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WWF fordert von Agrarministern Bekenntnis zum Klimaschutz

27. Oktober 2008

Agrar-Gesundheitscheck: Chance zur ökologischen Neuordnung der Landwirtschaft muss genutzt werden

 

Die EU-Agrarminister haben es heute und morgen in der Hand, die europäische Landwirtschaft klimafreundlicher zu machen. Zum Abschluss der Verhandlungen des EU-Agrarrates in Luxemburg fordert der WWF die Minister auf, Agrarsubventionen zu Gunsten von Umweltschutz und nachhaltiger Entwicklung umzustrukturieren. Dazu müsse, so die Forderung des WWF, die von der EU-Kommission vorgeschlagene so genannte Modulation  – also die Umverteilung der EU-Subventionen in die Förderung der ländlichen Entwicklung – voll ausgeschöpft werden. Nur mit Hilfe einer Modulationsrate von bis zu 22 Prozent werde es möglich sein, Förderprogramme zum aktiven Klimaschutz in der Landwirtschaft mit ausreichend Mitteln auszustatten.

 

„Besonders das deutsche Landwirtschaftsministerium hat sich bisher gegen eine umfangreiche Umverteilung ausgesprochen“, so WWF-Agrarexperte Matthias Meißner. „Zusammen mit den anderen europäischen Ministerien muss es die Blockadehaltung gegenüber einer Umverteilung der Agrarmittel zu Gunsten einer klima- und umweltfreundlichen Agrarpolitik aufgeben und im EU-Agrarrat für eine umfangreiche Modulation stimmen.

 

Die Landwirtschaft ist für 14 Prozent der weltweiten Emission von klimarelevanten Gasen verantwortlich. Ein großer Teil der Emission kann über verbesserte Anbaumethoden, wie der effizienteren Düngung oder auch verbesserten Lagerung von Mist und Gülle, eingespart werden. Europas Bauern benötigen jedoch Förderprogramme, um diese Methode in der Praxis umzusetzen. Neben einer finanziellen Hilfe zur Anschaffung von neuer Technik bedeutet dies auch eine neu ausgerichtete Schulung der Landwirte.

 

„Der WWF ist sich sicher“, so Meißner, „ dass die EU-Landwirtschaft ihren Beitrag zum Klimaschutz nur dann leisten kann, wenn die Subventionen in klimaschützende Agrarförderprogramme umverteilt werden. Den Aufschlag für diese Modulation können die EU-Agrarminister heute schaffen.“

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