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Stand: 04.05.2015

Schutz von Blauwalen in Chile

Wale und Delfine gehören zu den charismatischsten Bewohnern unserer Meere. Kaum jemand kann sich der Faszination dieser eindrucksvollen Tiere entziehen. Jedes Jahr wiederholt sich im Golf von Corcovado vor der Küste im Süden Chiles ein faszinierendes Schauspiel: Hunderte Blauwale kommen hier zur Jungenaufzucht zusammen. Zudem fressen sich die gigantischen Meeressäuger am reichlich vorhandenen Krill satt.

Im Jahr 2003 entdeckten Forscher im Golf von Corcovado, nahe der südchilenischen Insel Chiloé, eine bis dahin unbekannte Population der stark gefährdeten Blauwale. Das nahm die Nichtregierungsorganisation „Centro Ballena Azul“ (CBA, Blauwal-Zentrum) zum Anlass, einen Vorschlag für ein Küsten- und Meeresschutzgebiet zu erarbeiten – insbesondere zum Schutz dieser Blauwalpopulation. Diese Initiative wird seit dem Jahr 2005 vom WWF unterstützt. Die chilenische Regierung hat mittlerweile die Bedeutung dieser Meeresregion für die marine Artenvielfalt und für den Schutz der Blauwale anerkannt.

2014 wurden nach jahrelanger Überzeugungsarbeit durch den WWF die ersten beiden Meeresschutzgebiete im Projektgebiet ausgewiesen. Jetzt kommt es darauf an, konkrete Schutzmaßnahmen für die Gebiete festzulegen: Welche menschlichen Aktivitäten sollen dort erlaubt sein, welche nicht? Zu diesem Zweck wurde in Chile nun ein Gremium eingerichtet, in dem der WWF vertreten ist und sich dafür einsetzt, dass die Gebiete tatsächlich effektiv gegen schädigende Eingriffe geschützt werden. Gemeinsam mit den lokalen Partnerorganisationen arbeitet der WWF weiterhin auf dieses Ziel hin.

Blauwal © naturpl.com Mark Brownlow / WWF
Blauwal © naturpl.com Mark Brownlow / WWF

Trotz der Faszination rund um die größten Lebewesen der Erde, gibt es weiterhin noch große Wissenslücken zum Verhalten der Blauwale, insbesondere hinsichtlich ihrer bevorzugten Nahrungs- und Aufzuchtgebiete sowie ihrer Wanderrouten.

Neben den bereits grundsätzlich bekannten Blauwal-Wanderungen zwischen den Hauptnahrungsgebieten auf der Südhalbkugel sowie den Aufzucht- und Überwinterungsgebieten in nördlicheren Breiten, gibt es auch Studien, die darauf hindeuten, dass die Blauwale ihre Wanderungen gezielt nach dem vielversprechendsten Nahrungsangebot aussuchen und ihre Wanderrouten entsprechend anpassen.

Ein Pilotprojekt zur Besenderung einzelner Blauwale und Beobachtung ihrer Bewegung mithilfe von Satelliten ergab im Jahr 2004 erste sowie unerwartete Einblicke in das Wanderverhalten von fünf Blauwalen auf der Südhalbkugel. Sie blieben beispielsweise deutlich länger in ihren Futtergründen als vermutet und hielten sich entgegen bisheriger Annahmen näher an den Küstenregionen auf als im offenen Ozean.

Dennoch bleiben noch viele Fragen ungeklärt, die mit einer erneuten Besenderung in 2013, diesmal von sechs Tieren, beantwortet werden sollen.

Ziel ist es, die gewonnenen Erkenntnisse über die Aufenthaltsgebiete sowie die Wanderungen der Blauwale in die Erarbeitung von effektiven Schutzmaßnahmen einfließen zu lassen. Es geht darum, die Blauwale und deren Lebensraum vor der chilenischen Küste vor schädigenden Eingriffen durch Schiffsverkehr, Fischerei, Tourismus u. a. zu bewahren. Der WWF arbeitet intensiv daran, dieses für die Blauwale essentiell wichtige Meeresgebiet im Golf von Corcovado unter umfassenden Schutz zu stellen.

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