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Der Amazonas muss überleben!

Aktuell: Suspendierung von Präsidentin Rousseff - WWF fürchtet Kahlschlag im Amazonas

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff ist am Donnerstag vom Senat vorübergehend für 180 Tage von ihrem Amt suspendiert worden. Das Amt übernimmt der Vize-Präsident Temer. Für die Umwelt bedeutet dieser politische Wechsel nichts Gutes. Denn Temer und seine konservative Partei PMDB stehen dem Bergbausektor und der Agrarindustrie sehr nahe. Wir müssen befürchten, dass Umweltfragen bei zukünftigen Gesetzesreformen keine große Rolle mehr spielen. Wird die anstehende Verfassungsreform „PEC 215“ wie geplant durchgesetzt, stehe der Amazonas-Regenwald vor einer großflächigen Abholzung.

Pressemeldung des WWF Deutschland

Blogbeitrag des WWF-Amazonas-Experten Roberto Maldonado

Die Bedrohung am Amazonas hat eine neue Stufe erreicht. Brasilien plant Gesetzesänderungen, die es legal machen würden, die wertvollsten Gebiete des Regenwaldes - Schutzgebiete und indigene Territorien - wirtschaftlich auszubeuten. Das Bedrohliche: der Prozess ist kaum vorhersehbar. Die Gesetze können jederzeit zur Abstimmung kommen.

Gemeinsam mit 75 Organisationen, kämpfen die indigenen Völker deshalb seit Monaten gegen die gefährlichen, politischen Vorhaben.
Derzeit sind knapp die Hälfte der 1.940 Schutzgebiete und von den 672 indigenen Territorien durch die Gesetzesänderungen akut bedroht.

Sonja Guajajara bei der Petitionsübergabe in Berlin © David Biene / WWF

Um den Protest in Brasilien zu unterstützen und die Gesetzesänderungen zu verhindern, haben wir in Deutschland Stimmen für ein „Amazonas-Manifest“ gesammelt. Knapp 50.000 Menschen haben unterschrieben und fordern mit uns den Schutz des Amazonas-Regenwaldes. Die Unterschriften übergab Eberhard Brandes, geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland, am 15. Oktober an die indigene Anführerin Sônia Guajajara. Sie ist das Sprachrohr der knapp eine Millionen Indigenen in Brasilien und steht an der Spitze der Proteste gegen die Gesetzesänderungen. Frau Guajajara kämpft an vorderster Front für den Schutz des Regenwaldes, für ihr Recht auf Land – und nicht zuletzt auch für unsere Zukunft. Der Amazonasregenwald ist unser aller Lebensgrundlage. Wenn wir ihn verlieren, bedroht das auch uns.

Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich für die Unterschriften bedanken! Sie stärken Sônia Guajajara und ihren Partnern den Rücken in ihrem Kampf in Brasilien. Die Aufmerksamkeit und das Engagement in Deutschland zeigt Brasilien und der ganzen Welt, dass der Schutz des Amazonas uns alle betrifft – und Deutschland als Teil der Weltöffentlichkeit ganz genau hinschaut, was in Brasilien verabschiedet wird.

Es ist wichtig, dass die ganze Welt aufschreit! Denn die Wirtschaftslobby in Brasilien ist stark. Trotz des lautstarken Protestes in Brasilien und hier in Deutschland, werden die Gesetzesvorschläge weiter vorangetrieben. Die wertvollsten Gebiete des Regenwalds, das Zuhause von Menschen und Arten, darf nicht ausgebeutet werden!

Wird die Abholzung des Regenwaldes in Schutzgebieten legalisiert, sind wir alle betroffen: Der Amazonas-Regenwald stabilisiert das globale Klima und sichert so unsere Lebensgrundlage. Um die Gesetzesänderungen zu verhindern und den Amazonas zu schützen, kämpfen wir mit allen Mitteln.

Die nächsten Wochen und Monaten sind entscheidend für die Zukunft des Amazonas. Wir werden mit all unserer Kraft, mit politischen Maßnahmen und öffentlichem Protest, dafür kämpfen, dass der Amazonas geschützt bleibt!

Die Übergabe der Petition in Berlin © David Biene / WWF

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UPDATE ZUR VERFASSUNGSÄNDERUNG

Am 27. Oktober 2015 hat ein Ausschuss des brasilianischen Unterhauses mit 21 Stimmen und acht Enthaltungen den Vorschlag zur Verfassungsänderung PEC 215 verabschiedet.
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