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Wälder sind Kohlenstoffspeicher und Klimaanlagen

Die Wälder dieser Welt und das globale Klima sind eng miteinander verknüpft. Die Wälder stellen gigantische Kohlenstoffspeicher dar, von den Tropenwäldern bis hin zu den großen Nadelwaldregionen in Russland und Kanada – und auch unser deutscher Wald trägt seinen Teil dazu bei.

© Roberto Maldonado / WWF

Tropenwälder wirken sich darüber hinaus auch noch kühlend auf das Weltklima aus. Steigen die Temperaturen weltweit an, so kann das zu einem Vertrocknen und Absterben der Tropenwälder führen. Sterben die Wälder, so wird der in ihnen gespeicherte Kohlenstoff freigesetzt, ihre wichtige Klima regulierende und kühlende Funktion geht verloren, und die Welt erhitzt sich weiter - ein Teufelskreis.

Die Klimafunktion der Wälder

Wälder erfüllen zwei wichtige Klimafunktionen: Erstens sind sie ein gigantischer Kohlenstoffspeicher. Wälder bedecken 30 Prozent der Landoberfläche, sie speichern aber etwa die Hälfte des auf der Erde gebundenen Kohlenstoffs in ihrer Vegetation – 20 bis 50mal mehr als andere Ökosysteme. Zusammen mit den weiteren Kohlenstoffmengen, die in den Waldböden gespeichert sind, übersteigt dies sogar die Menge an Kohlenstoff in der Atmosphäre. Tropische Regenwälder sind dabei von besonderer Bedeutung. Sie speichern aufgrund des hohen Biomasse-Vorrats 50 Prozent mehr Kohlenstoff als Wälder außerhalb der Tropen. Werden diese Wälder gerodet, so wird der Großteil des Kohlenstoffes als Kohlendioxid (CO2) freigesetzt. Dies ist insbesondere bei der Brandrodung der Fall. Dadurch gelangen jährlich riesige Mengen an CO2 und anderen Treibhausgasen in die Atmosphäre.


Zweitens funktionieren vor allem große zusammenhängende Waldflächen wie riesige Klimaanlagen. Die Bäume setzen die auf ihre Kronen einstrahlende Sonnenenergie in Wasserdampf um, der einen kühlenden Effekt auf die Atmosphäre hat. Der derzeitige rapide Waldverlust trägt maßgeblich zum Klimawandel bei. Bis zu 20 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen stammen aus der Vernichtung von Wäldern. Der Großteil der Treibhausgase wird allerdings durch die Industrieländer freigesetzt, vor allem durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle und Erdöl. Zur Erreichung des Klimaziels, die Erhöhung der durchschnittlichen globalen Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen, müssen sowohl Emissionen aus Energie und Transport, als auch Emissionen aus der Zerstörung von Wald, sowie aus der Landwirtschaft verringert werden.

Was passiert mit den Wäldern, wenn sich das globale Klima erwärmt?

Bäume sind aufgrund ihrer Langlebigkeit und Standortgebundenheit von klimatischen Veränderungen besonders betroffen. Vielerorts werden Stürme und lange Trockenperioden die Wälder schwächen und anfälliger für Waldbrände machen. So könnte sich beispielsweise die Hälfte des Amazonas Regenwald in den nächsten 15 bis 25 Jahren in eine savannenähnliche Landschaft verwandeln. Laut UN Klimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) könnten 20 bis 30 Prozent aller Arten aussterben, wenn sich das Weltklima im Vergleich zu vorindustriellen Werten um 1,5 bis 2,5 Grad Celsius erhöht. Viele wichtige Funktionen der Wälder würden verloren gehen. Dazu gehören die Vorteile der Artenvielfalt, der Schutz von Böden und Wasser, sowie die Tiere und Pflanzen des Waldes als Lebensgrundlage für die lokale Bevölkerung.

Neben der Diskussion um REDD+- Politik beteiligt sich der WWF intensiv an der Entwicklung von Pilotprojekten, die das Verständnis zu den verschiedenen Problematiken in diesem Zusammenhang erhöhen sollen. Die waldbezogenen Kohlenstoffkompensationsprojekte des WWF werden nach hohen Qualitätsstandards durchgeführt. Einen Überblick dazu gibt der "Forest Carbon Standards Assessment Guide".

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