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Stand: 20.11.2014

Wildtiere auf Wanderschaft

Große Tiere halten sich nicht an Grenzen. Damit Elefanten, Büffel und Zebras ungestört zwischen Schutzgebieten wandern können, brauchen sie Korridore,  möglichst ohne Zäune. Um dort für diese Tiere gezielt Lebensraum zu erhalten, müssen wir wissen, wo genau die Wanderwege verlaufen. In KAZA, dem weltgrößten grenzübergreifenden Naturschutzgebiet Kavango/Zambesi versieht der WWF daher seit 2010 die Leittiere von Elefanten-, Büffel- und Zebraherden mit Sendern, die jeden Monat deren Position via Satellit übermitteln.

Wir konnten so die längste Wanderung einer Zebraherde dokumentieren: Mehrere Tausend Tiere legten eine Strecke von 200 Kilometern von Namibia nach Botswana zurück. Ein einzelner Elefantenbulle ist sogar fast 200 Kilometer von Botswana durch die Sambesi-Region bis nach Angola marschiert.  

 

Die Ergebnisse bestätigen auch, dass die Tiere über Namibias Sambesi-Region bis nach Angola und Sambia wandern. Sie erschließen sich immer mehr neuen Lebensraum. 2012 waren die mit Sendern ausgestatteten Tiere bereits über eine doppelt so große Fläche verteilt als zwei Jahre zuvor.

Besenderung von Zebras © Robin Naidoo / WWF
Besenderung von Zebras © Robin Naidoo / WWF

Schutz für die Korridore  

Um den Lebensraum in den Korridoren durch die Sambesi-Region nach Angola und Sambia zu schützen, haben sich dort mehrere Gemeindeschutzgebiete zu zwei neuen Schutzgebieten zusammengeschlossen: Chobe Ost und Chobe West. Zusammen mit dem WWF haben die Gemeinden die Lebensräume identifiziert, welche die Elefanten durchwandern. Nun planen sie den bestmöglichen Schutz für die Dickhäuter. Bei gemeinsamen Anti-Wilderei-Aktionen wurden 62 gewilderte Tiere beschlagnahmt und 34 Wilderer festgenommen.    

 

Erfolgsmodell Gemeindeschutzgebiet

Gemeindeschutzgebiete nehmen bereits ein Fünftel Namibias ein. Insgesamt 42 Prozent des Landes stehen unter Naturschutz –das ist Weltrekord. Den Grundstein dafür legte Namibia bereits 1996 mit der Einführung einer bahnbrechenden Gesetzgebung. Sie ermöglichte es den Gemeinden, aus nachhaltiger Ressourcennutzung ein eigenes Einkommen zu erzielen und gleichzeitig die Natur und Wildtiere zu schützen. Für die Einrichtung und Unterstützung von nunmehr 79 Gemeindeschutzgebieten erhielt Namibia die höchste Auszeichnung des WWF, das „Gift to the Earth“– Geschenk an die Erde.  

 

Die Wilderei ist in Namibia seit der Einführung der Gemeindeschutzgebiete zurückgegangen. Heute erreichen die Wildtierbestände einen neuen Höchststand. Das Beispiel macht Schule: Auch in Sambia werden erste Gemeindeschutzgebiet eingeweiht. Simalaha ist 380.000 Hektar groß und soll den Elefanten aus dem überfüllten Chobe-Nationalpark in Botswana Zugang zum Kafue-Nationalpark in Sambia ermöglichen. Um den Tourismus und den Artenbestand auszubauen, wurden im Oktober 2013 weitere Arten nach Simalaha gebracht. In den nächsten Jahren sollen 300 Impala-Antilopen, 200 Litschi-Wasserböcke, 20 Kudu-Antilopen, 100 Puku-Antilopen, 50 Wasserböcke, 20 Eland-Antilopen und zehn Giraffen umgesiedelt werden.

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