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Stand: 12.01.2015

EDEKA und Verpackungen

© WWF / EDEKA
© WWF / EDEKA

Verpackungen schützen Waren. Durch Verpackungen lassen sich Produkte sicher transportieren. Doch so nützlich Verpackungen sind: Ihre Herstellung verbraucht Ressourcen, ihre Entsorgung belastet die Umwelt. WWF und EDEKA arbeiten im Rahmen ihrer strategischen Partnerschaft daran, den ökologischen Fußabdruck von EDEKA auch im Verpackungsbereich ihrer Eigenmarken zu reduzieren.

Im Jahr 2011 fielen in Deutschland laut Umweltbundesamt 16,5 Millionen Tonnen Verpackungen an. 7,3 Millionen Tonnen waren Verpackungen aus Papier, Pappe oder Karton. Entsprechend wichtig sind Transport- und Produktverpackungen aus diesen Materialien, wenn es darum geht den ökologischen Fußabdruck von EDEKA zu reduzieren. Im Schwerpunktbereich Holz, Papier und Tissue gibt es daher konkrete Ziele dazu. Unter anderem sollen alle Verpackungen von Produkten der EDEKA Eigenmarke, die aus Papier, Pappe oder Karton sind,  bis Ende 2015 vorzugsweise auf Recycling oder FSC® umgestellt sein. 

Verpackungsmüll © iStock / Getty Images
Verpackungsmüll © iStock / Getty Images

Insbesondere im Lebensmitteleinzelhandel spielen Verpackungen aus und mit anderen Materialien, zum Beispiel Glas, Kunststoff, Weißblech oder Aluminium, eine wesentliche Rolle. Ab 2015 stehen auch diese Verpackungen im Rahmen der strategischen Partnerschaft auf dem Prüfstand. Der WWF berät EDEKA, wie sich bei verschiedenen Verpackungssystemen Verbesserungen erzielen lassen. Wo kann eventuell noch auf Verpackungsmaterial verzichtet werden? Welche Verpackungssysteme haben die beste Ökobilanz? Welche Materialien und Recyclingsysteme helfen, den ökologischen Fußabdruck der Verpackungen weiter zu reduzieren? Wie kann der Anteil recycelter Rohstoffe in Verpackungen noch erhöht werden?  Wo kann der Anteil an Materialien, die besser für das Recycling geeignet sind, in Verpackungen von EDEKA noch erhöht werden? 

EDEKA UND DER WWF

WWF erstellt unter anderem ein Bewertungssystem, um die Eigenschaften von Verpackungen zu ermitteln und zu klassifizieren. Zu den Kriterien gehören zum Beispiel die effiziente Gestaltung der Verpackung, die Trennbarkeit verschiedener Materialkomponenten, der Anteil von Recyclingmaterialien, die zertifizierte Herkunft nachwachsender Rohstoffe oder Daten aus Ökobilanzen, wie zum Beispiel der Treibhausgas-Fußabdruck. Die anschließende Bewertung nach einem Ampelsystem orientiert sich an den technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten, aus Umweltsicht verbesserte Verpackungslösungen auf dem Markt umzusetzen. Aus den Ergebnissen werden  Ziele und Zeitpläne abgeleitet, um den Anteil der vorteilhafteren Verpackungen für wichtige Produkte und Produktgruppen im Eigenmarkensortiment von EDEKA zu erhöhen.  

Interview mit Bernhard Bauske, Referent für Verpackungen und Plastikmüll beim WWF

Bernhard Bauske © Bernhard Bauske / WWF
Bernhard Bauske © Bernhard Bauske / WWF

Der WWF berät EDEKA auch im Bereich Verpackungen. Was empfehlen Sie konkret? 

Vor der Empfehlung steht die fundierte Analyse. Denn Herstellung und Entsorgung von Verpackungen berühren viele Umweltaspekte. Wir wollen diese nicht einzeln und isoliert voneinander betrachten. Das führt schnell zu Fehlschlüssen. Also haben wir ein Bewertungssystem entwickelt, das bei Verpackungen möglichst alle relevanten Umweltparameter berücksichtigt.

 

Welche Parameter spielen denn eine Rolle?

Wir berücksichtigen zum Beispiel die effiziente Gestaltung der Verpackung, also den Materialaufwand. Wir schauen, wie hoch der Anteil an Recyclingmaterial ist und wie gut sich die Verpackung nach der Nutzung wieder recyceln lässt. Wir prüfen, welche Rohstoffe zur Herstellung der Verpackung verwendet werden und ob nachwachsende Rohstoffe eine zertifizierte Herkunft haben. Wir vergleichen über den Lebenszyklus der Verpackung hinweg Daten aus vorliegenden Ökobilanzen, wie zum Beispiel den Treibhausgasfußbadruck.

 

Muss es denn so komplex sein? 

Indem wir verschiedene (Umwelt-)Parameter gleichzeitig nebeneinander betrachten, entgehen wir der Gefahr, eine Umweltproblematik letztlich nicht zu beseitigen oder zu reduzieren, sondern nur zu verschieben. Biokunststoffe punkten zwar beispielsweise dadurch, dass nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz kommen und sie häufig aus Klimaschutzsicht günstiger abschneiden. Aber da viele Rohstoffe aus der Landwirtschaft stammen, leisten Biokunststoffe derzeit einen höheren Beitrag zur Überdüngung als mineralölbasierte Kunststoffe. Und was nützt es, wenn eine Verpackung wegfällt, dafür aber mehr Ware auf dem Transport und im Laden verdirbt? Aus derartigen Informationen ziehen wir Konsequenzen für Verpackungen, die nicht so schnell verzichtbar sind und schauen, was sinnvoll verändert werden kann. 

 

Also zum Beispiel werden jetzt nur noch Papiertüten angeboten? Das ist doch sinnvoll, oder? 

Wenn die Einweg-Plastiktüte durch eine Einweg-Papiertüte ersetzt wird, ist wenig gewonnen. In vielen Ländern sind Plastiktüten ein riesengroßes Problem, weil diese nicht richtig eingesammelt werden, in der Gegend herumfliegen und dann tatsächlich häufig in den Weltmeeren landen. In Deutschland allerdings wird fast sämtlicher Plastikmüll über die hier vorhandenen Entsorgungsstrukturen eingesammelt und teilweise auch recycelt. Aber die Herstellung von Einweg-Tragetaschen verschwendet stets Energie und Ressourcen. Bisher vorliegende Ökobilanzen zeigen, dass Plastik- und Papiertaschen hier gleich schlecht abschneiden. Also müssen wir die absolute Zahl verwendeter Einwegbeutel reduzieren und für den verbleibenden Rest Recyclingmaterialien wie z.B. Recyclingkunststoffe einsetzen. Optimal wäre demnach der Mehrwegbeutel aus recyceltem Plastik.

 

Das Bewertungssystem für Verpackungen steht. Was passiert als nächstes?

Auf Grundlage des Bewertungssystems werden wir uns jetzt sinnvolle Ansätze genauer anschauen. So kann es zum Beispiel Sinn machen, bei der Einführung neuer Verpackungen der Eigenmarken bei EDEKA standardmäßig die Recyclingfähigkeit zu prüfen. Für Kunststofflaschen ist es zielführend, mehr Recyclingkunststoff einzusetzen. Spannend ist auch das Thema „Knotenbeutel“ bei Obst und Gemüse. Hier wollen wir schauen, welche Alternativen zu den bestehenden Einwegangeboten denkbar sind. Also generell weniger Beutel und wenn, dann Mehrweg.

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