Wasserverschwender Landwirtschaft
Anbau besonders durstiger Pflanzen

- Erdbeeranbau in Spanien. © WWF-Canon / Michel Gunther
In der Landwirtschaft werden weltweit 70 Prozent unserer Trinkwasservorräte verbraucht. Meist ist die Bewässerungstechnik veraltert oder den Bedingungen nicht angepasst. Auch die Wahl der Feldfrüchte wird eher von ökonomischen Überlegungen und nicht aufgrund klimatischer Bedingungen getroffen. Die Folge sind hohe, aber vermeidbare Wasserverluste.
Einige Produkte – wie Baumwolle, Reis, Zuckerrohr oder Weizen – benötigen besonders viel Wasser. Beispielsweise sind bis zu 20.000 Liter Wasser nötig, um ein Kilogramm Baumwolle anzubauen. Diese so genannten „Thirsty Crops“ sind deshalb in den Fokus der WWF-Arbeit gerückt.
Durstige Baumwolle
Etwa drei Viertel des weißen Goldes stammen von Feldern, die künstlich bewässert werden müssen. Die hohen Wasserverluste dabei haben fatale Folgen für die Flüsse und Seen, denen das Wasser entnommen wird. Die Austrocknung des Aral-Sees beispielsweise ist zum großen Teil eine Folge der Baumwoll-Bewässerung in der Region.
Zur Vermeidung solch katastrophaler Auswirkungen entwickelt und testet der WWF in Feldprojekten umweltfreundlichere Anbaumethoden für Baumwolle. In Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Textilbranche engagiert sich der WWF zudem in der so genannten „Better Cotton Initiative“ für den Aufbau eines Absatzmarktes dieser Baumwolle.
Menschgemachte Dürre
Leere Stauseen und ausgetrocknete Flächen waren die prägenden Bilder der letzten Sommer im Mittelmeergebiet. Dies sind nicht nur die Auswirkungen des Klimawandels, sondern auch ganz stark auf menschliches Verhalten zurückzuführen. Niedrige Wasserpreise sowie EU-Subventionen für wasserintensive Früchte wie Mais oder Zuckerrüben fördern eine Landwirtschaftspolitik in der Region, die auf Kosten der Natur geht.
Die andalusische Provinz Huelva ist Spaniens Hauptanbaugebiet für Erdbeeren. Die Plantagen bedecken mehr als 5.300 Hektar und liefern etwa 95 Prozent der spanischen Erdbeeren. Nach Schätzungen des WWF wird etwa die Hälfte davon durch illegale Brunnen bewässert. Wo vorher oft natürliche Pinienwälder wuchsen und dem vom Aussterben bedrohten Iberischen Luchs Lebensraum boten, zerschneiden nun Treibhäuser die Landschaft.
Der WWF setzt sich vor Ort für die Bekämpfung der illegalen Wassernutzung ein und kämpft für die Einrichtung von Schutzkorridoren für die gefährdete Raubkatze.

