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FSC – was ist das?

FSC® steht für „Forest Stewardship Council®“ und ist ein internationales Zertifizierungssystem für Waldwirtschaft. Zehn weltweit gültige Prinzipien garantieren, dass Holz- und Papierprodukte mit dem FSC-Siegel aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammen. Diese Prinzipien sind in einem internationalen Standard festgelegt. Der FSC-Standard schreibt vor, dass die ökologischen Funktionen eines Waldes erhalten bleiben müssen, er schützt vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten und sichert die Rechte der Ureinwohner und der Arbeitnehmer. Die Vorstellung, ein FSC-zertifizierter Wald sei völlig unberührte Natur, trifft jedoch nicht zu. Es ist Wald, der bewirtschaftet wird, dies aber unter strengen Prinzipien und Kriterien, die den Wald als Ökosystem langfristig erhalten können.

FSC. © Rizal Bukhari / WWF Indonesia

Der FSC wurde 1993 in Folge des Umweltgipfels von Rio ins Leben gerufen. Er ist eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation, die sich für eine Nutzung der Wälder unserer Erde einsetzt, die gleichzeitig umweltgerecht, sozialverträglich und ökonomisch tragfähig ist. Der FSC führt alle zusammen, die ein Interesse daran haben, die Wälder langfristig zu erhalten: Unternehmer aus der Holz- und Forstwirtschaft genauso wie Umweltverbände, Gewerkschaften, Vertreter der Zivilgesellschaft und indigene Völker. Alle beteiligten Interessensgruppen werden gleichberechtigt anerkannt. Dieses Konzept spiegelt sich in der Kammernstruktur der Organisation wieder: Keine der drei Kammern kann überstimmt werden. Und: FSC ist transparent. Zertifizierte Betriebe werden in der Regel jährlich vor Ort von unabhängigen Gutachtern kontrolliert und die Ergebnisse öffentlich gemacht.

Seit 1997 gibt es den FSC als gemeinnützigen Verein auch in Deutschland. Die FSC Arbeitsgruppe Deutschland e.V. unterstützt als nationale Initiative den FSC International Center mit Sitz in Bonn und ist verantwortlich für den Deutschen FSC-Standard, der auf den gleichen zehn Prinzipien basiert, die auch international gelten. Das Ziel eines deutschen FSC-Waldes ist eine natürliche Waldgesellschaft: Baumarten, Pflanzen, Tiere und Pilze – alles was ohne menschlichen Einfluss im Wald vorkommt, bildet dieses System. In einem deutschen FSC-Wald soll sich der Wald vor allem selbst verjüngen, absterbende und morsche Stämme sollen nicht gefällt werden, Äste und Kronen der geschlagenen Bäume müssen im Wald verbleiben. Sie bieten vielen Pflanzen- und Tierarten ein selten gewordenes Zuhause.

Der WWF unterstützt die Arbeit des FSC und rät Verbrauchern dazu, beim Einkauf von Papier- und Holzprodukten auf das FSC-Siegel zu achten, dem anspruchsvollsten, das man international finden kann. Zwar wird dem FSC-Siegel von Kritikern vorgehalten, nicht perfekt zu sein. Und das ist es leider auch (noch) nicht. Aber es ist auf einem guten Weg, denn FSC schafft Transparenz, indem es mit verschiedenen Mechanismen auf Missstände reagieren kann - bis hin zum Entzug des FSC-Zertifikats.

Mit konkreten Forderungen setzt sich der WWF dafür ein, den FSC besser zu machen und weiterzuentwickeln. Der WWF ist davon überzeugt, dass FSC einen bedeutenden Beitrag zum Walderhalt und zu einer besseren Waldbewirtschaftung leisten kann. Nur eine verantwortungsvolle Waldwirtschaft wird eine komplette Zerstörung des Waldes verhindern können. Sie schafft dauerhaft ausreichend Einkommen, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen und verhindert so beispielsweise die Umwandlung des Waldes in Ölpalmplantagen, Sojafelder oder andere lukrative Nutzflächen. "Erhalten durch verantwortungsvolles Nutzen" – dieses Motto sichert den dauerhaften Fortbestand des Waldes, seine Funktionsfähigkeit und seine Biodiversität.

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