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Stand: 24.11.2017

Wo in Deutschland Wisente leben könnten

Deutschland hat genug Platz, um Wisente wieder anzusiedeln. Eine WWF-Studie sagt wo.

Wisent © Viktor Jivotchenko / WWF RU
Wisent © Viktor Jivotchenko / WWF RU

Zehn Gebiete wurden für eine Wiederansiedelung des Wisents identifiziert. Besonders geeignet sind der Müritz-Nationalpark mit der Mecklenburgischen Seenplatte, die Region Cottbus-Spreewald-Guben, der Harz und der Pfälzer Wald. Auch Schwarzwald, Spessart, Bayerischer und Thüringer Wald, sowie die deutschen Alpen und die Region rund um Celle/Hermannsburg kämen als Lebensraum für die großen Wiederkäuer in Frage.

„Ökologisch genügend Platz“

„Unter ökologischen Gesichtspunkten gibt es genügend Platz für den Wisent“, sagt Diana Pretzell, Leiterin des WWF Naturschutzes für Deutschland. „Jetzt kommt es darauf an, ob die Bevölkerung in den potenziellen Wisent-Regionen sowie die Politik eine Rückkehr der Wildrinder wollen. Dass eine Ansiedelung problemlos erfolgen kann, zeigen andere Projekte in Mittel- und Osteuropa.“

Was Wisente brauchen

Wisente sind trotz ihrer Größe mit einem Gewicht von bis zu einer Tonne scheu. Sie brauchen in ihrem Lebensraum Wald und Wiese, genügend Rückzugsorte und einen gehörigen Abstand zu Siedlungen und Straßen. Der Europäische Wisent ist ein naher, etwas kleinerer Verwandter des Amerikanischen Bisons. Seit der Ausrottung des Auerochsens sind Wisente die größten Pflanzenfresser Europas. Früher lebten sie in ganz Mittel-, West- und Südosteuropa.

Wisentkarte für potenziellen Lebensraum © WWF
Wisentkarte für potenziellen Lebensraum © WWFLupe

Im Osten waren sie bis zur Wolga und zum Kaukasus verbreitet. Lebensraumverlust und Landschaftszerschneidung für den Ackerbau, Abholzung sowie uneingeschränkte Jagd und Wilderei brachten sie an den Rand des Aussterbens.

Überleben in Gefangenschaft

In Deutschland wurden Ende der 1920er Jahre die letzten wildlebenden Wisente auf der Welt ausgerottet, lediglich 54 Tiere haben in Gefangenschaft überlebt. Das Ziel ist die Etablierung langfristig überlebensfähiger Wisentbestände in der Wildnis. Heute gibt es in acht Ländern 40 Herden mit über 3200 wilden Wisenten. Die größte, freilebende Population findet sich im Urwald von Bialowieza in Polen. Weitere freilebende Herden existieren in der Ukraine und in Russland. Seit 2013 ist der Wisent auch freilebend in Deutschland zu finden. Im Rothaargebirge wurde eine Herde von acht Wisenten ausgewildert. Erstmals seit einem halben Jahrtausend leben damit wieder Wisente frei auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands.

Die IUCN stuft Wisente als „gefährdet“ ein. Für ihr Überleben müssen es mehr Tiere werden und auch die Herden sollten wachsen. Das kann nur durch Ansiedlungen von Wisenten in neuen Lebensräumen möglich gemacht werden.

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