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Stand: 12.03.2014

Dem Wolf wieder eine Heimat bieten: Die Arbeit des WWF

Ende der 1990er Jahre wanderte ein Wolfspärchen aus Polen in Ostdeutschland ein, im Jahr 2000 wurden auf einem Truppenübungsplatz in der Lausitz die ersten Welpen in Deutschland seit über 100 Jahren geboren. Seitdem wird der Wolf wieder heimisch bei uns. Doch nicht bei allen ist er willkommen. Der WWF arbeitet national wie international für ein friedliches und angstfreies Zusammenleben von Mensch und Wolf. 

Wolfsrudel © Gunther Kopp / WWF
Wolfsrudel © Gunther Kopp / WWF

Auf einen Blick: Die WWF-Arbeit zum Schutz des Wolfes

  • Monitoring von Wölfen, um gesicherte Informationen über den Bestand zu bekommen
  • Wissenschaftliche Studien, um fundierte Informationen über den Wolf und seinen Lebensraum zu haben und dies als Argumentationsgrundlage nutzen zu können
  • Öffentlichkeitsarbeit, um mehr Akzeptanz für ein Nebeneinander von Wolf und Mensch zu schaffen
  • Bildung und Information über den Wolf
  • Unterstützung beim Herdenschutz, um Risse von Nutztieren durch den Wolf zu vermeiden
  • Unterstützung und Beratung von Behörden zum Thema Wolfsschutz
  • Entwicklung stabiler Managementpläne für ein gemeinsames Leben zwischen Mensch und Wolf

Umfassender Wolfsschutz in Europa

Seit den 1970er Jahren engagiert sich der WWF für die Wölfe in Europa. Gemeinsam mit dem WWF Polen, dem WWF Österreich und dem WWF Schweiz unterstützen wir aktiv den Schutz des Wolfes und arbeiten mit anderen WWF-Büros für den Erhalt dieser Art. Wir beraten Behörden und Nutztierverbände, unterstützen das Monitoring, fördern Herdenschutzmaßnahmen und wissenschaftliche Studien. Darüber hinaus engagieren wir uns mit Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung dafür, um Akzeptanz für den Wolf zu erreichen - und damit seine Zukunft zu sichern.

Kompromisse eingehen

„Naturschutz in Europa bedeutet, Lösungen zu entwickeln, die in vielschichtigen gesellschaftlichen Strukturen eingebettet sind. Für uns ist es oft selbstverständlich, dass in Asien oder Afrika bedrohte Tierarten geschützt werden. In dem Moment, wo wir allerdings selbst gefordert sind, Kompromisse einzugehen und uns auf neue Situationen einzustellen – wie z.B. ein Wolfsrevier in der näheren Umgebung –, sieht es oft anders aus. Gleichzeitig ist in der Gesellschaft eine tiefe Sehnsucht nach purer Natur zu spüren. Diese beiden Ströme zusammenzuführen, ist unsere Aufgabe und macht gleichzeitig den großen Reiz unserer Arbeit aus“, erklärt Janosch Arnold, WWF-Wolfsexperte

Bildung und Aufklärung

Die größte Herausforderung für den Wolf ist fehlende Akzeptanz – nicht nur bei Landwirten und Jägern, sondern auch in der Bevölkerung. Der Wolf wird immer noch von vielen gefürchtet und abgelehnt. Durch Aufklärung vor Ort, breitgefächerte Öffentlichkeitsarbeit und Projekte zur Umweltbildung an Schulen versuchen wir geduldig, Vorurteile ab- und Sympathie aufzubauen. Dabei halten wir uns an die wissenschaftlichen Fakten, denn der Wolf ist ein Wildtier und kein Mythos. Den Wolf als das sehen was er ist, ein Teil unserer Natur, das ist unser Ziel.

Wolfs-Monitoring in Deutschland

Unter Monitoring versteht man das Beobachten einer Bestandsentwicklung. Besonders bei bedrohten Arten mit kleinen Populationen soll die Entwicklung der Art möglichst genau und in Echtzeit erforscht werden. Nur so können Bestandseinbrüche oder Bedrohungen erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Die Erforschung der Wanderbewegungen von Wölfen funktioniert am besten, wenn es gelingt, Tiere mit einem Sender zu versehen. Doch Wölfe sind extrem schlau und lassen sich nur schwer fangen. Außerdem soll der Stress für die Tiere durch das „Besendern“ so klein wie möglich gehalten werden. Deshalb wählen Forscher auch sogenannte „non-invasive“ Methoden, bei denen das Tier nicht gefangen oder betäubt werden muss. Dabei hat sich besonders die Suche nach Spuren im Schnee, die Arbeit mit Fotofallen und die genetische Analyse von Haaren, Speichel und Losungen bewährt.

  • WWF-Fotofallen
    In Deutschland begleitet der WWF das Wolfsmonitoring durch Fotofallen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Unsere Partner dabei sind Wolfsexperten, unter anderem das Büro Lupus und die Landesumweltämter von Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.
  • Gen-Analysen
    2013 hat der WWF gemeinsam mit dem Land Brandenburg 188 Proben von Wölfen aus Brandenburg untersuchen lassen und konnte so feststellen, wie sich der Wolfsbestand hier entwickelt, wo die Tiere herkommen und wohin sie abwandern. „Mit Hilfe der Genetik lassen sich viele Fragen klären, zum Beispiel, ob die Wölfe sich mit Hunden paaren, ob die Population gesund oder von Inzucht bedroht ist. Das sind alles elementare Fragen, besonders bei kleinen Beständen“, erklärt WWF-Wolfsexperte Janosch Arnold.
  • Projekt Wanderwolf
    Im Projekt Wanderwolf sollen jährlich bis zu fünf Wölfe mit Halsbandsendern ausgestattet werden, um regelmäßig Daten zum Aufenthaltsort der entsprechenden Wölfe zu erhalten. Gemeinsam mit verschiedenen anderen Institutionen hat der WWF das Forschungsprojekt beim LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Auftrag gegeben. „Über die Kenntnis der Wanderwege und Routen lassen sich auch Gefährdungen durch den Straßenverkehr abschätzen und mögliche Konfliktbereiche mit Nutztieren vorhersehen“, erklärt Janosch Arnold.

Lebensräume sichern und Korridore schaffen

Die Wolfslebensräume in Europa werden durch Straßen, Siedlungen und Landwirtschaft immer mehr voneinander isoliert. Deshalb setzen wir uns dafür ein, europaweit stillgelegte Industriegebiete, Truppenübungsplätze und andere Flächen der Natur zurückzugeben, Schutzgebiete auszuweisen und Grünbrücken anzulegen, die den Wölfen den Weg zu neuen Revieren erleichtern. In Deutschland wirkt der WWF beispielsweise beim Erhalt und bei der Renaturierung großer Gebiete in Schleswig-Holstein und Brandenburg mit.

Wolfsmanagement

In Managementplänen wird öffentlich festgeschrieben, wie die Behörden mit einer bestimmten Tierart umgehen. Der WWF ist bei der Entstehung vieler Leitlinien rund um den Wolf beteiligt. 

Sie möchten die Arbeit des WWF für den Wolf und seine Rückkehr nach Deutschland unterstützen? Helfen Sie mit einer Spende oder werden Sie Wolfs-Pate!

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Die Heimkehr
der Wölfe
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