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Ostsee - Mehr Schutz für das jüngste Meer der Welt

Erst vor knapp 12.000 Jahren entstanden, hat die Ostsee seither bereits mehr dramatische Veränderungen erfahren als viele andere Ozeane. Die heftigste jedoch steht ihr vermutlich erst bevor – ausgelöst durch den Wandel unseres Klimas. Der WWF arbeitet seit 1991 daran, die aktuellen ökologischen Belastungen schnellstens zu verringern.

Die Ostsee galt lange Zeit als eines der am meisten verschmutzten Meere der Welt. Die Gründe dafür liegen zum einen in der intensiven Nutzung des Meeres und seiner Einzugsbereiche, in denen etwa 90 Millionen Menschen leben. Nicht nur Abwässer sondern auch Industrieabfälle, Düngestoffe und selbst Munitionsaltlasten wurden im Meer „entsorgt“.

 

Ein wichtiger Grund für die hohe Dauerbelastung sind allerdings eher natürlich bedingt: Die Ostsee ist ein Binnenmeer, das nur etwa alle zehn Jahre mit neuem sauerstoffreichem Nordseewasser über sehr enge Wasserstraßen zwischen Dänemark und Schweden versorgt wird. So bleiben Nährstoffe und Gifte etwa 30 Jahre lang im Ostseewasser – so lange dauert es, bis sich der gesamte Wasserkörper einmal erneuert.

 

Durch die immensen Zuflüsse aus dem Binnenland liegt der Salzgehalt der Ostsee bei nur 2 bis 25 Promille (in der Nordsee bei 34). Das macht die Ostsee zu einem Lebensraum, in dem nur sehr angepasste Arten existieren können. Entsprechend gibt es im noch salzigeren Kattegat um die 1500 Meeresarten, bei Finnland im deutlich süßeren Wasser nur noch 52 Meeresarten.

 

Dennoch ist die Ostsee ein Meer voller Vielfalt: Mit tausenden von Felseninseln im Norden und weiten Sandküsten oder Kreidefelsen an der Südküste. Drei Robbenarten sind hier beheimatet, Seevögel treten in großen Zahlen auf. Und auch die Seeadler haben sich in ihren Beständen gut erholt.

Algenblüte an der finnischen Ostseeküste. © Jarmo Syvänen / WWF
Algenblüte an der finnischen Ostseeküste. © Jarmo Syvänen / WWF

Überfischung und Überdüngung

Das Hauptproblem der Ostsee ist die starke Überdüngung durch Landwirtschaft und Abwässer, die immer wieder zu starken Algenblüten und Absterben weiter Bereiche des Meeresbodens führt. Die Ostsee gilt als überfischt – lange nicht nur legal, sondern auch durch illegale Fischerei. Mit 15 Prozent der Weltschifffahrt ist die Ostsee eine der meist befahrenen Wasserstraßen der Welt. Besonders der Tankerverkehr zwischen Russland und den Weltmeeren hat sich in den letzten Jahren verdoppelt und steigt weiter an.

 

Gleichzeitig ist die Ostsee aufgrund von Meeresengen und Eisgang im Winter ein anspruchsvoll zu befahrendes Seegebiet. Die Ostsee hat zwar mit der Helsinki-Konvention die älteste Umweltkonvention der Welt und bereits das Ziel erreicht, zehn Prozent der Meeresfläche unter Schutz zu stellen. Dennoch sind große Anstrengungen nötig, um hier das Netzwerk von Schutzgebieten weiter zu knüpfen und ein Naturschutzmanagement einzuführen, das auch wirklich Eingriffe wie falsche Fischereipraktiken abwehrt und den Tieren und Pflanzen zugutekommt.

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