5. Weltwasserforum in Istanbul 2009
Enttäuschende Abschlussdeklaration
Der WWF zeigte sich enttäuscht vom Ausgang des Weltwasserforums. In der Abschlussdeklaration gibt es weder eine Erklärung zum Menschrecht auf Wasser, noch auf die Sicherung des Wasserzugangs für die Natur.
„Die offizielle Abschlussdeklaration des Weltwasserforums ist größtenteils eine Ansammlung von unverbindlichen Plattitüden und nicht der dringend notwendige Aktionsplan“, kritisiert Martin Geiger, Leiter Bereich Süßwasser beim WWF Deutschland. „Was wir angesichts einer drohenden globalen Wasserkrise brauchen, sind konkrete Gegenmaßnahmen und ambitionierte Ziele – und keine wachsweichen Versprechungen.“
Beim Weltwasserforum vom 16. bis 22. März 2009 in Istanbul kamen mehr als 20.000 Teilnehmer aus 180 Ländern zusammen. Themen der über 100 Veranstaltungen, Präsentationen und Ausstellungen sowie lokalen Aktivitäten waren Fragen und Probleme der Erhaltung und Nutzung von Wasserressourcen – insbesondere in Entwicklungsländern.
In der Kritik steht auch das Gastgeberland Türkei. Die Hoffnungen, dass sich die Türkei durch das Istanbuler Forum zu einem modernen Wassermanagement bekennen würde, haben sich nicht erfüllt. Überschattet wurde das Forum von Festnahmen und Polizeieinsätzen gegen Demonstranten zu Beginn der Veranstaltung.
Einziger positiver Aspekt des Weltwasserforums ist, dass sich Nationen, vor allem in Westafrika und dem Nahen Osten, schrittweise zur endgültigen Ratifizierung der Internationale UN-Konvention zu einem grenzübergreifenden Management von Trinkwasservorkommen bekennen. Die UN-Konvention dient als Rahmen für die Bewirtschaftung grenzüberschreitender Süßwasservorkommen, wie etwa Flüsse, Seen oder unterirdische Wasserreservoire, die sich im Hoheitsgebiet mehrerer Staaten befinden. Deutschland, lobt der WWF, hat das Abkommen bereits unterschrieben.
Hintergrund
Wasser ist das wichtigste Lebensmittel. Doch eine Milliarde Menschen haben kein sauberes Trinkwasser. Mehr als fünf Millionen Menschen, meist Kinder, sterben jedes Jahr an den Folgen einer schlechten Wasserversorgung. Umso wichtiger wird es, mit Süßwasser sparsam umzugehen und die natürlichen Trinkwasserspeicher besser zu schützen.
Das Weltwasserforum versammelt Wasserfachleute und Entscheidungsträger aus der ganzen Welt, um Empfehlungen zu entwickeln, wie die Wasservorräte der Erde dauerhaft gesichert werden können.
Sechs Themenschwerpunkte gab es
- Globale Veränderungen und Risikomanagement;
- Verbesserung von Entwicklungsbedingungen und Förderung der Umsetzung der Millennium-Entwicklungsziele;
- Bewirtschaftung und Schutz von Wasserressourcen und der Versorgungssysteme unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Mensch und Umwelt;
- Steuerung, Verwaltung und Bewirtschaftung;
- Nachhaltige Finanzierung des Wassersektors sowie
- Bildung, Fachwissen sowie Aufbau und Entwicklung von fachlichen Kompetenzen.
Was ist das Weltwasserforum?
Das Weltwasserforum findet seit 1997 alle drei Jahre statt und wird vom Weltwasserrat (World Water Council) organisiert. Staatspräsidenten, Minister, Parlamentarier und Vertretern von Behörden aus vielen Staaten treffen mit Vertretern der Wasserwirtschaft und Wissenschaft sowie Nichtregierungsorganisationen zusammen, um gemeinsam globale Lösungsansätze zur Zukunft der Wasserversorgung zu erarbeiten.
Das erste Weltwasserforum fand 1997 in Marrakesch in Marokko statt und führte zur Erstellung der „Vision für Wasser, Leben und Umwelt im 21. Jahrhundert“, die dann wiederum auf dem 2. Weltwasserforum in Den Haag (Niederlande) diskutiert wurde. Auf dem 3. Weltwasserforum in Kyoto (Japan) 2003 stand die stärkere Einbeziehung der Öffentlichkeit und der Betroffenen in wasserbezogene Prozesse im Mittelpunkt. Dementsprechend entstand der Bereicht „Welt – Wasser – Aktionen“. Das 4. Weltwasserforum wurde 2005 in Mexiko City organisiert und brachte 20.000 Teilnehmer zusammen.
Weitere Informationen
WWF-Studien
Investigation shared risk in water
Die mögliche Wirkung des Klimawandels auf Wassertemperaturen von Fließgewässern
Hintergrundinformationen
Weitere Informationen
Virtuelles Wasser und der Wasser-Fußabdruck >>
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Internationale Wasserkonventionen >>
Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen
Kontakt
Martin Geiger
Leiter des Fachbereichs Süßwasser
Tel.: 069/79144140
Mobil: 0162/2914410

