
- Orang-Utan auf Borneo. © WWF / Alain Compost
Rettet die Wälder Borneos - rettet die Orang-Utans!
Bilanz der WWF-Kampagne 2005
Die südostasiatische Insel Borneo ist eines der letzten Regenwaldparadiese der Erde und Heimat der bedrohten Orang-Utans. Hier leben 80 Prozent der letzten Menschenaffen Asiens. Ihre Zahl ist seit den 1990er Jahren um zwei Drittel auf heute nur noch rund 55.000 Tiere gesunken. Schuld daran ist der von einer skrupellosen Holzmafia organisierte Kahlschlag, der die Wälder Borneos und seine Artenvielfalt bedroht. Zudem machen Wilderer Jagd auf die Menschenaffen. Junge Orang-Utans werden auf dem Schwarzmarkt verkauft und als Haustiere gehalten.
Dies ist unsere letzte Chance, die Orang-Utans vor dem Aussterben zu retten. Wenn wir jetzt nichts erreichen, ist in nur 15 Jahren das Schicksal der rothaarigen Menschenaffen besiegelt. Deshalb führte der WWF Deutschland 2005 auch eine Kampagne durch mit der Aufforderung: "Retten Sie den Orang-Utan-Wald auf Borneo". Deren Ziel: den Regenwäldern und zugleich den Orang-Utans auf Borneo eine Überlebenschance zu geben.
Deutschland trägt Verantwortung
Viele der auf Kosten des Regenwaldes auf Borneo und anderswo hergestellten Produkte finden wir in Läden in Deutschland wieder. Dabei handelt es sich nicht nur um teure Edelhölzer, sondern auch um alltägliche Produkte wie Papier, Taschentücher, Toilettenpapier und sogar Margarine und Schokolade. Denn viele dieser Produkte enthalten Palmöl aus Plantagen, zu deren Pflanzung extra Regenwald gerodet wurde. Unser Ziel war es, die deutschen Konsumenten zu informieren und ihnen zu zeigen, wie jeder Einzelne helfen kann, den Druck auf die Wälder Borneos zu lindern.
Mit der "Jeden Tag ein neues Nest"-Tour sind wir daher dreieinhalb Monate durch Deutschland gefahren und haben an 56 Stationen die Menschen über den dringend notwendigen Schutz der Borneo-Regenwälder und ihrer berühmtesten Bewohner informiert.
In insgesamt 14 Zoos haben wir eine Ausstellung zu Borneo, seiner Faszination und Bedrohung gezeigt. Viele Tiergärten zeigen die Ausstellung auch weiterhin. Außerdem hat die "WWF-Reportage" im TV-Sender Vox und die Sendung "Welt der Tiere" im Bayerischen Rundfunk die Situation auf Borneo publikumswirksam dargestellt.
Forderungen an die Bundesregierung
Von der Bundesregierung fordern wir, nur noch Holz- und Papierprodukte mit dem FSC-Siegel oder gleichwertigen Ökozertifikaten bei Regierungsaufträgen einzusetzen und endlich das so genannte Urwaldschutzgesetz zu verabschieden. Außerdem dürfen keine Projekte mehr, welche die Zerstörung natürlicher Wälder nach sich ziehen, durch Bundesbürgschaften unterstützt werden. Des Weiteren soll sich die Bundesregierung stärker für das UN-Menschenaffenprogramm engagieren, das an einem Rettungsplan für die letzten Menschenaffen arbeitet.
Insgesamt 85.000 Menschen haben mit ihrer Unterschrift diese WWF-Forderungen unterstützt. Mit dieser Unterstützung demonstrierte der WWF am 29. Juni 2006 vor dem Bundeskanzleramt für ein dringend notwendiges deutsches Urwaldschutzgesetz.
Erste Erfolge
Außerdem haben wir vom WWF Deutschland mit Studien und Lobbyarbeit unsere Kollegen in Indonesien unterstützt und gemeinsam erste Erfolge erzielt. So haben wir zum Beispiel erreicht, dass einer der größten illegalen Grenzübergänge von Indonesien nach Malaysia gesperrt wurde. Seitdem kein illegal gefälltes Holz mehr über diese Grenze Indonesien verlassen kann, hat zumindest im angrenzenden Nationalpark Betung Kerihun das illegale Holzfällen ein Ende gefunden.
Für die Orang-Utans haben wir einen neuen Schutzkorridor in Sabah, im malaysischen Teil Borneos, eingerichtet. Im September 2005 hat die indonesische Regierung auf der UN-Menschenaffenkonferenz einen Orang-Utan-Rettungsplan verabschiedet, den der WWF mit ausgearbeitet hatte.
Doch der Kampf geht weiter!
Die große Bedrohung, entlang der malaysischen Grenze eine 1,8 Millionen Hektar große Ölpalmplantage direkt durch das Herz Borneos anzulegen, ist inzwischen vom Tisch. Das WWF-Team konnte die indonesische Regierung davon überzeugen, dass es auch aus volkswirtschaftlicher Sicht besser geeignete Plätze für solche Plantagen auf Borneo gibt als die letzten noch intakten Regenwälder.
Derzeit arbeiten wir daran, dass im Herzen Borneos eines der größten Schutzgebiet-Netzwerke der Welt entstehen kann. Bis zu 220.000 Quadratkilometer – das entspricht der dreifachen Fläche Bayerns – sollen unter Naturschutz gestellt werden. Die Fortsminister der drei Staaten, zu denen die Insel Borneo gehört, unterzeichneten am 12. Februar 2007 die entsprechende Deklaration.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die die Kampagne mit ihrer Unterschrift, mit Buntstiften oder mit einer Spende unterstützt haben. Gleichzeitig richten wir aber auch den Aufruf an Sie, uns weiterhin zu unterstützen. Denn mit dem Ende der Kampagne endet natürlich nicht unser Kampf für die Orang-Utan-Wälder Borneos. Und jede, auch kleine Spende für unsere Borneo-Projekte bringt uns unserem Ziel näher, so viel wie möglich von der faszinierenden Natur dort zu erhalten – auch für die Orang-Utans!
3 Euro stoppen die Säge!
12. Februar 2007: "Heart of Borneo"- Erklärung unterschrieben
Minister der drei Staaten, zu denen die Insel Borneo gehört, unterzeichnen die Erklärung. Von links: Pehin Dato Dr Awang Haji Ahmad bin Haji Jumat, Minister für Industrie und Rohstoffe, Brunei Darussalam , Mr. M.S. Kaban, Indonesischer Minister für Forstwirtschaft, Dato' Seri Azmi bin Khalid, Malaysischer Minister für Umwelt und natürliche Ressourcen.


