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Großer Panda: Vor dem Aussterben gerettet

Das Wappentier des WWF hat überlebt. Mit zahlreichen Projekten half die Umweltstiftung mit, die Zahl der wild lebenden Großen Pandas auf etwa 1.600 Tiere in China zu stabilisieren. In insgesamt 62 Reservaten sind heute nicht nur rund 75 Prozent der Panda-Populationen geschützt, sondern viele weitere seltene Arten und die letzten Bambuswälder.

Panda © Yongyange
Panda © Yongyange

Es war 1980 eine Sensation: Der WWF durfte als erste private Naturschutzorganisation in die Volksrepublik China reisen. Mit deren Hilfe wurde 1981 der Bau eines Forschungs- und Schutzzentrums für den Großen Panda im 200.000 Hektar großen Wolong-Reservat in der südwestchinesischen Provinz Sichuan in die Wege geleitet. Dafür stellte die Umweltorganisation eine Million US-Dollar zur Verfügung.

Die Rettung des Großen Pandas

Die Verbreitung des Großen Pandas © WWF (zum Vergrößern bitte klicken)
Die Verbreitung des Großen Pandas © WWFLupe

Zur gleichen Zeit begannen chinesische Wissenschaftler im Auftrag des WWF und unter Leitung des deutsch-amerikanischen Zoologen George Schaller damit, mehr als vier Jahre lang die Biologie und Lebensweise der Bambusbären in ihren letzten Bambus-Bergwäldern bis in 3.500 Meter Höhe zu erforschen, um die Voraussetzungen für notwendige Schutzmaßnahmen zu schaffen. Das Ergebnis war erschreckend: Es gab nur noch 850 bis 1.100 Große Pandas, die zudem größtenteils verstreut und durch Straßen und Siedlungen isoliert voneinander lebten.


Der WWF unterstützte daraufhin die chinesische Regierung, den Panda-Lebensraum mit seinen Bambusvorkommen zu erhalten und zu vergrößern. Ein nationales Schutzprogramm für den Großen Panda wurde ins Leben gerufen, in dessen Rahmen seither insgesamt 62 Reservate eingerichtet wurden. Sie schützen nicht nur rund drei Viertel aller Bären, sondern viele weitere seltene Arten und die Bambuswälder. Wilderei und illegaler Holzeinschlag in Panda-Regionen konnten deutlich reduziert werden. Bis 2015 soll die Waldschutzfläche nochmals deutlich vergrößert werden: auf drei Millionen Hektar – die Fläche Belgiens.

Auch die Bevölkerung profitiert

Panda © George B. Schaller WWF
Panda © George B. Schaller WWF

Die Schutzprojekte kommen nicht nur dem Bambusbären zugute. Im „Nationalen Managementplan zum Schutz des Großen Pandas und seines Lebensraumes“, den das chinesische Ministerium für Forstwirtschaft und der WWF 1992 gemeinsam erstellten, wurden die Bedürfnisse und Nutzungsinteressen der Bevölkerung vor Ort von Anfang an mit einbezogen.

 

So wurden den Dorfbewohnern moderne Methoden der nachhaltigen Waldnutzung und der kleinbäuerlichen Landwirtschaft vermittelt und neue Arbeitsplätze geschaffen. Allein in der Provinz Sichuan haben inzwischen rund 600 Menschen in der Überwachung der Reservate, in Forschung und Verwaltung sowie im zunehmenden Natur-Tourismus durch die Pandas eine lohnende Beschäftigung gefunden.

Die „Fünf-Geschmäcker-Frucht“

Das will der WWF weiter ausbauen und für die dortige Landbevölkerung andere nachhaltige Einkommensquellen schaffen, zum Beispiel mit der Schisandra-Pflanze: Diese „Fünf-Geschmäcker-Frucht“ wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin als universelles Stärkungsmittel eingesetzt und ist besonders in den Schutzgebieten des Großen Pandas verbreitet. Schisandra lässt sich nach einer Studie des WWF nachhaltig ernten, wenn man dabei bestimmte ökologische Regeln einhält. Je mehr die Menschen dort von diesen und anderen nachwachsenden Rohstoffen leben können, desto mehr verzichten sie auf illegalen Holzeinschlag in den Panda-Wäldern.

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