für ein gesundes Ökosystem gelten, wieder an der Ems heimisch werden.

Die Ems heute – Steinschüttungen, Schlick und monotone Ufer © Jochen Mölder
Die Ems heute – Steinschüttungen, Schlick und monotone Ufer © Jochen Mölder

Partizipativer und interaktiver Prozess

Der im März 2015 von allen relevanten Stakeholdern (Land Niedersachsen, Bund, Landkreis Emsland, Landkreis Leer, Stadt Emden, Meyer Werft, WWF Deutschland, BUND Niedersachsen, NABU Niedersachsen) unterschriebene „Masterplan Ems 2050“ ist hierbei ein richtungsweisendes Instrument, das die Voraussetzung für großflächige Renaturierungsmaßnahmen und eine langfristig nachhaltige Entwicklung an der Ems schafft. Seine erfolgreiche Umsetzung kann aber nur gelingen, wenn die Menschen in der Region die mit den Natur- und Gewässerschutzmaßnahmen einhergehenden Veränderungsprozesse in der Landschaft und den Wandel der Nutzung von Flächen mittragen.

Deshalb sollen Bürgerinnen und Bürger, Verbände, Behörden sowie Vertreter aus der Wirtschaft und der Wissenschaft in einem partizipativen und interaktiven Prozess in das Projekt eingebunden werden. Die Einbindung erfolgt zum einen über die Einrichtung eines projektbegleitenden Beirats, an dem Vertreter aus relevanten Interessengruppen teilnehmen um die Umsetzung des Projektes und die damit einhergehenden Vor- und Nachteile für die verschiedenen Nutzer zu erörtern und nach Lösungen für bestehende Interessenkonflikte zu suchen.

Bedeutung der Ökosystemleistungen

Ems-Altarm bei Vellage: Vielfältige Vegetationsstrukturen mit Röhrichten und Auwaldresten © Walter Rademacher
Ems-Altarm bei Vellage: Vielfältige Vegetationsstrukturen mit Röhrichten und Auwaldresten © Walter Rademacher

Zum anderen sollen das Verständnis und die Akzeptanz in der Bevölkerung für die bevorstehenden Maßnahmen mittels der Sensibilisierung für ästuartypische Ökosystemleistungen gefördert werden. „Ökosystemleistungen“ beschreiben die direkten und indirekten Leistungen von Ökosystemen und Biodiversität, die in vielfältiger Weise die Grundlage für die Existenz unserer Gesellschaft bilden. So können Versorgungsleistungen (womit uns die Natur versorgt, z. B. Wasser, Nahrung), Regulierungsleistungen (wobei uns die Natur hilft, z. B. Klima, Hochwasserschutz), kulturelle Leistungen (wodurch uns die Natur bereichert, z. B. Freizeit, Erholung) und Basisleistungen (Grundlage aller anderen Leistungen, z. B. Photosynthese, Nährstoffkreisläufe) unterschieden werden. Das Konzept der Ökosystemleistungen wurde entwickelt, um die Vielzahl an Leistungen von Ökosystemen und die Bedeutung von Biodiversität systematisch zu erfassen und Bewusstsein für den hohen Wert von Natur in der Gesellschaft und bei Entscheidungsträgern zu schaffen.

Mitgestalten: Schulen, Bürgerwissenschaftler und neue Medien

Die ersten Umsetzungsmaßnahmen aus dem Masterplan Ems 2050 sollen hierfür als Beispiele genutzt werden, um den Zugewinn an Ökosystemleistungen zur Wiederherstellung verloren gegangener Funktionen der Tideems im Naturhaushalt darzustellen, zu vermitteln und erfahrbar zu machen. Durch die Zusammenarbeit mit Schulen werden junge Menschen in die Diskussion um die Sanierung der Ems eingebunden. Durch den Einsatz neuer Medien und Techniken werden innovative Wege im Bereich der Partizipation und Umweltbildung gegangen. So werden z. B. Bürgerwissenschaftler ausgebildet und ausgerüstet um die Wasserqualität direkt vor Ort testen zu können. Vorgesehen ist auch die Installation von Kameras um die Abläufe in der Natur wie bestimmte Umweltgeschehen (z. B. Tidewechsel) und die Biodiversität (z. B. Brutvögel in sonst unzugänglichen Bereichen wie Röhrichten) besser erfassbar und erlebbar machen.

Durch einen engen Austausch und Abstimmung mit den Akteuren und Gremien zur Umsetzung des „Masterplan Ems 2050“ soll dieses Projekt auch einen positiven Beitrag zur Umsetzung des Masterplans Ems 2050 leisten. Das Bewusstsein der Emsregion für die Ökosystemleistungen der Unterems wird gestärkt und die Akzeptanz für eine integrierte Entwicklung gefördert.

Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung

Förderung

Das Projekt wird gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung.

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