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Aus Wäldern wird Papier

Fast jeder zweite industriell gefällte Baum weltweit wird zu Papier verarbeitet - Zeitungen, Zeitschriften, Geschenkpapier, Verpackungen, Küchentücher oder Toilettenpapier. Damit ist die Papierindustrie eine Schlüsselindustrie, wenn es um die Zukunft unserer Wälder geht.

© Photodisc
Das waren mal sehr viele Bäume. © Photodisc

Das Holz für die Papierprodukte stammt aus den Wäldern der ganzen Welt. Das Traurige dabei ist, dass man beim Kauf eines Papierprodukts nicht automatisch sicher sein kann, dass illegaler Holzeinschlag und Raubbau ausgeschlossen sind. Nach einer Recherche des WWF gelangten allein 2006 Papier in der Größenordnung von 2,6 Millionen Kubikmetern und zusätzliche 1,3 Millionen Kubikmeter Zellstoff aus potenziell illegalen Quellen in die EU.

Insgesamt werden die Auswirkungen der Papierindustrie auf die Wälder noch dadurch verstärkt, dass der weltweite Bedarf an Papier stetig wächst. Wurden im Jahr 1970 rund um den Globus noch etwa 130 Millionen Tonnen Papier produziert, so waren es in 2005 367 Millionen Tonnen und 2006 bereits 381 Millionen Tonnen. Bis zum Jahr 2015 wird ein weiterer Anstieg auf über 440 Millionen Tonnen erwartet! Vor allem die Industriestaaten konsumieren viel Papier.

Erfreulicherweise stehen den Papierkonsumenten bereits jetzt Alternativen zur Verfügung, durch welche die negativen Auswirkungen auf die Umwelt gemindert werden können. Neben Recyclingpapieren können auch zertifizierte Frischfaserpapiere eingesetzt werden. So ist das FSC-Logo beispielsweise in vielen Taschenbüchern zu finden. Durch das Zertifikat wird sicher gestellt, dass das Produkt aus Wäldern stammt, die nach anspruchsvollen ökologischen und sozialen Standards bewirtschaftet wurden.

Aber Vorsicht! Es gibt in der Zwischenzeit eine Vielzahl an Labeln unterschiedlicher Qualität. Ist der Verbraucher also hilflos der Labelschwemme ausgeliefert? Der WWF schafft Durchblick – hier finden Sie unsere Verbrauchertipps.

Fakten Deutschland:

  • Nach den USA, China und Japan ist Deutschland der viertgrößte Papierproduzent der Welt (etwa 26,3 Millionen Tonnen in 2006).
  • Nach den USA ist Deutschland der zweitgrößte Papierimporteur der Welt (etwa 11,6 Millionen Tonnen in 2006)
  • Nach den USA ist Deutschland der zweitgrößte Zellstoffimporteur der Welt (etwa. 4 Millionen Tonnen in 2006).
  • Deutschland verbraucht so viel Papier wie die Kontinente Afrika und Südamerika zusammen.
  • Der Pro-Kopf-Verbrauch von Papier in Deutschland steigt kontinuierlich und wird mit 253 Kilogramm (2006) nur von wenigen Länder der Erde übertroffen.
  • Kaum ein Land sammelt mehr Altpapier als Deutschland.
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