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Stand: 08.09.2017

WWF zum OECD-Mediationsprozess

Im Dezember 2016 begann bei der Schweizer Kontaktstelle der OECD ein Mediationsverfahren zur Situation der Baka in Kamerun zwischen Survival International (SI) und dem WWF. Das Schlichtungsverfahren wurde von SI angestrengt und im September 2017 von der Organisation einseitig aufgekündigt.

Der WWF setzt sich mit aller Kraft dafür ein, dass die kamerunische Regierung die Rechte der Baka vollumfänglich respektiert. Der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen hat unser Engagement in dieser Hinsicht als vorbildlich eingestuft. Richtig ist: Der WWF kann auf die Regierung einwirken, ihr Handeln kann er jedoch weder vorgeben noch steuern. Daher ist die Forderung von SI, der WWF solle die Einhaltung dieser Rechte von Seiten der kamerunischen Regierung garantieren, unseriös. Ebenso unseriös ist es, diese Tatsache als Grund für einen Rückzug vom Schlichtungsverfahren anzuführen. Wir erwarten nun den Abschlussbericht der OECD-Kontaktstelle.

In einer ersten Stellungnahme bedauert die OECD-Kontaktstelle, dass SI die Vertraulichkeitsregeln des OECD-Mediationsverfahrens verletzt hat und erinnert, dass gegenseitiges Vertrauen ein wesentlicher Aspekt für eine erfolgreiche Mediation sei. Die OECD-Kontaktstelle stimmt nicht mit der Beschreibung des Mediationsprozesses durch SI überein und weist den Vorwurf der Parteilichkeit zurück.


Zitat OECD-Kontaktstelle: „On 5 September 2017, Survival International published a statement about the ongoing NCP procedure and informed about its withdrawal from this process. The Swiss NCP regrets this breach of confidentiality rules and reminds that mutual trust is a very important aspect of successful mediation. The Swiss NCP does not agree with the description of the mediation process and the alleged lack of impartiality of the Swiss NCP. As Survival International is solely responsible for the content of its public statement, the Swiss NCP will not further comment on its accuracy.“

Naturschutz funktioniert nur mit den Menschen vor Ort – und die Menschen vor Ort profitieren von gutem Naturschutz. Der WWF weiß um diesen wichtigen Zusammenhang und arbeitet in Kamerun deshalb mit den Baka und der Lokalbevölkerung zusammen daran, die Natur vor Ort zu bewahren – und damit auch die Lebensgrundlage der Einheimischen.

Einsatz des WWF für Baka

Der WWF hat sich stets für die Rechte und die Anerkennung der indigenen Bevölkerung in Kamerun stark gemacht. So werden in allen Schutzgebieten, in denen der WWF aktiv ist, Sondernutzungszonen für indigene und lokale Gemeinschaften eingerichtet. Auf Initiative des WWF wurde auch der erste von den Baka selbst verwaltete „Community Forest“ in Kamerun eingerichtet. Alle Aktivitäten des WWF in den Projektgebieten werden auf die Rechte und Belange der Indigenen abgestimmt. Zudem organisiert der WWF Menschenrechtstrainings für die staatlichen EcoGuards, die in den Schutzgebieten patrouillieren. Unter diesen EcoGuards befinden sich auch Baka.

In der heiklen politischen Situation in Kamerun ist der WWF derzeit eine der wenigen Organisationen überhaupt, die intensiv in den entlegenen Regionen, in denen die Baka leben, mit und für sie arbeiten.

Angesichts der gesellschaftlichen Diskriminierung und Marginalisierung, die die Baka nach wie vor erleiden, ist dem WWF selbstverständlich bewusst, dass noch viel mehr getan werden muss, um ihre Situation zu verbessern. Wir nehmen alle Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen sehr ernst und arbeiten intensiv daran, ihnen nachzugehen. Dafür kooperieren wir mit den entsprechenden Behörden und der nationalen Menschenrechtskommission.

Der WWF war und ist immer offen für einen Dialog, um die Lage der Baka zu verbessern. Leider ist Survival International nicht dazu bereit, gemeinsam Hinweisen auf Menschenrechtsverletzungen in Kamerun nachzugehen. 

Die einseitige Aufkündigung des Mediationsverfahrens durch SI zeigt erneut, dass die Organisation nicht an Lösungen interessiert ist. Im Gegensatz zu SI, die weder Mitarbeiter noch Büros vor Ort unterhält, arbeitet der WWF seit langer Zeit eng und vertrauensvoll mit den Baka zusammen, um ihre Situation zu verbessern. Das werden wir weiter tun.

Hintergrund:

Die Organisation Survival International hatte bei der OECD über deren „National Contact Point“ in der Schweiz eine Beschwerde („Complaint“) eingebracht. In diesem werden die staatlichen EcoGuards (Ranger) mehrerer Schutzgebiete in Kamerun beschuldigt, die Rechte der indigenen Baka in den vergangenen Jahren wiederholt missachtet zu haben. Survival International macht den WWF dafür mitverantwortlich, da er diese Schutzgebiete und deren Management unterstützt und mitfinanziert.

   
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