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Der lange Weg zum Schutz für Wale

Viele Arten der Meeresriesen standen 1961 kurz vor der Ausrottung: Noch im Gründungsjahr des WWF International wurden mehr als 66.000 Großwale getötet. Seit mehr als 25 Jahren ist die kommerzielle Jagd auf alle großen Walarten verboten. Für viele gibt es trotzdem noch keine Entwarnung.

Blauwal © naturepl.com / Mark Brownlow / WWF-Canon
Blauwal © naturepl.com / Mark Brownlow / WWF-Canon

1979 gelang mit WWF-Hilfe ein erster Erfolg: Im Indischen Ozean wurde ein großes Walschutzgebiet beschlossen. Dessen Nutznießer war damals vor allem der Blauwal, der unter anderem dort seine Jungen großzieht.

Durchbruch in den achtziger Jahren

Walschutz weltweit © WWF (zum Vergrößern bitte klicken)

In den achtziger Jahren gelang mit dem Verbot der Jagd auf Großwale der Durchbruch: Der WWF und andere Nichtregierungsorganisationen konnten die Internationale Walfang-Kommission IWC davon überzeugen, die dramatisch geschrumpften Populationen der Meeressäuger fortan zu schonen. Das Moratorium gilt bis heute – obgleich von Ländern wie Japan, Island und Norwegen fortwährend gebrochen – als entscheidende Maßnahme zur Rettung einiger bedrohter Walarten. Seit seinem Inkrafttreten erholen sich viele Bestände wie die der Buckel- und Grönlandwale wieder.

 

1994 wurde das Südpolarmeer, einer der wichtigsten Nahrungsgründe von 90 Prozent aller wandernden Großwalarten, auf Initiative des WWF und anderer Umweltorganisationen zum größten Walschutzgebiet der Welt erklärt.

 

1999 wiesen Frankreich, Italien und Monaco im nördlichen Mittelmeer zwischen Monaco und Sardinien nach zehnjährigem Einsatz des WWF ein etwa 85.000 Quadratkilometer großes Schutzgebiet aus, in dem insgesamt 13 Walarten, darunter die großen Pott- und Finnwale, vorkommen.

Erfolge für die Schweinswale

Wale im offenen Meer © naturepl.com / Doug Perrine / WWF-Canon
Wale im offenen Meer © naturepl.com / Doug Perrine / WWF-Canon

Im Vorfeld der 5. Internationalen Nordseeschutzkonferenz 2002 machte der WWF in einer großen Schweinswal-Kampagne auf die Gefährdung der Kleinwale vor der eigenen Haustür aufmerksam. Die Umweltminister der Nordseeanrainerstaaten beschlossen daraufhin, die Beifänge von Schweinswalen in der Nordsee auf jährlich weniger als zwei Prozent des geschätzten Bestandes zu senken und einen Rettungsplan für die Meeressäuger zu erarbeiten. Der WWF war maßgeblich an der Durchsetzung des nationalen Schweinswalschutzgebietes vor Sylt und Amrum sowie der Ausweisung von Natura 2000-Schutzgebieten für Schweinswale in Nord- und Ostsee beteiligt. Inzwischen stehen die Schweinswale der Nordsee nicht mehr auf der internationalen Roten Liste.

 

Im August 2003 beschlossen elf Pazifikstaaten, insgesamt 28 Millionen Quadratkilometer Ozean – Lebensraum von mindestens elf Großwalarten – mit fachlicher und finanzieller Förderung des WWF als Walschutzgebiete auszuweisen beziehungsweise miteinander zu verknüpfen.

 

Für den Blauwal, das größte Lebewesen der Erde, hat der WWF im Golf von Corcovado und am Nazca-Riff vor der Küste Chiles im Südostpazifik die Einrichtung von Schutzgebieten vorgeschlagen.

Neue Gefahren

Doch mit der langsamen Erholung der Walpopulationen werden die Stimmen von Walfangnationen wie Japan immer lauter, das Moratorium aufzuheben. Gleichzeitig wachsen neue Gefahren: Immer mehr Fischernetze, Schiffsverkehr, Lärm, Schadstoffe und nicht zuletzt der Klimawandel setzen vielen Walarten inzwischen weit mehr zu als der Fang.

 

Der WWF fördert deshalb weiterhin zahlreiche Wal-Projekte – von der Feldforschung bis zur Arbeit an nationalen und internationalen Konventionen und Vereinbarungen zum besseren Schutz der Großwale wie auch der Kleinwale, die bislang durch das Moratorium nicht geschützt sind. Die Umweltstiftung arbeitet zum Beispiel mit Experten daran, den Beifang in Fischernetzen, eine der Haupttodesursachen vieler Kleinwale, drastisch zu reduzieren – indem fischereifreie Zonen geschaffen und Fischfangmethoden unterstützt werden, die für Wale ungefährlich sind.

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