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WWF-Artenlexikon

Leoparden (Panthera pardus)

Lebensraum Wald-, Steppen- und Grasslandschaften, Bambus- und Dornendickichte, trockene Halbwüsten, hohe Schilf- und Rohrvegetation von verlandeten Seen und Wasserläufen, schneebedeckte Hochländer mit steinigen Geröllhalden und Felsschluchten
Geografische Verbreitung Afrika (südlich der Sahara), Süd- und Südostasien bis zum kühl gemäßigten russischen fernen Osten
Gefährdungsstatus IUCN: "Gefährdung anzunehmen"
Die Unterarten Chinesischer Leopard (P. p. japanonensis), Sri Lanka-Leopard (P. p. kotiya), Javaleopard (P. p. melas) und Kaukasus-Leopard (P. p. saxicolor) gelten als "stark gefährdet", der Amur-Leopard (P. p. orientalis), Arabische Leopard (P. p. nimr), Nordafrikanische Leopard (P. p. panthera) und Anatolische Leopard (P. p. tulliana) als "vom Aussterben bedroht"
Bestandsgröße Letzte Schätzung der afrikanischen Populationen (Stand 1988):
714.000 Individuen
Populationen auf Sri Lanka: 400 bis 600 Individuen (1982)
Der heutige Bestand dürfte jeweils weit darunter liegen.

Weitere Schätzungen einzelner Unterarten:
• Amur-Leopard: 70 Individuen (2015)
• Kaukasus-Leopard: 40 bis 65 Individuen (2006)
• Java-Leopard: 350 bis 700 Individuen (1992)
Amurleopard. © Valery Maleev / WWF

Lautloser Jäger

Leoparden haben eines der größten Verbreitungsgebiete aller Großkatzen. Sie sind überaus anpassungsfähig und haben eine Reihe sehr unterschiedlicher Lebensräume erobert. In Körpergröße, Nahrungsgewohnheiten und Aussehen unterscheiden sich einzelne Leoparden-Populationen stark – je nachdem, in welchem Lebensraum sie verbreitet sind. Etwa 27 Unterarten wurden beschrieben, wobei verschiedene Farbvariationen auch innerhalb von Unterarten auftreten können. Besonders auffällig sind komplett schwarz gefärbte Tiere. Diese so genannten schwarzen Panther kommen besonders häufig in feuchten Waldlebensräumen vor.

Leoparden sind außergewöhnlich kräftige, muskulöse Räuber. Auf die Jagd gehen sie in der Regel erst am späten Nachmittag oder am frühen Abend. Sie sind lautlose Schleichjäger und erbeuten auch Tiere, die weitaus größer sind als sie selbst. Ihre Beute zerren sie mit viel Kraft auf einen Baum. Dort verzehren sie sie in Sicherheit vor Konkurrenten. Ihr Nahrungsspektrum ist weit gefächert und reicht von Mistkäfern bis zu 900 Kilogramm schweren Elen-Antilopen. Auch Aas verschmähen Leoparden nicht.

Weiterführende Informationen

Das Fell der Leoparden war lange Zeit sehr begehrt und wurde zu teuren Pelzen verarbeitet. Der Weltnaturschutzunion IUCN zufolge wurden von 1976 bis 1990 jährlich etwa 86.000 Leopardenfelle gehandelt. Dank erfolgreicher Handelsbeschränkungen und verändertem Käuferverhalten ist der Pelzhandel mittlerweile jedoch keine Gefahr mehr für das Überleben der Leoparden. Hauptbedrohungen sind heute Zerstörung des Lebensraums und direkte Bejagung aus Angst vor Mensch-Leoparden-Konflikten.

Der WWF engagiert sich im Schutzgebiet Dzanga-Sangha in der Zentralafrikanischen Republik für den Erhalt des afrikanischen Tropenwalds und bemüht sich auch um den Schutz der Wälder der russischen Amur-Region. Der Schutz dieser Lebensräume kommt dort auch dem Leoparden zugute. Um das Überleben der Leoparden sicherzustellen, fordert der WWF zudem ein Netzwerk von Lebensraum-Korridoren sowie eine verstärkte Forschung zur Populationsentwicklung und -biologie des Leoparden.

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