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Naturschutz in Deutschland

Flussmündung wiederbeleben

© Jochen Muelder Lenné 3D / WWF

Flussmündung wiederbeleben

An der Ems kämpft der WWF für die Renaturierung des rund 100 Kilometer langen Ästuars und die Verbesserung der Gewässergüte. Beides ist dringend erforderlich, da die Unterems in den vergangenen 25 Jahren auf 40 Kilometern immer mehr angestaut und ausgebaggert wurde. Dies geschah, um einer Werft in Papenburg die Überführung immer größerer Kreuzfahrtschiffe zu ermöglichen. Die Folgen für die Umwelt sind gravierend. Durch Uferbefestigungen, Absinken der Wasserstände und eine dramatische Verschlickung gingen die flusstypischen Lebensräume in der Unterems in großem Umfang verloren. Wegen Sauerstoffmangels können dort mehrere Monate im Jahr keine Fische mehr leben. Das wollen Beatrice Claus und Claudia Stocksieker vom WWF ändern. Sie haben in Kooperation mit anderen Naturschutzverbänden Renaturierungsszenarien entwickelt und diese auf zahlreichen Informationsveranstaltungen mit Akteuren vor Ort diskutiert. Aus Sicht der Umweltverbände wäre eine Verlagerung der Werft an die Küste die ökologisch beste Lösung. Doch das ließ sich bislang noch nicht politisch durchsetzen. Trotzdem hatten sie das Gespräch mit dem Land Niedersachsen und der Werft gesucht, um eine Lösung zu finden, die Ökologie und Ökonomie gleichermaßen berücksichtigt. Zurzeit werden unter der Federführung des Landes Niedersachsen mit Beteiligung der Umweltverbände, der Werft und der Landkreise verschiedene Maßnahmen zur Lösung des Schlick- und Sauerstoffproblems geprüft. Ziel des WWF ist es, die geeigneten Maßnahmen mit den Renaturierungsszenarien zu verknüpfen.

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