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WWF-Initiative: Mit Suchhunden gegen die Arten-Mafia

Seltene Tiere erschnüffeln: Im Kampf gegen Tier-Schmuggler setzt der WWF auf Artenschutz-Spürhunde – mit wachsendem Erfolg

Er findet alles! © Andreas Eistert / WWF
Er findet alles! © Andreas Eistert / WWF
Schmuggler machen vor nichts Halt. © Adam Oswell / WWF
Schmuggler machen vor nichts Halt. © Adam Oswell / WWF

Zollfahndern ist kurz vor Weihnachten ein besonderer Coup geglückt. Sie konnten insgesamt 570 lebende Reptilien und Amphibien sicherstellen. Fundort: ein Hotel in Köln. Die Tiere wurden von Hongkong aus in die Domstadt geschmuggelt.  Irritierte Hotelangestellte verständigten die Polizei, als sie  im Hausflur auf Schlangen trafen. Die Beamten entdeckten in den Koffern zweier Japaner und eines Chinesen weitere Schlangen,  Geckos, Schildkröten und Frösche - unter  ihnen auch besonders seltene Arten. Offenbar sollten sie auf einer Messe weiterverkauft werden.

 

Eine Meldung, die Birgit Braun vom WWF nicht überrascht: „Das Hauptzollamt des Frankfurter Flughafens stellte 2007 mehr als 100.000 Pflanzen und  mehr als 5.500 lebende Tiere sicher. Sie alle waren qualvoll in enge Behältnisse gequetscht, um irgendwo in einen Privatzoo gesteckt oder auf Reptilienmessen verscherbelt zu werden.“

 

Seit 2007 patrouillieren die ersten Hunde an deutschen Flughäfen

Seit dem Jahr 2007 erhält der deutsche Zoll tatkräftige Unterstützung von pelzigen „Sonderbeamten“– den Artenschutz-Spürhunden. Eingeführt wurden sie vom deutschen Zoll auf Initiative des WWF. Die speziell ausgebildeten Hunde passieren die Fluggäste und überprüfen in Sekundenschnelle ihre Gepäckstücke. Die erschnüffelte Bilanz: mehrere Kilogramm Kaviar, Nashorn-Horn, Elfenbein oder Teile von hoch bedrohten Meeresschildkröten. Braun begleitete das Projekt von Anfang an und organisiert die grenzübergreifende Zusammenarbeit mit beispielsweise Österreich und Großbritannien.

 

Derzeit arbeitet der WWF an einer Ausweitung des Erfolgsprojekts auf andere EU-Staaten. Unterstützt wird die Umweltorganisation dabei von der Generaldirektion „Inneres“ der Europäischen Union. Ziel ist es, an den größten europäischen Flug- und Seehäfen sowie in den bedeutenden Postverteilerzentren künftig Artenschutz-Spürhunde einzusetzen.

 

An sechs deutschen Flughäfen patrouillieren inzwischen die tierischen Spezialisten – zwei in Frankfurt und je einer in Düsseldorf, Nürnberg, Hamburg, Bremen und Rostock. Bislang noch zu wenige, wie der jüngste Fall in Köln zeigte. Der Einsatz von  Artenschutz-Spürhunden soll Verstöße gegen das Artenschutzgesetz offenlegen - zugleich aber auch potenzielle Schmuggler abschrecken.

 

Die sensiblen Nasen von Hunden eignen sich bestens dafür, geschmuggelte  Drogen, Sprengstoff oder Waffen aufzuspüren. „Werden sie entsprechend trainiert, können sie auch Tiere und Pflanzen oder Produkte aus ihnen erschnüffeln“, sagt Birgit Braun.

 

Arten-Schwarzmarkt etwa 20 Milliarden Dollar schwer

Birgit Braun ist Artenschützerin und  gleichzeitig auch Mitarbeiterin des international organisierten TRAFFIC-Netzwerks, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm des WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN.  Der kriminelle Schmuggel seltener Tiere und Pflanzen ist durchaus lukrativ. Die Größe des weltweiten Arten-Schwarzmarktes wird von Interpol auf etwa 20 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt.

 

Wer ist der typische Schmuggler?

Auf der einen Seite stehen die professionellen und organisierten Händlerringe, sagt Braun.  Der WWF spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Arten-Mafia. Auf der anderen Seite gibt es auch ahnungslose Touristen und Hobbysammler, die „nur“ ein paar Andenken aus dem Urlaub mit nach Hause bringen – Korallen, Muscheln, Kunst aus Elfenbein oder Ebenholz. Was verboten ist und was nicht, kennzeichnet unter anderem das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES).

 

Artenschutzkoffer zeigt beschlagnahmte Mitbringsel

Der WWF-Artenschutzkoffer. © Rosa Merk / WWF
Der WWF-Artenschutzkoffer. © Rosa Merk / WWF

Um bereits Kinder frühzeitig für die Problematik des Arten-Schwarzmarktes zu sensibilisieren, hat der WWF zudem einen Artenschutzkoffer entwickelt. Darin befinden sich echte Fundstücke, die vom Zoll beschlagnahmt wurden: Schlangenleder-Pumps, Handtaschen aus Krokodilhaut, Felle, Muscheln und vieles mehr. Der Koffer wird auf Anfrage bundesweit allen Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zur Verfügung gestellt.

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