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Häufige Fragen im Überblick

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum „Schwarzbuch WWF“ und dem Film „Der Pakt mit dem Panda“. Ihre Frage wird nicht beantwortet? Auf dialog.wwf.de können Sie uns weitere Fragen stellen. Natürlich auch per E-Mail: info(at)wwf.de.

Ist der WWF juristisch gegen Film und Buch vorgegangen?

Der WWF hat den WDR frühzeitig auf falsche Tatsachenbehauptungen hingewiesen. Bereits vor der ersten TV-Ausstrahlung 2011 hat der WDR einer Forderung des WWF entsprochen: Für zwei beanstandete Behauptungen in der Programmankündigung wurde eine Unterlassungserklärung abgegeben. Hier der Wortlaut, der in allen Programmankündigungen übernommen wurde:

„Die in der ursprünglichen Pressemeldung vom 11.05.2011 enthaltene Aussage, wonach das ARD-Team auf Borneo (Indonesien) „kein einziges Orang-Utan Schutzprojekt des WWF“ gefunden hat, halten wir nicht aufrecht. Gleiches gilt für die Formulierung: „Der WWF nimmt Geld von den Unternehmen und verschafft ihm das Gütesiegel für nachhaltige Produktionen“, soweit dadurch der Eindruck erweckt wird, das Unternehmen würde gegen Geldzahlung ein WWF-Gütesiegel für nachhaltige Produktionen erhalten. Hierzu haben wir uns auch gegenüber WWF Deutschland zur Unterlassung verpflichtet.“

Nach der ersten Ausstrahlung hat der WWF den WDR informiert, dass der Film in mindestens 20 Punkten falsche Tatsachenbehauptungen enthält. Ebenso hat er den SWR, NDR und den SR über die im Film erhobenen falschen Tatsachenbehauptungen informiert. SWR, NDR und SR haben daraufhin auf ihre angekündigten Ausstrahlungen des Films verzichtet. WWF und WDR haben über Monate hinweg versucht, eine Einigung zu erzielen. Dies ist nicht gelungen.

Im Frühjahr 2012 kam es zu erneuten Ausstrahlungen geringfügig geänderter Versionen des Films, u.a. im WDR, SWR, SR und NDR. Auch in diesen Fassungen waren falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Der WWF beantragte daraufhin einstweilige Verfügungen gegen die  Sender WDR und SWR – mit Erfolg: 11 Aussagen des Films durften zunächst nicht wiederholt werden. Aus formalen Gründen gab das Gericht einem Widerspruchantrag der betroffenen Sender statt, vor allem weil es keine „Eilbedürftigkeit“ sah.

Auch im Falle des „Schwarzbuch WWF“ suchte der WWF frühzeitig den Kontakt und bat Random House/Gütersloher Verlagshaus darum, falsche Tatsachenbehauptungen nicht zu wiederholen. Ein Gesprächsangebot des WWF wurde ausgeschlagen. Nach Erscheinen des Buches beantragte der WWF eine einstweilige Verfügung für zwölf falsche Tatsachenbehauptungen. 


Vor dem Kölner Landgericht kam es am 15. Juni 2012 zu einer mündlichen Verhandlung. Hier erzielte der WWF einen ersten Teilerfolg: Aus dem beanstandeten Buch wird in kommenden Auflagen ein Interview gestrichen. Die WWF-Mitarbeiterin darf nicht mehr zitiert, ihr Bild nicht mehr verwendet und ihr Name nicht mehr genannt werden.

In einem weiteren Verfahren empfahl das Gericht eine gütliche außergerichtliche Einigung. Zwischen WWF und der Gütersloher Verlagshaus wurden daraufhin Gespräche über die Themen geführt, die Gegenstand des Verfahrens vor dem Landgericht Köln waren. Auf dieser Basis einigte man sich auf Änderungen in 21 Passagen des Buches.

Fest steht: Der WWF Deutschland stellt sich jeder kritischen Berichterstattung, wir wehren uns jedoch gegen falsche Tatsachenbehauptungen. Diese können wir schon mit Rücksicht auf unsere Förderer nicht zulassen.

Warum strebt der WWF im Fall des „Schwarzbuch WWF“ nun eine gütliche Einigung an?

Der WWF hat von Anfang an versucht, sich mit Random House/Bertelsmann außergerichtlich zu einigen. Schon vor Erscheinen des Buches haben wir den Verlag um einen Gesprächstermin gebeten. Dieser Wunsch wurde jedoch abgelehnt. Es ist schade, dass wir für die von uns immer angestrebte gütliche Einigung den Umweg über das Gericht nehmen mussten.


Eine juristische Lösung ist für uns immer die letzte Wahl. Denn ein langjähriges Verfahren bindet Ressourcen, die wir für unsere Naturschutzarbeit dringend benötigen. Und schließlich ist unklar, ob der, der Recht hat, letztlich auch Recht bekommt.


Mit einer Einigung können wir unser Ziel schneller und effektiver erreichen. Wir haben ganz klare Wünsche: In einer Zweitauflage sollen die wesentlichen Falschaussagen nicht wiederholt werden. Und es soll deutlich werden, dass die erste Auflage falsche Tatsachenbehauptungen enthält, die nicht durch die Meinungsfreiheit gedeckt sind. 

Hat der WWF Kontakt mit dem Verlag, dem Sender oder dem Autor selbst aufgenommen?

Ja. Wir haben den Verlag informiert, dass der Autor in seinem Film unwahre Tatsachenbehauptungen aufgestellt hat. Wir haben den Verlag gebeten, sicherzustellen, dass diese nicht erneut im Buch veröffentlicht werden. Außerdem haben wir die Verlagsleitung vorab um ein Gespräch gebeten. Dieses Angebot wurde jedoch ausgeschlagen.


Auch dem WDR haben wir deutlich gemacht, dass wir davon ausgehen, dass die falschen Tatsachenbehauptungen nicht noch einmal wiederholt werden. Mit Herrn Huismann hatten wir während seiner Recherchen Kontakt sowie in drei Streitgesprächen nach der Ausstrahlung des Films.

Was hat sich seit dem Film beim WWF getan? Woran wurde gearbeitet?

Der WWF überprüft kontinuierlich im Rahmen der Qualitätssicherung u.a. seine Projekte, die Arbeits- und Projektabläufe vor Ort, die Positionen zu kontroversen Themen sowie die Kommunikation nach außen. Der WWF arbeitet z.B. daran, die Standards und Kriterien beim Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO) deutlich zu verbessern. In der weiteren Diskussion wird es darum gehen, die Prinzipien und Kriterien für die Palmölproduktion zu verschärfen. Zu wichtigen Themen wie der Gentechnik findet im internationalen WWF Netzwerk ein ständiger Austausch statt. Der WWF lehnt gentechnisch veränderte Organismen in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei ab, solange Schäden für Mensch und Natur nicht ausgeschlossen werden können. Selbstverständlich entwickeln wir fortlaufend unsere Arbeit und Kommunikation im Rahmen unserer Gesamtstrategie weiter. Der Internetauftritt wurde optimiert. Außerdem haben wir den Jahresbericht des WWF weiter entwickelt und inhaltlich erweitert. Wir geben z.B. sehr detailliert Auskunft über unsere Einnahmen und Ausgaben.

Zudem bietet der WWF den Dialog an: Die Internetnutzer können sich über Facebook, unsere Dialogplattform und Twitter informieren und mit Mitarbeitern des WWF diskutieren.

Was hat es mit dem Interview mit einer Mitarbeiterin auf sich?

Unsere Mitarbeiterin bedauert sehr, in dem Interview unglückliche Aussagen zu Orang-Utans gemacht zu haben. Insgesamt hat Herr Huismann sie mehr als 20 Minuten interviewt und daraus einen Zusammenschnitt gemacht, der unserer Ansicht nach nicht widerspiegelt, was sie sagen wollte. 


Das Interview wird in kommenden Auflagen des „Schwarzbuch WWF“ gestrichen. Die WWF-Mitarbeiterin darf nicht mehr zitiert, ihr Bild nicht mehr verwendet und ihr Name nicht mehr genannt werden.

Von wem bekommt der WWF sein Geld?

Der WWF hat im Geschäftsjahr 2011/12 Einnahmen von über 50 Millionen Euro verbucht. Zwei Drittel unserer Einnahmen kommen von unseren 435.000 privaten Förderern. Eine weitere wichtige Säule unserer Einnahmen sind finanzielle Zuwendungen von öffentlichen Partnern in Deutschland und der EU. Nur rund sieben Prozent unserer Einnahmen erhalten wir aus der Zusammenarbeit mit privatwirtschaftlichen Unternehmen. Alle Zahlen haben wir detailliert im Jahresbericht aufbereitet. Der nächste Jahresbericht wird im Februar 2014 veröffentlicht.

Wie hoch sind die Verwaltungskosten?

Bei uns gilt: ein notwendiges Minimum an Verwaltungstätigkeit für ein Maximum an Naturschutz. Der Verwaltungskostenanteil des WWF Deutschland liegt bei rund fünf Prozent. Unsere Verwaltungskosten decken wir in erster Linie aus den Erträgen der Vermögensverwaltung. Alle Zahlen haben wir detailliert im Jahresbericht aufbereitet. Der nächste Jahresbericht wird im Februar 2014 veröffentlicht.

Was sagt der WWF zu seiner eigenen Vergangenheit?

Der WWF setzt sich selbstkritisch mit der eigenen Vergangenheit auseinander. Er hat dem unabhängigen Historiker Alexis Schwarzenbach freien Zugang zu den Archiven gewährt, um eine transparente Aufarbeitung der Geschichte des WWF zu gewährleisten. Die Ergebnisse sind in dem Buch „WWF. Die Biografie“ zusammengefasst. Schwarzenbach in einer ersten Stellungnahme zum Film: "Mit Erstaunen musste ich dabei feststellen, dass der Autor des Films zwar Ergebnisse meiner Recherchen verwendet hat, in anderen Teilen seines Films aber bewusst veraltete, für den WWF nachteilige, aber durch meine Recherchen widerlegte Versionen der WWF-Geschichte erzählt hat." Mehr zur Geschichte des WWF

Ist die Organisation ist in der Krise?

Von einer Krise kann keine Rede sein. Der WWF hat auch in den letzten Jahren einen Zuwachs an Mitgliedern verzeichnet. Wir können auf einen nie dagewesenen Rückhalt in der Bevölkerung bauen. Auch die aktuelle Mitgliederzahl und Einnahmeentwicklung zeigen in eine positive Richtung. Jetzt mehr Infos im Jahresbericht nachlesen.

Ist der WWF industrienah?

Der WWF arbeitet unter engen Voraussetzungen mit privatwirtschaftlichen Unternehmen zusammen. Ziel dieser Kooperationen ist es, die Umwelt zu entlasten und finanzielle Mittel für den Naturschutz einzuwerben. Unternehmen, die erkennbar und vorsätzlich Menschenrechte verletzen und humanitäre, ökologische oder soziale Standards fortwährend missachten, kommen als Partner nicht infrage. Prinzipiell ausgeschlossen sind bei uns die Branchen der Öl- und Gasindustrie, die Waffenindustrie, die Erzeuger jugendgefährdender Produkte, die Atom-, die Tabakindustrie und die Produzenten hochprozentiger alkoholischer Getränke. Der WWF lehnt etwa acht von zehn Anfragen von Unternehmen auch anderer Branchen ab, da die nicht mit unseren Zielen vereinbar sind.

Warum arbeitet der WWF mit Unternehmen zusammen?

Der WWF will die Umwelt entlasten und er braucht finanzielle Mittel für den Naturschutz. Für beide Ziele können Unternehmen wichtige Partner sein. Es gibt unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit. Sie reichen von Firmenspenden und Sponsoring-Maßnahmen über Lizenzkooperationen bis hin zu strategischen Kooperationen. Unser Ziel ist es, Gelder von Unternehmen in den Naturschutz umzuleiten.


Es gibt unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit. Sie reichen von Firmenspenden und Sponsoring-Maßnahmen über Lizenzkooperationen bis hin zu strategischen Kooperationen. Insgesamt machten die von unternehmerischen Partnern bereitgestellten Gelder 2011/12 knapp 7 Prozent der Einnahmen aus.


Durch strategische Kooperationen mit wichtigen Wirtschaftsträgern hat der WWF weitreichenden Einfluss auf die Förderung von ökologisch nachhaltigem wirtschaftlichem Handeln. Dadurch wollen wir erreichen, dass der Raubbau an den Wäldern, die Überfischung der Meere, der Verlust natürlicher Süßwassersysteme, die Belastung von Boden und Wasser mit Schadstoffen und die weitere Erwärmung der Erdatmosphäre durch klimaschädliche Gase und Entwaldung reduziert und schließlich ganz unterbunden werden. Wir arbeiten mit Unternehmen zusammen, um sie zu verändern. Die Wirtschaft schätzt den WWF als kompetenten, verlässlichen aber unabhängigen Partner, weil er wichtige Probleme anspricht und innovative Lösungswege aufzeigt.

Mit welchen Branchen arbeitet der WWF nicht zusammen?

Unternehmen, die erkennbar und vorsätzlich Menschenrechte verletzen und humanitäre, ökologische oder soziale Standards fortwährend missachten, kommen als Partner nicht infrage. Prinzipiell ausgeschlossen sind bei uns die Branchen der Öl- und Gasindustrie, die Waffenindustrie, die Erzeuger jugendgefährdender Produkte, die Atom-, die Tabakindustrie und die Produzenten hochprozentiger Getränke. Vielleicht für manche überraschend: der WWF lehnt etwa acht von zehn Anfragen von Unternehmen auch anderer Branchen ab, da die nicht mit unseren Zielen vereinbar sind.

Wie viel Geld bekommt der WWF von Unternehmen?

Insgesamt machen die von Wirtschaftspartnern bereitgestellten Gelder knapp sieben Prozent der Einnahmen aus. Im Jahr 2011 waren das knapp 3,5, Millionen Euro. Unser Ziel ist es, weitere Gelder von Unternehmen in den Naturschutz umzuleiten. Das ist eine wichtige Aufgabe für den WWF. Der größte Anteil unserer Einnahmen kommt von privaten Spendern.

Warum unterstützt der WWF Siegel und Zertifikate, obwohl sie in der Kritik stehen?

Der WWF unterstützt nur Siegel und Zertifikate, die glaubwürdig sind, das heißt zuerst: Sie müssen der Natur helfen und Verbrauchern eine Orientierung geben. Der Natur helfen bedeutet dabei, dass die Zertifikate nur dann vergeben werden, wenn sie Beleg für einen schonenden Umgang mit der Natur sind. So steht zum Beispiel das FSC-Siegel für eine besonders naturverträgliche nachhaltige Waldwirtschaft, die obendrein auch noch hohe Sozialstandards erfüllen muss. Das MSC-Siegel zertifiziert nachhaltige Fischereien, die ihre Fischbestände nicht bis an den Rand der Auslöschung überfischen, sondern schonende Techniken anwenden.

Die Verbraucher haben dabei den Vorteil, dass sie Orientierung erhalten und mit Ihrem Kauf eine bewusste Entscheidung für den Naturschutz treffen. Die Zertifikate zeigen: hier wird mehr für die Natur und Umwelt gemacht als gesetzlich vorgeschrieben ist. Dennoch sind die Zertifikate nicht perfekt und die Nutzung von Natur hinterlässt immer ihre Spuren. Daher rührt auch die Kritik von einzelnen Umwelt-NGOs an den Zertifizierungssystemen. Einen deutlichen Fortschritt gegenüber dem „business as usual“ stellen die glaubwürdigen Zertifizierungssysteme aber allemal dar. Und da wir nun einmal einen Bedarf an natürlichen Ressourcen wie Fisch, Holz, Palmöl und Lebensmitteln haben, müssen wir auch Naturnutzung akzeptieren – aber eben auf möglichst naturverträgliche Art. Deshalb unterstützt der WWF diese Zertifikate und arbeitet kontinuierlich daran, sie zu verbessern.

Was sagt der WWF zu Gentechnik und Gensoja?

Der WWF lehnt gentechnisch veränderte Organismen in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei ab, solange Schäden für Mensch und Natur nicht ausgeschlossen werden können. Zu wichtigen Themen wie der Gentechnik findet im internationalen WWF Netzwerk ein ständiger Austausch statt. Allerdings haben einzelne Länderorganisationen eine abweichende Meinung. Dies gilt insbesondere für Staaten, in denen der Anteil gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft bereits sehr hoch ist, etwa in den USA und Argentinien. In diesen Ländern wird eine neutrale Position zur Gentechnik vertreten. Der WWF Deutschland lehnt hingegen Gentechnik ab und sieht noch weiteren wissenschaftlichen Klärungsbedarf, insbesondere hinsichtlich der Risikofolgeabschätzung. Alle nationalen WWF Organisationen eint das oberste Ziel des Erhalts der Biodiversität und der Verringerung des Human Footprints.


Der WWF Deutschland empfiehlt grundsätzlich nur gentechnikfreies Soja. Das gilt auch für Soja mit einem Zertifikat des Runden Tisches für verantwortungsvolles Soja (RTRS). Der WWF arbeitet weiter am RTRS mit, weil er den Anteil von gentechnikfreiem Soja erhöhen sowie die aus dem Sojaanbau resultierenden Umweltschäden minimieren will (z.B. die Zerstörung der Wälder). Hinzu kommt, dass der Sojaanbau in vielen Ländern, wie z.B. Argentinien, zu mehr als 90% aus „Gensoja“ besteht. Mit diesem Fakt muss sich jeder auseinandersetzen, der sich für den Wald- und Naturschutz einsetzt. Größter Verdienst des WWF ist es, dass es seit 2011 eine gentechnikfreie Linie des RTRS gibt. Ursprünglich sollte das Thema Gentechnik am Runden Tisch keine Rolle spielen – für den WWF vollkommen inakzeptabel. Jetzt muss die Industrie die genfreie Soja auch kaufen und verarbeiten. Dafür brauchen wir den Druck der Verbraucher. Produkte mit genmanipuliertem Inhalt sollte kein Konsument akzeptieren

Arbeitet der WWF mit Wilmar zusammen?

Der WWF arbeitet nicht mit Wilmar zusammen und ganz wichtig, der WWF vergibt keine Zertifikate! Richtig ist, dass der WWF gemeinsam mit Unternehmen des Palmölsektors, anderen NGOs, Lebensmittelkonzernen und Banken 2004 den Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) ins Leben gerufen hat, um zu versuchen, die Produktion von Palmöl nachhaltiger zu gestalten. Der RSPO ist als freiwilliges System ein Teil der Lösung, aber kein Allheilmittel. Er allein kann die Entwaldung in den Tropen nicht stoppen, sondern muss durch die richtigen Gesetzgebungen, Landnutzungskonzepte und die Ausweisung von Schutzgebieten gestützt werden. Zertifikate werden von unabhängigen Zertifizierungsunternehmen vergeben. Zertifiziert werden einzelne Plantagen und nicht ganze Unternehmen. Die Firma Wilmar hat z.B. einige zertifizierte Plantagen, der Zustand auf anderen ist jedoch besorgniserregend. Mehr Infos

Was sagt der WWF dazu, dass in einer vermeintlich als nachhaltig zertifizierten Plantage, der Verbleib von nur 0,5% Naturwald (in diesem Fall 80 ha) ausreichen könnte.

Aktuelle Satellitenbilder beweisen: Der verbliebene Wald übertrifft die im Film angegebenen 80 Hektar tatsächlich um mehr als das 50-fache. Die Auswertung zeigt, dass allein im südöstlichen Teil die Fläche des Schutzgebietes über 1400 ha groß ist. Die Aussage, dass der Wald zu 99,9 Prozent vernichtet wird, ist ebenso falsch.

Für die Plantage wurde ein detailliertes High Conservation Value Assessment (HCVA) Konzept gemeinsam mit dem WWF erarbeitet. Das HCVA wurde von unabhängigen Dritten durchgeführt (Malaysian Environmental Consulting Group). Ergebnis ist, dass über die bereits vorhandenen besonders schützenswerten Flächen hinaus weitere Flächen aus der Nutzung genommen werden, so dass Korridore und Wanderwege u.a. für Orang Utans erhalten bleiben bzw. neu angelegt werden. Die Plantage hat diese Vorschläge in die Managementpläne aufgenommen.

Hier können Sie sich selbst ein Bild von den Satellitenaufnahmen machen.

Was hat der WWF mit Monsanto zu tun? Darf Monsanto den Stempel "nachhaltiges Soja" tragen?

Der WWF hat nie mit Monsanto zusammengearbeitet und hat auch jetzt keine Kooperation mit Monsanto. Am Runden Tisch für verantwortungsvolles Soja bzw. verantwortungsvolles Palmöl treffen jeweils mehrere Hundert Mitglieder zusammen. Eines der Mitglieder dort ist der WWF, ein anderes ist Monsanto. Es gab weder einen Vertrag noch eine exklusive Verhandlung mit Monsanto; Monsanto hat lediglich die Mitgliedschaft zum RTRS (round table on responsible soy) erhalten. Damit verbunden ist keinesfalls das Recht, einen Stempel „Aus nachhaltiger Produktion“ führen zu dürfen. Der RTRS behauptet auch nicht die Qualität „nachhaltig“ (sustainable), sondern lediglich die Qualität „verantwortungsvoll“ (responsible); damit soll angezeigt werden, dass nicht alle Aspekte der Nachhaltigkeit (Soziales, Umwelt, Wirtschaftlichkeit) erfüllt werden. Verantwortungsvoll bezieht sich vorwiegend auf die Landnutzungsfrage, d.h. welche ökologisch wertvollen Habitate bei der Anlage von Äckern geschützt werden und von der Umwandlung in Sojafelder ausgespart bleiben. Die Strategie der Runden Tische ist aus Sicht des WWF nur EIN Instrument, um Produktionen nachhaltig zu verbessern. Ein Allheilmittel sind Runde Tische nicht. Sie allein können die Entwaldung in den Tropen nicht stoppen. Dazu braucht es die richtigen Gesetzgebungen, Landnutzungskonzepte und die Ausweisung von Schutzgebieten. Hier können Sie mehr zum RSPO und RTRS lesen.

Hat der WWF wirklich zugestimmt, über die Hälfte des Gran Chaco in Argentinien zu roden?

Der WWF setzt sich gemeinsam mit seiner Partnerorganisation FSVA (Fundacion Vida Silvestre Argentina) intensiv für den Erhalt des wichtigen Trockenwaldes Gran Chaco durch die Aufstellung detaillierter Landnutzungs- und Schutzgebietspläne ein. Für den Fall, dass in einer Region von staatlicher oder privater Seite (nicht vom WWF!) Plantagen geplant werden und sich diese nicht mehr verhindern lassen, verlangt der WWF, dass unbedingt schützenswerte Primär- und Sekundärwälder mit besonders hoher Biodiversität ausgespart bleiben und die Plantagen auf Brachland (degraded land) angelegt werden. Leider werden überall auf der Welt häufig ökonomische und politische Interessen über die Belange des Naturschutzes gestellt. Der WWF setzt sich massiv für den Schutz großer Flächen ein, auch nachdem sie zur Verwendung freigegen wurden. Gemeinsam mit anderen NGOs hat die in Argentinien mit dem WWF assoziierte FSVA im Jahr 2004 eine umfassende ökologische Bewertung der gesamten Chaco-Region unternommen. Nach unserer Meinung sollten 49% der gesamten Chaco-Region geschützt werden.

Wie steht der WWF zur Nutzung von Pestiziden?

Ideal wäre (nach der Vorstellung des WWF), dass Landwirtschaft generell, egal ob in Deutschland oder in Indonesien, ohne Pestizide auskommt. Wir fordern ein Verbot von Paraquat und Glyphosat und haben bereits einen entsprechenden Antrag beim RSPO eingereicht. Die NGO „PAN“, die auf die Frage von Pestiziden spezialisiert und ebenfalls Mitglied am Runden Tisch für Palmöl ist, unterstützt diesen Antrag. Der WWF kritisiert, dass Glyohosat auch in der EU und in Deutschland zugelassen und in Gartencentern freiverkäuflich erhältlich ist.

Gab es einen Ölpalmen-Deal zwischen dem WWF und der Regierung in Papua?

Der WWF hat keinen Vertrag mit der Industrie geschlossen. Alleiniger Entscheidungsträger für die Umsetzung der Landnutzungsplanung ist der indonesische Staat. Der WWF hat aber verschiedene partizipative Kartierungen vorgenommen, an denen indigene Gruppen beteiligt waren. Sie dienen dem Zweck, besonders schützenswerte Gebiete zu identifizieren. Diese Kartierungen wurden in verschiedenen Workshops mit Behörden, Vertretern der indigenen Gruppen, lokalen Verwaltungen, Wissenschaftlern und anderen Teilnehmern abgestimmt Das ist kein Freibrief für die Rodung derjenigen Flächen, die nicht in dieser Planung enthalten sind. Weitere Informationen

Fördert der WWF Indonesien die Abholzung des Regenwaldes für Palmölplantagen?

Der Film behauptet, der WWF würde aktiv die Planung und spätere Anlage von großflächigen Palmöl-Plantagen auf dem traditionellen Gebiet der indigenen Gruppen, insbesondere der Kanume, unterstützen. Diese Aussage ist falsch. Das Interview mit unserem WWF-Mitarbeiter Ronny stammt aus einem Film, der im Jahre 2007 erstmals in dem Format „Auslandsreporter“ im SWR-Fernsehen ausgestrahlt wurde. Die Filmemacherin Inge Altemeier beschäftigt sich unter dem Titel „Die Biosprit-Lüge“ mit den Auswirkungen des Expansionsdrangs der Palmölindustrie auf die Wälder Indonesiens. Die Aussagen des WWF-Mitarbeiters wurden fehlerhaft übersetzt. Tatsächlich macht sich Ronny nicht mit der Sache der Plantagenbetreiber gemein, sondern schildert die Problemlage aus der Sicht der von Umsiedlung Betroffenen. Ronny spricht also im Original davon, dass die lokalen Gemeinschaften über die Pläne informiert werden sollten und nicht, dass der WWF sie darüber informiert. Die Aussage ist demnach eine völlig andere, als die im Film suggerierte: der WWF ist keinesfalls eine treibende Kraft im Umsiedlungsprozess. Auch die unserem Mitarbeiter unterstellte Formulierung im letzten Satz drückt keine Bewertung der Einstellung gegenüber den betroffenen Gruppen aus.

Der WWF Indonesien hat Ronnys Aussage wie folgt rekonstruiert: “They are to be informed, because they are the customary right holders, if they do not know about this, potential conflict among communities could occur. There are groups among communities who are prepared to accommodate the (palm oil expansion) plan, but there are also groups who are saying if I sell my land to the palm oil plantation, where I would go then, how our children and grandchildren’s future, we have to live. They are are more open-minded already. (...)”

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