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WWF-Artenlexikon

Braunbär (Ursus arctos)

Lebensraum Wälder, subalpine Buschtundra bis offene alpine Tundra, Wüsten und Halbwüsten
Geografische Verbreitung Nordwestliches Nordamerika, Skandinavien, Russland bis Japan, vereinzelt in Süd-, Mittel- und Osteuropa, Naher Osten, China und Mongolei
Gefährdungsstatus IUCN: "Gefährdung anzunehmen"
Rote Liste Deutschland: "ausgestorben" (aber 2006 zum ersten Mal wieder zugewandert)
CITES: Anhang I (nur Populationen in Bhutan, China, Mexiko und Mongolei) und II (alle anderen Populationen)
Bestandsgröße weltweit: etwa 200.000 Tiere
Europa und Russland: zwischen 142.000 bis 148.000 Tiere (davon 50.000 bis 55.000 in Europa, 15.000 bis 20.000 Bären in Europa ohne russischen Teil)
Braunbär. © Staffan Widstrand / WWF

Die Rückkehr von Meister Petz

Braunbären zählen neben Eisbären zu den größten Landraubtieren. Die größeren und schwereren männlichen Braunbären werden bis zu 250 Zentimeter lang und besitzen eine Schulterhöhe von bis zu 150 Zentimetern. Durchschnittlich bringen sie zwischen 135 und 545 Kilogramm auf die Waage.

Von den acht Bärenarten sind die Braunbären am weitesten verbreitet. Die Verbreitung erstreckt sich über das nordwestliche Nordamerika, Skandinavien, Russland bis Japan, Süd- und Osteuropa (beispielsweise Pyrenäen), dem Nahen Osten, China und der Mongolei. Im Mittelalter waren Braunbären noch auf dem gesamten europäischen Festland einschließlich des Mittelmeerraums sowie auf den Britischen Inseln verbreitet. Doch haben die gnadenlose Verfolgung und die Lebensraumzerstörung dazu geführt, dass der Braunbär in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes ausgerottet wurde. Auch in Deutschland gilt die Art als „ausgestorben“. Erfreulicherweise wanderte nach 171 Jahren im Mai 2006 wieder ein erster Bär in Deutschland ein.

Weiterführende Informationen

In anderen Ländern Mitteleuropas (Italien, Österreich, Frankreich und Spanien) haben sich wieder Bären dank verschiedener Hilfsmaßnahmen angesiedelt. Die Rückkehr der Braunbären klappt nur dort, wo sie ausreichend Nahrung und ungestörte Gebiete vorfinden, um ihre Jungen zur Welt zu bringen und sie auch aufziehen können. Und wo sie vor Nachstellungen des Menschen sicher sind. Insgesamt leben 50.000 bis 55.000 Bären in Europa.

Seit fast zwanzig Jahren arbeitet der WWF zusammen mit seinen Partnern an einem ehrgeizigen Ziel: Den Braunbären in den Alpen wieder heimisch zu machen. 1972 wanderte nach 150 Jahren erstmals wieder ein Braunbär nach Österreich ein. 1989 und 1993 wurden vom WWF drei weitere Bären aus Slowenien und Kroatien in Österreich freigelassen. Trotzdem sich die Bären in Österreich seit mindestens 15 Jahren nachweislich fortpflanzen, ist die Bärenpopulation auch heute noch bedroht, durch illegale Abschüsse und fehlende Akzeptanz in der Bevölkerung.

Um die Wiederansiedlung des Bären zu unterstützen, ist es wichtig, ein reibungsloses Zusammenleben zwischen Mensch und Bär zu ermöglichen. Dazu wurde ein Leitfaden ausgearbeitet, ein Netzwerk zur Zusammenarbeit von Behörden und anderen Interessensvertretungen aufgebaut und eine Informationskampagne für die Bevölkerung durchgeführt. Der WWF wirkte auch an der Ausarbeitung des Managementplans für Braunbären in Österreich und weiteren Braunbärenprojekten beispielsweise im Kaukasus, im asiatischen Raum, in den Schweizer Alpen und in Südeuropa mit.

Eine wichtige Zielsetzung des WWF zum Schutz des Braunbären und für ein friedliches Miteinander von Mensch und Bär ist die Ausarbeitung regionaler Managementpläne (auch für Deutschland) für den Umgang mit und die Wiederansiedlung von großen Raubtieren.

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