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Stand: 28.07.2014

Geisternetze aus der Ostsee bergen

Sie liegen irgendwo in der Tiefe, keiner weiß, wo genau. Sie sind eine tödliche Gefahr für Fische, Wale, Seevögel: Geisternetze. Herrenlos und ohne jede Kontrolle schädigen sie die Meeresumwelt immer mehr. Wir wollen sie vor der deutschen Ostseeküste bergen.

Fast ein Zehntel des weltweiten Meeresmülls besteht aus Geisternetzen. Laut Schätzungen der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) sind es über 640.000 Tonnen. Allein in die Ostsee gelangen jährlich bis zu 10.000 herrenlose Netzteile, losgerissen von der Küstenfischerei oder im Sturm von Fischerbooten verloren. Auch nach Jahrzehnten stellen sie noch immer eine Gefahr für die Meeresumwelt dar. „Sie werden zur lautlosen Falle für Meeressäuger, Seevögel und Fische“, sagt Jochen Lamp, Leiter des WWF-Ostseebüros.

Erfolgreiches Pilotprojekt

In einem Pilotprojekt in den Jahren 2011 und 2012 hat der WWF bereits 27 Tonnen Netze aus der polnischen und litauischen Ostsee geborgen – insgesamt Geisternetze in einer Länge von 135 Kilometern. Zum Einsatz kamen Taucher an Wracks sowie eine so genannte Netzegge, mit der der Meeresgrund „abgeharkt“ wird.

Nach diesem ermutigenden Beginn startete der WWF Deutschland mit seinen Partnern Archaeomare und dem Deutschen Meeresmuseum 2013 eine erste Expedition zu den deutschen Geisternetzen. 15 Taucher sondierten und dokumentierten 28 Schiffswracks vor der Insel Rügen – an Wracks und anderen Meereshindernissen verfangen sich die Geisternetze vermehrt. „Wir verschaffen uns einen Überblick über Standorte, Mengen und Beschaffenheit des zu bergenden Materials. Die Taucher schauen auch, wo für den Naturschutz sensible Geisternetze zu finden sind und dokumentieren die Wracks für eine Beurteilung im Hinblick auf den Denkmalschutz“, erläutert Jochen Lamp.

Die Bergung vor Rügen beginnt

Damit machen wir nun weiter. Im Spätsommer 2014 wollen wir mit der Bergung von mehreren Tonnen Geisternetzen vor der deutschen Ostseeküste beginnen. Zusammen mit speziell geschulten Fischkutterbesatzungen wird der WWF die an Wracks und am Meeresboden verfangenen Netze einsammeln und entsorgen.

Helfen Sie uns!

Meeresbiologen und Umweltschützer fordern, dass Netze mit Signalgebern ausgestattet werden, damit sie nach dem Verlust geortet und eingesammelt werden können. Solange dies nicht der Fall ist, bleibt die Bergung der Netze enorm aufwändig. Helfen Sie uns, diese wichtige Arbeit für die Meeresumwelt zu leisten!

Sie möchten uns bei der Bergung von Geisternetzen aus der Ostsee unterstützen? Spenden Sie jetzt!

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