Invasive Pflanzenarten

Aus Ziergewächsen können Plagen werden

Riesenbärenklau. © Peter Prokosch / WWF
Riesenbärenklau. © Peter Prokosch / WWF

Auch manche gebietsfremde Pflanzen haben sich erheblich ausgebreitet. Anfang des 20. Jahrhunderts als dekorative Gartenpflanze aus dem Kaukasus nach Europa eingeführt und später als Bienennahrung ausgepflanzt, hat der bis zu drei Meter hohe Riesenbärenklau (oder Herkulesstaude) vor allem Flussufer und Waldränder erobert und heimische Pflanzenarten, besonders Gehölze, vielerorts verdrängt. Außerdem entfaltet sein leicht giftiger Saft unter Sonnenlicht seine volle Wirkung, was bei bloßer Berührung zu schmerzhaften Entzündungen auf der Haut führen kann.

Aufgrund seiner hohen Anpassungsfähigkeit konnte sich der Riesen-Bärenklau an Flussufern, Waldwegen und Straßenrändern ansiedeln und verdrängt durch seine Massenbestände heimische Pflanzenarten, insbesondere Gehölze.

Eine Bekämpfung dieser Pflanze ist durch Ausgraben von jungen Pflanzen, Mahd vor der Blüte oder das Entfernen der Dolden vor der Samenreife möglich. Zusätzlich sollten schnell keimende und dicht wachsende heimische Arten angepflanzt werden, um eine dichte Pflanzendecke zu bilden, die das Aufwachsen des Bärenklaus verhindert.

Drüsiges Springkraut. © Ulf Lieden
Drüsiges Springkraut. © Ulf Lieden

Auch das Drüsige Springkraut kann heimischen Pflanzen gefährlich werden. Als Zierpflanze 1839 aus Indien nach England eingeführt, gelangte es ab 1920 ins Rheintal und hat sich seither in ganz Deutschland auf Kosten heimischer Pflanzen ausgebreitet. Erfolgsrezept: Sein süßer Blütennektar schmeckt vielen bestäubenden Bienen und Hummeln. Jede Pflanze kann zudem über 4.000 Samen produzieren. Und diese aus der Samenkapsel bis zu sieben Meter weit schleudern.

Es ist eine der anpassungsfähigsten, sich am schnellsten ausbreitenden und in seinem Erscheinungsbild auffälligsten invasiven Pflanzenarten in Deutschland. Durch die massive Ausbreitung des Springkrauts werden einheimische Arten verdrängt, der Wasserhaushalt des Standortes wird empfindlich geschädigt. Um eine Weiterverbreitung dieser Art zu unterbinden, sollte die einjährige Pflanze durch Abmähen oder Mulchen nachhaltig bekämpft werden.

Das Drüsige Springkraut wird zu den wenigen Gewinnern des Klimawandels gehören und sich künftig in noch höhere Lagen wie zum Beispiel der Alpen ausbreiten.

Die nordamerikanische Robinie wiederum wurde im frühen 17. Jahrhundert als Ziergehölz nach Frankreich eingeführt. Als Forstbaum, der auf Sandböden gut wächst, wurde die Robinie auch in vielen Teilen Deutschlands angepflanzt und konnte sich in den wärmeren Regionen weit verbreiten. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts greift die Robinie auch auf Biotope über, die für den Naturschutz relevant sind, und ändert durch ihre Fähigkeit Stickstoff im Boden anzureichern, die Zusammensetzung der Pflanzengesellschaften. Dies ist besonders gravierend auf von Natur aus nährstoffarmen Standorten wie beispielsweise (Halb-) Trockenrasen. Charakteristische Arten wie Orchideen und Enziane werden verdrängt.

Einheimische Baumarten kommen in dichten Robinienbeständen zwar vor, können diese aber nicht verdrängen.