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Der Regenwald schwindet

Jedes Jahr verschwinden 13 Millionen Hektar Wald, das ist eine Fläche von der Größe Bayerns, Baden-Württembergs und Hessens zusammen. Über 90 Prozent der Waldvernichtung in Indonesien spielt sich auf den beiden großen Inseln Sumatra und Borneo ab. Jeden Tag verschwinden dort Waldflächen in der Größenordnung von 4600 Fußballfeldern – durch Abholzung, Brände oder die Umwandlung in Palmöl- und Papierplantage (Stand 2007).

Der Regenwald schwindet. © Riau Project / WWF Indonesia
Der Regenwald schwindet. © Riau Project / WWF Indonesia

 

Eine biologische Schatzkammer

Nur wenige Länder der Erde haben eine so große Fülle an kultureller und biologischer Vielfalt zu bieten wie Indonesien. Das Land besteht aus 17.000 Inseln einschließlich Borneo, der drittgrößten Insel der Welt, die sich über eine Länge von mehr als 5.000 Kilometern entlang beider Seiten des Äquators erstrecken. Obwohl das Land lediglich 1,3 Prozent der globalen Landfläche bedeckt, findet man hier fast zehn Prozent allen noch existierenden Regenwaldes weltweit.

 

Der außergewöhnliche Reichtum an Arten aus der Tier- und Pflanzenwelt macht Indonesien zu einem der wichtigsten globalen Zentren für die Artenvielfalt. Diese einzigartige Region beheimatet zehn Prozent aller Blütenpflanzen, zwölf Prozent aller Säugetier- und siebzehn Prozent aller Vogelarten der Welt.

Brennpunkt tropischer Entwaldung

Unglücklicherweise jedoch befindet sich Indonesien schon seit geraumer Zeit im Brennpunkt tropischer Entwaldung. Der jährliche Gesamtwaldverlust liegt aktuell bei etwa 1,3 Millionen Hektar. Allein auf Sumatra und Borneo finden über 90 Prozent der Regenwaldvernichtung Indonesiens statt. Werden keine Schritte zur Eindämmung der Abholzung vorgenommen, werden im Jahr 2020 die Tieflandregenwälder Borneos und Sumatras zerstört sein.

 

Auf den entwaldeten Flächen entstehen Ölpalmenplantagen, Plantagen für die Zellstoff- und Papierindustrie sowie landwirtschaftliche Anbauflächen.

Verlust von Lebensraum

 

Durch den Lebensraumverlust kämpfen Sumatra-Nashorn, Orang-Utan und Elefanten um ihr Überleben. Dem Sumatra-Tiger, der letzten überlebenden Tigerunterart Indonesiens, droht das grausame Schicksal seiner ausgestorbenen Verwandten, des Bali- und Java-Tigers, die durch Jagd und die Zerstörung des Regenwaldes bereits ausgerottet wurden.

© Mast Irham / WWF Indonesia
© Mast Irham / WWF Indonesia

Viele indigene Völker verlieren mit dem Wald nicht nur ihre Heimat, sondern auch ihren Lebensunterhalt, religiösen Stätten und kulturellen Bezugspunkt. Als Wasserspeicher, Speisekammer oder Apotheke erfüllen die indonesischen Regenwälder lebenswichtige Aufgaben für die gesamte Bevölkerung vor Ort. Ihr Beitrag zum Klimaschutz ist auch von internationalem Interesse. Nirgendwo sonst in den Tropen konzentrieren sich Wälder, die derart große Mengen an Kohlenstoff speichern, wie in Indonesien. Darunter die Torfmoorwälder auf Borneo, die in ihren mächtigen Torfschichten bis zu 6.000 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar speichern. Zum Vergleich: Ein naturnaher deutscher Wald bringt es auf maximal 120 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar. Werden diese Wälder gerodet, so wird der Großteil des Kohlenstoffes als Treibhausgas Kohlendioxid freigesetzt und trägt zur Erwärmung der Atmosphäre bei.

Ziele des WWF auf Borneo, in ganz Indonesien und Malaysia

Neben der Einrichtung und Vernetzung von Schutzgebieten kann nur eine kontrolliert nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder ihr Überleben sichern. Durch das FSC-Siegel wird die Bewirtschaftung des Waldes unter strengen ökonomischen, ökologischen und sozialen Kriterien in diesem Sinne garantiert. Auf Sumatra und Borneo ist der WWF mit zahlreichen Projekten zum Schutz der Wälder und ihrer Arten aktiv. Dazu zählen die Heart of Borneo-Initiative, die auf 220.000 Quadratkilometern im Hinterland der Insel ein Mosaik aus geschützten und nachhaltig bewirtschafteten Wäldern schaffen will.

 

Einen der Schwerpunkte seiner Arbeit sieht der WWF in der Verbesserung des Managements bestehender Schutzgebiete. Um illegalen Abholzungen vorzubeugen, werden den Menschen vor Ort alternative Einkommensmöglichkeiten durch beispielsweise ökologische Landwirtschaft und Ökotourismus eröffnet. Zwischen der lokalen Bevölkerung und den staatlichen Behörden nimmt der WWF oftmals eine Vermittlerrolle ein: Wenn Bewirtschaftungszonen und Managementpläne für geschützte Waldgebiete erstellt und umgesetzt werden, hilft der WWF dabei, alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen. Häufig ist gerade die traditionelle Nutzung der indigenen Bevölkerung ein gutes Beispiel für den schonenden Umgang mit der Natur.

 

Der WWF unterstützt aber auch Patrouillen und Razzien, um illegales Goldschürfen, Abholzen und Siedeln in Schutzgebieten aufzudecken. Seit 2008 forstet der WWF 1.000 Hektar Orang-Utan-Lebensraum in Sabah (Malaysia) auf. In Indonesien begann der WWF 2010 mit Geldern der internationalen Klimaschutzinitiative des BMU einen Korridor zwischen zwei Nationalparks aufzuforsten, für die Orang-Utans und zum Schutz unseres Klimas. In 30 Jahre können hier mehr als 130.000 Tonnen Kohlenstoff zusätzlich gespeichert werden.

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