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Geparde: Sprint ums Überleben

Sie sind berühmt für die enormen Geschwindigkeiten, die sie innerhalb kürzester Zeit erreichen können. Es gibt auf der Erde kein schnelleres Landsäugetier. Weniger bekannt ist, wie stark Geparde vom Aussterben bedroht sind. Die gefleckten Räuber haben sich im Laufe der Evolution hoch spezialisiert und sind dadurch anfällig geworden. Vor allem aber die Bedrohung und Bejagung durch den Menschen hat dazu geführt, dass Geparde inzwischen die seltensten großen Katzen Afrikas sind.

Gepard mit Jungen © Scott Davis / WWF US
Gepard mit Jungen © Scott Davis / WWF US

Es werden immer weniger

Nur noch etwa 7.000 Geparde leben auf dem afrikanischen Kontinent, nicht einmal ein Drittel so viele wie Löwen. In den letzten Jahren ist der Bestand noch einmal deutlich eingebrochen. Waren die schnellen Sprinter einst in allen afrikanischen Savannen und Wüsten verbreitet, findet man sie heute lediglich an wenigen Orten, vor allem südlich der Sahara. In Asien besteht die einzig überlebende Population aus wahrscheinlich weniger als 50 Asiatischen Geparden im Norden Irans. 

Alles für die Schnelligkeit

Geparde können innerhalb von nur drei Sekunden auf bis zu 95 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Alles an ihnen ist auf den schnellen Sprint ausgelegt: ihr schlanker, drahtiger Körper, ihre langen Beine, die gepolsterten Sohlen und ihre Krallen, die sie im Gegensatz zu allen anderen Katzen nicht einziehen können. Wie Spikes setzen Geparde die Krallen beim Lauf ein. Wären diese beweglich, würde zu viel Energie verloren gehen. Durch die festgewachsenen und abgestumpften Krallen allerdings können Geparde nicht so gut klettern wie andere Katzen.

Gute Jäger, schlechte Kämpfer

Stundenlang liegen Geparde auf der Lauer, um ihre Beute – meist kleinere Antilopen – schließlich im schnellen Sprint zu Fall zu bringen. Fast die Hälfte dieser Jagdversuche gelingt. Damit sind Geparde die erfolgreichsten unter den alleine und nicht in Rudeln jagenden Raubtieren. Weniger erfolgreich sind die leicht gebauten Räuber aber in der Verteidigung ihres Fangs. Im Laufe der Evolution haben sie sich deshalb zur einzigen tagaktiven Katze der Welt entwickelt. So vermeiden sie, zur gleichen Zeit zu jagen wie Löwen, Hyänen und Leoparden. Denn wo sie sind, muss der Gepard nicht nur um seine Beute fürchten, sondern auch um sein eigenes Leben und das seiner Jungen.

Streber-Wissen: Bildhafte Namensgebung

  • Der erste Teil des wissenschaftlichen Namens der Geparde - Acinonyx jubatus - setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern akinitos (stillstehend, unbeweglich) und onyx (Kralle, Nagel). Das lateinische Wort jubatus bedeutet "mit Mähne".
  • Die englische und in weiten Teilen der Welt gebräuchliche Bezeichnung für den Gepard – Cheetah – stammt vom Sanskrit-Wort chitraka für "der Gefleckte".
  • Die dunklen Streifen links und rechts der Nase heißen Tränenstreifen und dienen als Blendschutz.
  • Obwohl sie 80 Zentimeter groß und bis zu zweieinhalb Meter lang werden können, gehören Geparde systematisch zur Unterfamilie der Kleinkatzen.

Kein Platz, kein Fressen, Konflikte mit Farmern

Die Welt der Geparde hat sich verändert. Mit der Landnutzung des Menschen schrumpft ihr Lebensraum immer weiter und auch die Bestände ihrer Hauptnahrungsquelle, der Gazellen, sind eingebrochen. Anders als bei den meisten Tieren sind Schutzgebiete für Geparde nicht unbedingt wirksam: Sie müssen extrem groß sein, denn Geparde brauchen sehr viel Platz. Gleichzeitig häufen sich in geschützten Gebieten die natürlichen Feinde der vergleichsweise schwachen Räuber.

 

Die meisten Geparde leben heute auf dem großflächigen, offenen Farmland, das sich über weite Teile der Savanne Afrikas erstreckt. Manche Farmer, die um ihre Nutztiere fürchten, bejagen die gefleckten Katzen gezielt – in einem Ausmaß, das sie zur mit Abstand größten Gefahr für die verbliebenen Geparde macht.

Letzte Chance: Mensch-Tier-Konflikt lösen

Will man die Geparde vor dem Aussterben bewahren, muss man den Konflikt mit den Farmern lösen, vor allem in Namibia im Südwesten Afrikas, wo sich die weltweit größte Gepardenpopulation befindet. Ein vom WWF unterstütztes Projekt tut genau das, informiert die Viehzüchter, leistet stetig Überzeugungsarbeit und schafft dafür dank hochtechnisierter Forschung wichtige wissenschaftliche Grundlagen.

 

Noch können sich die Gepardenbestände erholen. Denn im Gegensatz zu ihren Artgenossen in Gefangenschaft vermehren sich freilaufende Geparde sehr gut und besitzen ein starkes Immunsystem.

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