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Touristen investieren in KaZas Artenvielfalt

Der Moment, als die mächtigen Elefanten durch das Camp stapften, war für die Touristen ein ganz besonderer. Ein Augenblick, für den sich die Reise nach KaZa auf jeden Fall gelohnt hatte. Die grauen Riesen stolzierten unmittelbar vor ihren Füßen entlang und bahnten sich ihren Weg hinab zum Flussufer.

Für die etwa 2000 Menschen hingegen, die in dem Wuparo Schutzgebiet leben, war der Moment ein ganz besonderer, als der Bau der Nkasa Lupala Lodge beschlossen wurde. Denn die Vertragsunterschrift am 11. Oktober 2011 war für sie der Startschuss in eine bessere Zukunft.

Solange es Elefanten gibt, können sie auch zum Einkommen der Menschen beitragen. © Michael Poliza / WWF
Solange es Elefanten gibt, können sie auch zum Einkommen der Menschen beitragen. © Michael Poliza / WWF

Das namibische Wuparo Gemeindeschutzgebiet entlang der Grenze zu Botswana wurde im Jahr 1999 gegründet. Tourismus, darin bestand die Hoffnung, könnte helfen, die Lebensbedingungen der Menschen in der Tiefebene zwischen dem Mudumu und dem Mamili Nationalpark verbessern.

 

Einst bedeuteten Elefanten Probleme – heute sichern sie Einkommen

Bislang bedeuteten die Elefanten für die Dorfbewohner im Wuparo Gemeindeschutzgebiet in erster Linie eines: Probleme. Sie zertrampelten den Farmern die Ernte und fraßen den Mais. Könnten die plündernden Giganten aber dazu beitragen, den Kleinbauern ein Einkommen zu verschaffen, dann würde sich auf einmal alles zum Guten drehen.

In der Wuparo Gemeinde gab es schon vor dem Bau der Lodge einen Zeltplatz, direkt dort, wo die Elefanten- und Büffelherden vorbeiziehen. Der Mamili Nationalpark ist das größte, unter Schutz stehende Auengebiet in ganz Namibia. Die Natur bietet dort ein besonders eindrucksvolles Schauspiel, wenn die Flüsse über die Ufer laufen und sich unzählige Vögel und Wildtiere an den Flussarmen, Seen und Sümpfen versammeln.

Die Touristen, die den namibischen Caprivi-Streifen bereisen, sind behutsam mit der sensiblen Öko-Region. Sie hinterlassen nur ein paar Fußabdrücke in der Erde Afrikas, wenn sie die ungezähmte und freie Wildnis auf Fotos bannen.

Der Caprivi-Streifen befindet sich östlich der staatlich geschützten Gebiete. © CONINFO / NACSO
Der Caprivi-Streifen befindet sich östlich der staatlich geschützten Gebiete. © CONINFO / NACSOLupe

Die namibischen Gemeindeschutzgebiete sind wichtige Puzzleteile von KaZa

Es ist eine unvergleichbare Natur, die Namibia seinen Besuchern bietet. Auf Floßfahrten und geführten Wanderungen zeigen die Menschen, die schon immer in KaZa lebten, die unvorstellbare Wildnis ihrer Heimat: Die Elefanten, die honigsaugenden Vögel, die Wälder, die Savannen und die sich endlos windenden Flüsse.


Für Namibia und seine Gemeindeschutzgebiete stellt Wuparo mit seiner Lodge und Zeltplatz ein ganz wichtiges Puzzleteil dar, das für das Gelingen des grenzübergreifenden Naturschutzgebietes im südlichen Afrika erheblich beiträgt. Die mit den Gemeinden abgeschlossenen Joint Ventures zur Errichtung solcher Lodges sind dabei vor allem für die namibischen Schutzgebiete von herausragender Bedeutung.

KaZa: Artenvielfalt sichert Einkommen

KaZa bietet eine unglaubliche Artenvielfalt © Thomas Macholz / WWF
KaZa bietet eine unglaubliche Artenvielfalt © Thomas Macholz / WWF

Der WWF war an den entscheidenden Verhandlungen beteiligt, konnte seine Erfahrungen aus anderen, bereits errichteter namibischer Gemeindeschutzgebiete einbringen. Heute unterstützt er die Managementpläne der "Conservancies". Es gibt Bewirtschaftungspläne, unterteilt in verschiedene Zonen, damit Landwirtschaft und Tourismus voneinander getrennt bleiben. Die Wildnis in ihrer ganzen Schönheit zu erhalten, das ist das Ziel. Nur so kann sie auch noch den kommenden Generationen ein Einkommen verschaffen.

 

Die Bevölkerung und die Touristen sind die Partner von KaZa

Die Bewirtschaftung die Lodge Nkasa Lupala Lodge übernimmt die lokale Bevölkerung selbst. Alle Angestellten wohnen im Nachbardorf Sangwali. Sie sehen sich als Partner von KaZa und erwarten dieses Verständnis auch von den Touristen. Die Kellner, die Köche, sowie die Guides und die Ranger gehören allesamt der Gemeinde an.

Die Lodge bringt der Gemeinde Einnahmen, vergleichbar mit Dividenden. Im Gegenzug muss das Conservancy-Management den Bestand der Tiere und die Erhaltung der Natur sicherstellen. Insgesamt sieben Wildhüter gibt es bislang, die hauptberuflich in der Nkasa Lupala Lodge gegen Wilderei vorgehen. Der WWF hat geholfen das Finanzierungssystem der Schutzgebiete zu gestalten und die Mitarbeiter in betriebswirtschaftlichen Grundlagen geschult. Ein verhandelbarer Prozentsatz der Nettoeinnahmen wird an die "Conservancies" zurückgeführt – ein Mindesteinkommen ist garantiert. In Namibia werden besonders geschäftstüchtige Lodges mit höheren Ausschüttungen belohnt. Ein großer Teil des Einkommens kommt so dem Naturschutz zu Gute.

Mehr als nur eine abenteuerliche Idee

Die Geschäftsmodell der Lodges in den Gemeindeschutzgebieten im namibischen Teil von KaZa steht noch am Anfang. Aber hinter der Idee der steckt mehr als nur der Versuch, etwas Neues auszuprobieren. Es ist vielmehr ein Geben und Nehmen - eine Wechselwirkung, basierend auf gegenseitigem Vertrauen und Abhängigkeit. Ohne die Gemeindeschutzgebiete und des Finanzkapitals des Wildtier-Managements wären die Lodges ein sehr riskantes Unternehmen. In KaZa jedoch glaubt man daran, dass sich aus dieser Kooperation noch eine regelrechte Erfolgsgeschichte entwickeln wird. Vielleicht ist es ja sogar der Beginn einer langen Liebesgeschichte: Die Hochzeitsgäste sind dabei natürlich die Touristen, die ganz exklusiv an den Flitterwochen teilnehmen dürfen. Und nebenbei beobachten sie die Elefanten, die gemütlich an ihnen vorbeistapfen, auf dem Weg zum Fluss hinab.

Text: Steve Felton WWF Namibia

Übersetzung: Seema Mehta

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