61. Jahrestagung der Internationalen Walfang-Kommission (IWC)

22. bis 26. Juni 2009 in Madeira in Portugal – ein Rückblick

Einen Tag früher als geplant ging die 61. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) auf Madeira zu Ende. Konkrete Entscheidungen zum dringend notwendigen Schutz der Wale wurden kaum gefällt. Die derzeit 85 Mitglieder der Kommission einigten sich lediglich darauf, ihre Gespräche über die Handlungsfähigkeit des Gremiums auf Arbeitsebene um ein Jahr zu verlängern.

Volker Homes vom WWF Deutschland zeigte sich enttäuscht: „Der große Durchbruch ist erneut ausgeblieben und die Blockadesituation von Walfanggegnern und -befürwortern konnte nicht aufgehoben werden. Der wissenschaftliche Walfang wird weitergehen.“ mehr >>

Abschaffung des "wissenschaftlichen Walfangs" gefordert

Die 61. Jahrestagung der IWC fand vom 22. bis 26. Juni in Madeira in Portugal statt. Der Befürchtungen des WWF, der wie immer mit einer Delegation vertreten war, bestätigten sich: Erneut gab es eine Konferenz ohne durchgreifende Änderungen mit vielen Diskussionen und wenigen Entscheidungen für den Walschutz.

Die für den WWF wichtigen Themen sind unter anderem die Veränderung der Lebensräume der Wale durch den Klimawandel und der notwendige Schutz für viele bedrohte Kleinwalarten. Der WWF hat zu diesen Themen Studien auf der Konferenz veröffentlicht. Zudem zeigten wir in einer Analyse, dass der Walfang ein teures Geschäft ist, das nur durch Subventionen der Walfangländer am Leben erhalten wird.

Seit etwa zwei Jahren bemüht sich die IWC, ein funktionsfähigeres Gremium zu werden und arbeitet an einem Kompromissvorschlag zum Thema Walfang und Walschutz. Da vor allem Japan bisher nicht bereit ist, über die Abschaffung des so genannten wissenschaftlichen Walfangs zu reden, sieht der WWF den Prozess einer Einigung derzeit als gescheitert an. Japan und Island untergraben das Walfangmoratorium, indem sie Wale zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken töten. Alle namhaften Walforscher zweifeln aber an, dass diese Wissenschaft bedeutende Erkenntnisse bringt. Trotzdem werden für diese „Untersuchungen“ jährlich Hunderte von Großwalen getötet.

Aufgaben der IWC

Die International Convention on the Regulation of Whaling (ICRW) ist eines der ältesten internationalen Umweltabkommen und wurde 1946 gegründet. Die Internationale Walfangkommission (International Whaling Commission, IWC) ist ihr ausführendes Organ.

Die IWC hatte ursprünglich die Aufgabe, das Management der Großwalbestände weltweit zu regeln. Mittlerweile sind zahlreiche weitere Aufgaben wie der Schutz bedrohter Delfin- und Tümmlerbestände hinzugekommen. Andere Einflüsse wie der Beifang von Walarten, also das Ertrinken der Wale in Fischernetzen, sind für viele der gefährdeten Groß- und Kleinwalarten inzwischen weitaus bedrohlicher als die direkte Jagd auf sie.

Einmal jährlich tagt die IWC in einem ihrer mittlerweile 85 Mitgliedstaaten, um über das Schicksal der Wale zu entscheiden. Auf Grund der starken Bejagung in der Vergangenheit  und damit der drastischen Dezimierung vieler Walbestände wurde 1982 ein Walfangmoratorium auf Großwale verabschiedet, was 1986 in Kraft trat. Mit diesem Verbot kam der kommerzielle Walfang kurzfristig zum Erliegen.

Derzeit sind nur noch drei Länder der Nordhalbkugel  am kommerziellen Fang von Großwalarten interessiert: Japan, Norwegen und Island. Zahlreiche vor allem sich entwickelnde Länder unterstützen die Position der Walfangländer, ohne jedoch echtes Interesse am Walfang zu haben.