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Stand: 20.01.2015

Häufige Fragen im Überblick

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum „Schwarzbuch WWF“ und dem Film „Der Pakt mit dem Panda“. Ihre Frage wird nicht beantwortet? Auf dialog.wwf.de können Sie uns weitere Fragen stellen. Natürlich auch per E-Mail: info(at)wwf.de.

Wie ist der Streit um den „Pakt mit dem Panda“ und das „Schwarzbuch WWF“ausgegangen?

Im Rechtstreit um Falschaussagen der TV-Dokumentation „Der Pakt mit dem Panda“ hat der WWF das Berufungsverfahren endgültig gewonnen. Das Oberlandesgericht Köln hat der Natur- und Umweltschutzorganisation in seinem Urteil am 2. Dezember 2014 Recht gegeben. Die Richter wiesen die Berufung von WDR und SWR gegen ein vorinstanzliches Urteil 2013 in allen Punkten zurück. Die Kosten des Verfahrens haben die Fernsehsender zu tragen. Eine Revision dieses Urteils ist nicht mehr möglich. Das Gericht fand in der Urteilsbegründung sehr deutliche Worte und machte klar, dass der WWF „die Veröffentlichung und/oder Verbreitung“ unwahrer Behauptungen nicht hinzunehmen habe.

Werten sie die Gerichtsentscheidung als Sieg?

Nein. Aber wir sind zufrieden, dass mit dem Urteil ein Schlussstrich unter die juristischen Auseinandersetzungen gezogen wurde. Es war uns wichtig, klar zu machen, dass die Macher des Films die Grenzen zwischen legitimer Kritik und unwahren Tatsachenbehauptungen in vielen Fällen überschritten haben. Das Urteil des Oberlandesgericht hat dies eindeutig bestätigt. Wir haben immer darauf hingewiesen, dass der Film eine Vielzahl falscher Aussagen enthält, die entweder auf ungenauen Recherchen beruhen oder bewusst falsch sind.

Um welche Aussagen ging es konkret?

Bei den gerichtlichen Auseinandersetzungen ging es um mehrere Themenkomplexe. Das Oberlandesgericht hat klar gemacht, dass WDR und SWR nicht mehr fälschlicherweise behaupten, dürfen, dass der WWF

  • „Honorare für das Grünwaschen einer zerstörerischen Produktion“ nehme,
  • die Zerstörung des argentinischen Savannenwaldes Chaco unterstütze,
  • einen „Vertrag“ mit der Industrie geschlossen habe,
  • das Land der indigenen Bevölkerung „eigenhändig kartographiere“,
  • mitbestimme, „wo die Plantagen hinkommen“,
  • in Papua einen „Deal“ mit der Provinzregierung und der Weltbank geschlossen habe, um „9 Millionen Hektar für industriell betriebene Plantagen“ abzuholzen und das Land „am Reißbrett“ aufzuteilen“,
  • (in Indien) „Massen von so genannten Ökotouristen in den Wald“ hole.


Den Sendern ist es weiterhin untersagt zu erklären, dass durch den Anbau von einer Million Hektar Ölpalmen im Stammesgebiet, die Zeit der Kanume, einer der indigenen Gruppen Papuas, „abgelaufen“ sei.

Warum ist der WWF überhaupt juristisch gegen Film und Buch vorgegangen?

Schon bei den Ankündigungen von Buch und Film war klar, dass in den Veröffentlichungen eine Reihe von krassen Falschaussagen über den WWF und seine Arbeit vorkommen würden. Dies wollten wir auch im Interesse unserer Unterstützer nicht hinnehmen.Der WWF hat den WDR frühzeitig auf falsche Tatsachenbehauptungen hingewiesen. Bereits vor der ersten TV-Ausstrahlung 2011 hat der WDR einer Forderung des WWF entsprochen: Für zwei beanstandete Behauptungen in der Programmankündigung wurde von Seiten des WDR eine Unterlassungserklärung abgegeben. Hier die Erklärung im Wortlaut:


„Die in der ursprünglichen Pressemeldung vom 11.05.2011 enthaltene Aussage, wonach das ARD-Team auf Borneo (Indonesien) „kein einziges Orang-Utan Schutzprojekt des WWF“ gefunden hat, halten wir nicht aufrecht. Gleiches gilt für die Formulierung: „Der WWF nimmt Geld von den Unternehmen und verschafft ihm das Gütesiegel für nachhaltige Produktionen“, soweit dadurch der Eindruck erweckt wird, das Unternehmen würde gegen Geldzahlung ein WWF-Gütesiegel für nachhaltige Produktionen erhalten. Hierzu haben wir uns auch gegenüber WWF Deutschland zur Unterlassung verpflichtet.“

Nach der ersten Ausstrahlung hat der WWF den WDR informiert, dass der Film in zahlreichen Punkten falsche Tatsachenbehauptungen enthält. Ebenso hat er den SWR, NDR und den SR über die im Film erhobenen falschen Tatsachenbehauptungen informiert. SWR, NDR und SR haben daraufhin auf ihre angekündigten Ausstrahlungen des Films zunächst verzichtet. WWF und WDR haben über Monate hinweg versucht, eine Einigung zu erzielen. Dies ist nicht gelungen.

Im Frühjahr 2012 kam es zu erneuten Ausstrahlungen geringfügig geänderter Versionen, u.a. im WDR, SWR, SR und NDR. Diesen Fassungen enthielten erneut falsche Tatsachenbehauptungen. Der WWF beantragte daraufhin einstweilige Verfügungen gegen die  Sender WDR und SWR – mit Erfolg: 11 Aussagen des Films durften zunächst nicht wiederholt werden. Aus formalen Gründen gab das Gericht später einem Widerspruchantrag der betroffenen Sender statt, vor allem weil es keine „Eilbedürftigkeit“ sah.

Auch im Falle des „Schwarzbuch WWF“ suchte der WWF frühzeitig den Kontakt und bat Random House/Gütersloher Verlagshaus darum, falsche Tatsachenbehauptungen nicht zu wiederholen. Ein Gesprächsangebot des WWF wurde ausgeschlagen. Nach Erscheinen des Buches beantragte der WWF eine einstweilige Verfügung für zwölf falsche Tatsachenbehauptungen. 


Vor dem Kölner Landgericht kam es am 15. Juni 2012 zu einer mündlichen Verhandlung. Hier erzielte der WWF einen ersten Teilerfolg: Aus dem beanstandeten Buch wird in kommenden Auflagen ein Interview gestrichen. Die WWF-Mitarbeiterin darf nicht mehr zitiert, ihr Bild nicht mehr verwendet und ihr Name nicht mehr genannt werden.

In einem weiteren Verfahren empfahl das Gericht eine gütliche außergerichtliche Einigung. Zwischen WWF und der Gütersloher Verlagshaus wurden daraufhin Gespräche über die Themen geführt, die Gegenstand des Verfahrens vor dem Landgericht Köln waren. Auf dieser Basis einigte man sich auf Änderungen in 21 Passagen des Buches.

Fest steht: Der WWF Deutschland stellt sich jeder kritischen Berichterstattung, wir wehren uns jedoch gegen falsche Tatsachenbehauptungen. Diese können wir schon mit Rücksicht auf unsere Förderer nicht zulassen.

Warum hat sich der WWF im Fall des „Schwarzbuch WWF“ mit dem Verlag auf eine gütliche Einigung verständigt?

Der WWF hat von Anfang an versucht, sich mit Random House/Bertelsmann außergerichtlich zu einigen. Schon vor Erscheinen des Buches haben wir den Verlag um einen Gesprächstermin gebeten. Dieser Wunsch wurde jedoch abgelehnt. Es ist schade, dass wir für die von uns immer angestrebte gütliche Einigung den Umweg über das Gericht nehmen mussten.

Hatte der WWF Kontakt mit dem Verlag, dem Sender oder dem Autor selbst aufgenommen?

Ja. Wir haben den Verlag informiert, dass der Autor in seinem Film unwahre Tatsachenbehauptungen aufgestellt hat. Wir haben den Verlag gebeten, sicherzustellen, dass diese nicht erneut im Buch veröffentlicht werden. Außerdem haben wir die Verlagsleitung vorab um ein Gespräch gebeten. Dieses Angebot wurde ausgeschlagen.


Auch dem WDR haben wir deutlich gemacht, dass wir davon ausgehen, dass die falschen Tatsachenbehauptungen nicht noch einmal wiederholt werden. Mit Herrn Huismann hatten wir während seiner Recherchen Kontakt sowie in drei Streitgesprächen nach der Ausstrahlung des Films.

Was hat es mit dem Interview mit einer Mitarbeiterin auf sich?

Unsere Mitarbeiterin bedauert sehr, in dem Interview unglückliche Aussagen zu Orang-Utans gemacht zu haben. Insgesamt hat Herr Huismann sie mehr als 20 Minuten interviewt und daraus einen Zusammenschnitt gemacht, der unserer Ansicht nach nicht widerspiegelt, was sie sagen wollte. 


Das Interview wird in kommenden Auflagen des „Schwarzbuch WWF“ gestrichen. Die WWF-Mitarbeiterin darf nicht mehr zitiert, ihr Bild nicht mehr verwendet und ihr Name nicht mehr genannt werden.

Was sagt der WWF zu seiner eigenen Vergangenheit?

Der WWF setzt sich selbstkritisch mit der eigenen Vergangenheit auseinander. Er hat dem unabhängigen Historiker Alexis Schwarzenbach freien Zugang zu den Archiven gewährt, um eine transparente Aufarbeitung der Geschichte des WWF zu gewährleisten. Die Ergebnisse sind in dem Buch „WWF. Die Biografie“ zusammengefasst. Schwarzenbach in einer ersten Stellungnahme zum Film: "Mit Erstaunen musste ich feststellen, dass der Autor des Films zwar Ergebnisse meiner Recherchen verwendet hat, in anderen Teilen seines Films aber bewusst veraltete, für den WWF nachteilige, aber durch meine Recherchen widerlegte Versionen der WWF-Geschichte erzählt hat." Mehr zur Geschichte des WWF

Ist der WWF industrienah?

Der WWF arbeitet unter engen Voraussetzungen mit privatwirtschaftlichen Unternehmen zusammen. Ziel dieser Kooperationen ist es, die Umwelt zu entlasten und finanzielle Mittel für den Naturschutz einzuwerben. Unternehmen, die erkennbar und vorsätzlich Menschenrechte verletzen und humanitäre, ökologische oder soziale Standards fortwährend missachten, kommen als Partner nicht infrage. Prinzipiell ausgeschlossen sind bei uns die Branchen der Öl- und Gasindustrie, die Waffenindustrie, die Erzeuger jugendgefährdender Produkte, die Atom-, die Tabakindustrie und die Produzenten hochprozentiger alkoholischer Getränke. Der WWF lehnt etwa acht von zehn Anfragen von Unternehmen auch anderer Branchen ab, da die nicht mit unseren Zielen vereinbar sind.

Warum arbeitet der WWF mit Unternehmen zusammen?

Der WWF will die Umwelt entlasten und er braucht finanzielle Mittel für den Naturschutz. Für beide Ziele können Unternehmen wichtige Partner sein. Es gibt unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit. Sie reichen von Firmenspenden und Sponsoring-Maßnahmen über Lizenzkooperationen bis hin zu strategischen Kooperationen. Unser Ziel ist es, Gelder von Unternehmen in den Naturschutz umzuleiten.


Es gibt unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit. Sie reichen von Firmenspenden und Sponsoring-Maßnahmen über Lizenzkooperationen bis hin zu strategischen Kooperationen. Insgesamt machten die von unternehmerischen Partnern bereitgestellten Gelder 2012/13 rund zwölf Prozent der Einnahmen aus.


Durch strategische Kooperationen mit wichtigen Wirtschaftsträgern gewinnt der WWF Einfluss auf die Förderung von ökologisch nachhaltigem wirtschaftlichem Handeln. Dadurch wollen wir erreichen, dass der Raubbau an den Wäldern, die Überfischung der Meere, der Verlust natürlicher Süßwassersysteme, die Belastung von Boden und Wasser mit Schadstoffen und die weitere Erwärmung der Erdatmosphäre durch klimaschädliche Gase und Entwaldung reduziert und schließlich ganz unterbunden werden. Wir arbeiten mit Unternehmen zusammen, um sie zu verändern. Die Wirtschaft schätzt den WWF als kompetenten, verlässlichen aber unabhängigen Partner, weil er wichtige Probleme anspricht und innovative Lösungswege aufzeigt.

Mit welchen Branchen arbeitet der WWF nicht zusammen?

Unternehmen, die erkennbar und vorsätzlich Menschenrechte verletzen und humanitäre, ökologische oder soziale Standards fortwährend missachten, kommen als Partner nicht infrage. Prinzipiell ausgeschlossen sind bei uns die Branchen der Öl- und Gasindustrie, die Waffenindustrie, die Erzeuger jugendgefährdender Produkte, die Atom-, die Tabakindustrie und die Produzenten hochprozentiger Getränke. Der WWF lehnt etwa acht von zehn Anfragen von Unternehmen auch anderer Branchen ab, da die nicht mit unseren Zielen vereinbar sind.

Wie viel Geld bekommt der WWF von Unternehmen?

Insgesamt machen die von Wirtschaftspartnern bereitgestellten Gelder rund zwölf Prozent der Einnahmen aus. Im Jahr 2012/13 waren das rund 7,5 Millionen Euro. Unser Ziel ist es, weitere Gelder von Unternehmen in den Naturschutz umzuleiten. Das ist eine wichtige Aufgabe für den WWF. Der größte Anteil unserer Einnahmen kommt von privaten Spendern.

Warum unterstützt der WWF Siegel und Zertifikate, obwohl sie in der Kritik stehen?

Der WWF unterstützt nur Siegel und Zertifikate, die glaubwürdig sind, das heißt zuerst: Sie müssen der Natur helfen und Verbrauchern eine Orientierung geben. Der Natur helfen bedeutet dabei, dass die Zertifikate nur dann vergeben werden, wenn sie Beleg für einen schonenden Umgang mit der Natur sind. So steht zum Beispiel das FSC-Siegel für eine besonders naturverträgliche nachhaltige Waldwirtschaft, die obendrein auch noch hohe Sozialstandards erfüllen muss. Das MSC-Siegel zertifiziert nachhaltige Fischereien, die ihre Fischbestände nicht bis an den Rand der Auslöschung überfischen, sondern schonende Techniken anwenden.

Die Verbraucher haben dabei den Vorteil, dass sie Orientierung erhalten und mit Ihrem Kauf eine bewusste Entscheidung für den Naturschutz treffen. Die Zertifikate zeigen: hier wird mehr für die Natur und Umwelt gemacht als gesetzlich vorgeschrieben ist. Dennoch sind die Zertifikate nicht perfekt und die Nutzung von Natur hinterlässt immer ihre Spuren. Daher rührt auch die Kritik von einzelnen Umwelt-NGOs an den Zertifizierungssystemen. Einen deutlichen Fortschritt gegenüber dem „business as usual“ stellen die glaubwürdigen Zertifizierungssysteme aber allemal dar. Und da wir nun einmal einen Bedarf an natürlichen Ressourcen wie Fisch, Holz, Palmöl und Lebensmitteln haben, müssen wir auch Naturnutzung akzeptieren – aber eben auf möglichst naturverträgliche Art. Deshalb unterstützt der WWF diese Zertifikate und arbeitet kontinuierlich daran, sie zu verbessern.

Was sagt der WWF zu Gentechnik und Gensoja?

Der WWF lehnt gentechnisch veränderte Organismen in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei ab, solange Schäden für Mensch und Natur nicht ausgeschlossen werden können. Zu wichtigen Themen wie der Gentechnik findet im internationalen WWF Netzwerk ein ständiger Austausch statt. Allerdings haben einzelne Länderorganisationen eine abweichende Meinung. Dies gilt insbesondere für Staaten, in denen der Anteil gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft bereits sehr hoch ist, etwa in den USA und Argentinien. In diesen Ländern wird eine neutrale Position zur Gentechnik vertreten. Der WWF Deutschland lehnt hingegen Gentechnik ab und sieht noch weiteren wissenschaftlichen Klärungsbedarf bei der Risikofolgeabschätzung. Alle nationalen WWF Organisationen eint das oberste Ziel des Erhalts der Biodiversität und der Verringerung des "menschlichen Fußabdrucks".


Der WWF Deutschland empfiehlt nur gentechnikfreies Soja. Das gilt auch für Soja mit einem Zertifikat des Runden Tisches für verantwortungsvolles Soja (RTRS). Der WWF arbeitet weiter am RTRS mit, weil er den Anteil von gentechnikfreiem Soja erhöhen sowie die aus dem Sojaanbau resultierenden Umweltschäden minimieren will (z.B. die Zerstörung der Wälder). Hinzu kommt, dass der Sojaanbau in vielen Ländern, wie z.B. Argentinien, zu mehr als 90% aus „Gensoja“ besteht. Mit diesem Fakt muss sich jeder auseinandersetzen, der sich für den Wald- und Naturschutz einsetzt. Größter Verdienst des WWF ist es, dass es seit 2011 eine gentechnikfreie Linie des RTRS gibt. Ursprünglich sollte das Thema Gentechnik am Runden Tisch keine Rolle spielen – für den WWF vollkommen inakzeptabel. Jetzt muss die Industrie das genfreie Soja auch kaufen und verarbeiten. Dafür brauchen wir den Druck der Verbraucher. Produkte mit genmanipuliertem Inhalt sollte kein Konsument akzeptieren

Arbeitet der WWF mit Wilmar zusammen?

Der WWF arbeitet nicht mit Wilmar zusammen und ganz wichtig: Der WWF vergibt keine Zertifikate! Richtig ist, dass der WWF gemeinsam mit Unternehmen des Palmölsektors, anderen NGOs, Lebensmittelkonzernen und Banken 2004 den Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) ins Leben gerufen hat, um zu versuchen, die Produktion von Palmöl nachhaltiger zu gestalten. Der RSPO ist als freiwilliges System ein Teil der Lösung, aber kein Allheilmittel. Er allein kann die Entwaldung in den Tropen nicht stoppen, sondern muss durch die richtigen Gesetzgebungen, Landnutzungskonzepte und die Ausweisung von Schutzgebieten gestützt werden. Zertifikate werden von unabhängigen Zertifizierungsunternehmen vergeben. Zertifiziert werden einzelne Plantagen und nicht ganze Unternehmen. Die Firma Wilmar hat z.B. einige zertifizierte Plantagen, der Zustand auf anderen ist jedoch Besorgnis erregend. Mehr Infos

Was sagt der WWF dazu, dass in einer vermeintlich als nachhaltig zertifizierten Plantage, der Verbleib von nur 0,5 Prozent Naturwald (in diesem Fall 80 ha) ausreichen könnte.

Aktuelle Satellitenbilder beweisen: Der verbliebene Wald übertrifft die im Film angegebenen 80 Hektar tatsächlich um mehr als das 50-fache. Die Auswertung zeigt, dass allein im südöstlichen Teil die Fläche des Schutzgebietes über 1400 ha groß ist. Die Aussage, dass der Wald zu 99,9 Prozent vernichtet wird, ist falsch.

Für die Plantage wurde ein detailliertes High Conservation Value Assessment (HCVA) Konzept gemeinsam mit dem WWF erarbeitet. Das HCVA wurde von unabhängigen Dritten durchgeführt (Malaysian Environmental Consulting Group). Ergebnis ist, dass über die bereits vorhandenen besonders schützenswerten Flächen hinaus weitere Flächen aus der Nutzung genommen werden, so dass Korridore und Wanderwege u.a. für Orang-Utans erhalten bleiben oder neu angelegt werden. Die Plantage hat diese Vorschläge in die Managementpläne aufgenommen.

Hier können Sie sich selbst ein Bild von den Satellitenaufnahmen machen.

Was hat der WWF mit Monsanto zu tun? Darf Monsanto den Stempel "nachhaltiges Soja" tragen?

Der WWF hat nie mit Monsanto zusammengearbeitet und hat auch jetzt keine Kooperation mit dem Unternehmen. Am Runden Tisch für verantwortungsvolles Soja bzw. verantwortungsvolles Palmöl treffen jeweils mehrere Hundert Mitglieder zusammen. Eines der Mitglieder dort ist der WWF, ein anderes ist Monsanto. Es gab weder einen Vertrag noch eine exklusive Verhandlung mit Monsanto; Monsanto hat lediglich die Mitgliedschaft im RTRS (round table on responsible soy) erhalten. Damit verbunden ist keinesfalls das Recht, einen Stempel „Aus nachhaltiger Produktion“ führen zu dürfen. Der RTRS behauptet auch nicht die Qualität „nachhaltig“ (sustainable), sondern lediglich die Qualität „verantwortungsvoll“ (responsible); damit soll angezeigt werden, dass nicht alle Aspekte der Nachhaltigkeit (Soziales, Umwelt, Wirtschaftlichkeit) erfüllt werden. Verantwortungsvoll bezieht sich vorwiegend auf die Landnutzungsfrage, d.h. welche ökologisch wertvollen Habitate bei der Anlage von Äckern geschützt werden und von der Umwandlung in Sojafelder ausgespart bleiben. Die Strategie der Runden Tische ist aus Sicht des WWF nur EIN Instrument, um Produktionen nachhaltig zu verbessern. Ein Allheilmittel sind Runde Tische nicht. Sie allein können die Entwaldung in den Tropen nicht stoppen. Dazu braucht es die richtigen Gesetzgebungen, Landnutzungskonzepte und die Ausweisung von Schutzgebieten. Hier können Sie mehr zum RSPO und RTRS lesen.

Hat der WWF zugestimmt, über die Hälfte des Gran Chaco in Argentinien zu roden?

Nein. Der WWF setzt sich mit seiner Partnerorganisation FSVA (Fundacion Vida Silvestre Argentina) intensiv für den Erhalt des wichtigen Trockenwaldes Gran Chaco durch die Aufstellung detaillierter Landnutzungs- und Schutzgebietspläne ein. Für den Fall, dass in einer Region von staatlicher oder privater Seite (nicht vom WWF!) Plantagen geplant werden und sich diese nicht mehr verhindern lassen, verlangt der WWF, dass unbedingt schützenswerte Primär- und Sekundärwälder mit besonders hoher Biodiversität ausgespart bleiben und die Plantagen auf Brachland (degraded land) angelegt werden. Leider werden überall auf der Welt häufig ökonomische und politische Interessen über die Belange des Naturschutzes gestellt. Der WWF setzt sich massiv für den Schutz großer Flächen ein, auch nachdem sie zur Verwendung freigegen wurden. Gemeinsam mit anderen NGOs hat die in Argentinien mit dem WWF assoziierte FSVA im Jahr 2004 eine umfassende ökologische Bewertung der gesamten Chaco-Region unternommen. Nach unserer Meinung sollten 49 Prozent der gesamten Chaco-Region geschützt werden.

Wie steht der WWF zur Nutzung von Pestiziden?

Ideal wäre (nach der Vorstellung des WWF), dass Landwirtschaft generell, egal ob in Deutschland oder in Indonesien, ohne Pestizide auskommt. Wir fordern ein Verbot von Paraquat und Glyphosat. Der WWF Deutschland setzt sich als ersten Schritt dafür ein, das Pestizide die WHO I a und b, WHO II und alle in der PAN Liste der hoch gefährlichen („highly hazourdous“) eingestuften Pestizide nicht mehr eingesetzt werden. Der WWF kritisiert, dass Glyohosat auch in der EU und in Deutschland zugelassen und in Gartencentern freiverkäuflich erhältlich ist.

Gab es einen Ölpalmen-Deal zwischen dem WWF und der Regierung in Papua?

Nein. Alleiniger Entscheidungsträger für die Umsetzung der Landnutzungsplanung ist der indonesische Staat. Der WWF hat aber verschiedene partizipative Kartierungen vorgenommen, an denen indigene Gruppen beteiligt waren. Sie dienen dem Zweck, besonders schützenswerte Gebiete zu identifizieren. Diese Kartierungen wurden in Workshops mit Behörden, Vertretern der indigenen Gruppen, lokalen Verwaltungen, Wissenschaftlern und anderen Teilnehmern abgestimmt. Das ist aber keineswegs ein Freibrief für die Rodung derjenigen Flächen, die nicht in dieser Planung enthalten sind. Weitere Informationen

Fördert der WWF Indonesien die Abholzung des Regenwaldes für Palmölplantagen?

Der Film behauptet, der WWF würde aktiv die Planung und spätere Anlage von großflächigen Palmöl-Plantagen auf dem traditionellen Gebiet der indigenen Gruppen, insbesondere der Kanume, unterstützen. Diese Aussage ist falsch. Das Interview mit unserem WWF-Mitarbeiter Ronny stammt aus einem Film, der im Jahre 2007 erstmals in dem Format „Auslandsreporter“ im SWR-Fernsehen ausgestrahlt wurde. Die Filmemacherin Inge Altemeier beschäftigt sich unter dem Titel „Die Biosprit-Lüge“ mit den Auswirkungen des Expansionsdrangs der Palmölindustrie auf die Wälder Indonesiens. Die Aussagen des WWF-Mitarbeiters wurden fehlerhaft übersetzt. Tatsächlich macht sich Ronny nicht mit der Sache der Plantagenbetreiber gemein, sondern schildert die Problemlage aus der Sicht der von Umsiedlung Betroffenen. Die Aussage ist eine völlig andere, als die im Film suggerierte: der WWF ist keinesfalls eine treibende Kraft im Umsiedlungsprozess.

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