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Stand: 21.12.2016

WWF zum OECD-Mediationsprozess

Der WWF begrüßt die Entscheidung der Schweizerischen Kontaktstelle der OECD, einen Mediationsprozess zur Situation der Baka in Kamerun mit Survival International aufzunehmen. Der WWF wird gerne an diesem freiwilligen Prozess teilnehmen, auch wenn wir als Non-Profit-Organisation mit langer Tradition nicht mit der Einschätzung der Kontaktstelle übereinstimmen, die dem WWF ein kommerzielles Interesse unterstellt.

Naturschutz funktioniert nur mit den Menschen vor Ort – und die Menschen vor Ort profitieren von gutem Naturschutz. Der WWF weiß um diesen wichtigen Zusammenhang und arbeitet in Kamerun deshalb mit den Baka und der Lokalbevölkerung zusammen daran, die Natur vor Ort zu bewahren – und damit auch die Lebensgrundlage der Einheimischen.

Der WWF hat sich stets für die Rechte und die Anerkennung der indigenen Bevölkerung in Kamerun stark gemacht. So werden in allen Schutzgebieten, in denen der WWF aktiv ist, Sondernutzungszonen für indigene und lokale Gemeinschaften eingerichtet. Auf Initiative des WWF wurde auch der erste von den Baka selbst verwaltete „Community Forest“ in Kamerun eingerichtet. Alle Aktivitäten des WWF in den Projektgebieten werden auf die Rechte und Belange der Indigenen abgestimmt. Zudem organisiert der WWF Menschenrechtstrainings für die staatlichen EcoGuards, die in den Schutzgebieten patrouillieren. Unter diesen EcoGuards befinden sich auch einige Baka. 

In der heiklen politischen Situation in Kamerun ist der WWF derzeit eine der wenigen Organisationen überhaupt, die intensiv in den entlegenen Regionen, in denen die Baka leben, mit und für sie arbeiten. 

Angesichts der gesellschaftlichen Diskriminierung und Marginalisierung, die die Baka nach wie vor erleiden, ist dem WWF selbstverständlich bewusst, dass noch viel mehr getan werden muss, um ihre Situation zu verbessern. Wir nehmen alle Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen sehr ernst und arbeiten intensiv daran, ihnen nachzugehen. Dafür kooperieren wir mit den entsprechenden Behörden und der nationalen Menschenrechtskommission.

Der WWF war und ist immer offen für einen Dialog, um die Lage der Baka zu verbessern. Leider war Survival International bislang nicht dazu bereit, gemeinsam Hinweisen auf Menschenrechtsverletzungen in Kamerun nachzugehen. 

Um die Rechte der Baka zu schützen und zu stärken, ist es unabdingbar, die indigenen Gemeinschaften und die Regierung von Kamerun in den Dialog miteinzubeziehen. Eine Diskussion über die Baka kann nicht ohne die Baka stattfinden – und sollte deshalb auch in Kamerun selbst geschehen. 

Hintergrund:

Die Organisation Survival International hatte bei der OECD über deren „National Contact Point“ in der Schweiz eine Beschwerde („Complaint“) eingebracht. In diesem werden die staatlichen EcoGuards (Ranger) mehrerer Schutzgebiete in Kamerun beschuldigt, die Rechte der indigenen Baka in den vergangenen Jahren wiederholt missachtet zu haben. Survival International macht den WWF dafür mitverantwortlich, da er diese Schutzgebiete und deren Management unterstützt und mitfinanziert.

Begriffsklärung:

Die früher „Pygmäen“ genannten Indigenen nennen sich in Kamerun Baka, in der Zentralafrikanischen Republik BaAka oder Bayaka.

   
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