Natürliches Ufer: Niedrigwasser an der Oder bei Lubiaz. © P. Nieznanski / WWF
Natürliches Ufer: Niedrigwasser an der Oder bei Lubiaz. © P. Nieznanski / WWF

Wasser bestimmt das Leben

Feuchtgebiete kommen in jeder Klimazone der Welt vor – vom kleinen See über Moor- und Sumpfgebiete bis hin zu Flüssen und Mangrovenwäldern. Sie gehören zu den artenreichsten Lebensräumen. Zugleich speichern, filtern und reinigen sie unser wichtigstes Lebensmittel, das Trinkwasser.

Doch weltweit wird ihnen zunehmend das Wasser abgegraben – mit fatalen Folgen. Flüsse werden begradigt und aufgestaut, ihre natürlichen Überflutungsflächen, die Auen, trockengelegt.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen gibt es weltweit mindestens 12,8 Millionen Quadratkilometer an Feuchtgebieten – jedoch mit sinkender Tendenz! Alleine im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurde ihre Fläche um die Hälfte verringert. Zugleich leben etwa 300 bis 400 Millionen Menschen weltweit an und von diesen wertvollen Ökosystemen.

Deshalb engagiert sich der WWF global für die Bewahrung von Süßwasser-Feuchtgebieten: Naturzerstörende Eingriffe werden verhindert, geschädigte Biotope wiederhergestellt, Schutzgebiete ausgewiesen und eine naturverträgliche Land- und Forstwirtschaft gefördert.

Durch eine Renaturierung von Auenflächen werden nicht nur Lebensräume für seltene und spezialisierte Tier- und Pflanzenarten gesichert. Intakte Feuchtgebiete bilden außerdem neues Grundwasser und damit Trinkwasser – und sie filtern es auch und verbessern so dessen Qualität. Darüber hinaus verhindern Feuchtgebiete als natürliche Hochwasserbremse so manche Überschwemmungskatastrophe.

Weltweit

Ein nachhaltiges Feuchtgebiets-Management und der Schutz besonders wertvoller Lebensräume sind deshalb wichtige Aspekte der WWF-Arbeit. Denn dies dient sowohl dem Menschen als auch der Umwelt. Deshalb engagiert sich der WWF auch auf internationalen Konferenzen für den Schutz der Feuchtgebiete. Großer Erfolg im November 2005: Elf neue Gebiete, davon allein sechs in Indien, mit einer Ausdehnung von 4,2 Millionen Hektar – eine Fläche so groß wie die Niederlande – wurden unter den Schutz der internationalen Ramsar-Konvention (Übereinkommen über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung) gestellt.

Daneben hat der WWF sein internationales Engagement zum Schutz von Süßwasser-Ökoregionen weiter ausgebaut und ist seit 2004 am Mekong aktiv, wo er sich für den Erhalt dieser artenreichen Ökoregion und bedrohter Arten wie Mekong-Riesenwels oder Irawadi-Delfin einsetzt.

Derzeit befindet sich zudem ein Projekt zum nachhaltigen Management der Wasserressourcen im südwestlichen Madagaskar in Vorbereitung. Die betreffende Region, das Mahafaly-Plateau, besitzt eine große Bedeutung für den Erhalt des einzigartigen Artenreichtums Madagaskars, ist aber gleichzeitig die ärmste Region des Landes. Durch eine effektive Wassernutzung soll die Landwirtschaft in dieser Region gestärkt und damit die sozialen Bedingungen der Bevölkerung verbessert werden. Dieses Projekt wird das bereits bestehende Engagement des Fachbereichs Wald beim WWF Deutschland in Madagaskar ergänzen.

In Deutschland und Europa

Der WWF setzt sich daher auch in Deutschland in vielen seiner Projekte, wie zum Beispiel in der Schaalsee-Landschaft, im Naturpark Uckermärkische Seen oder im Drömling für den Schutz und die Erhaltung dieser wertvollen Lebensräume ein. Durch Landkauf konnte der WWF in den genannten norddeutschen Feuchtgebieten allein oder mit Partnern bereits über 30.000 Hektar natürliche Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen sicherstellen.

Entlang von Donau, Oder, Elbe und Rhein werden durch den WWF und sein WWF-Auen-Institut in Rastatt, seit 2004 eigenständige Forschungseinrichtung des Instituts für Wasser und Gewässerkunde der Universität Karlsruhe, richtungsweisende Projekte zur Erhaltung und Renaturierung dieser Flusslandschaften und Auenbereiche durchgeführt.

Süßwasser-Projektregionen des WWF

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