Ein Kaktus erobert Madagaskar

Die Invasion der Opuntien

Opuntia stricta © Courtesy-EcoPort- www.ecoport.org M. Jooste
Opuntia stricta. © M. Jooste

Opuntien oder Feigenkakteen kamen ursprünglich nur in Amerika vor. Auf Madagaskar wurden die bis zu zwei Meter hohen Stachelpflanzen wahrscheinlich von den Franzosen Ende des 18. Jahrhunderts zur Anpflanzung eines lebenden Zauns um ihr Fort Dauphin eingeführt.

Genau deshalb wurden die Pflanzen auch als Schutz für Felder schnell von der Bevölkerung verbreitet. Und auch, weil einige Arten wie Opuntia ficus-indica essbare Sprossen und Früchte produzieren. Außerdem lassen sich aus 15 bis 20 Sprossen bis zu zehn Liter Wasser gewinnen.

Der Nachteil: Opuntien breiten sich schon von alleine sehr schnell aus und verdrängen  heimische Pflanzen. Sie überwuchern Rinderweiden und Ackerland. Sie dringen in Dörfer ein und überwuchern Zufahrtswege. Dadurch wurden Menschen in manchen Gebieten gezwungen, ihre Felder und Dörfer aufzugeben und Wald für neue Felder zu roden. Besonders gefährlich ist Opuntia stricta,  eine der 100 gefährlichsten invasiven Arten weltweit. In Australien sind bereits 24 Millionen Hektar Land unter diesen Feigenkakteen begraben.

Im Südwesten Madagaskars gab es bislang einige erfolgreiche, vom WWF mitunterstützte Programme zur Kontrolle der Opuntien-Arten. Die Pflanzen wurden von Hand gerodet, in großen Erdlöchern vergraben und zum Teil vorher getrocknet oder verbrannt. Mit diesen Erfahrungen soll baldmöglichst ein WWF-Strategieplan gegen die Opuntien-Invasion im Südwesten Madagaskars umgesetzt werden. Wichtig dabei: Die Bevölkerung aufzuklären, welche Arten gefährlich sind und welche sich weniger rasch ausbreiten und zugleich eine wichtige Nahrungsergänzung für Mensch und Vieh darstellen. Zugleich sollen Tests prüfen, wie man die weitere Ausbreitung der gefährlichen Opuntien-Arten stoppen kann.