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Stand: 12.03.2014

Wolfsmanagement: Für ein harmonisches Miteinander von Menschen und Wölfen

Wir leben in einer dicht besiedelten Landschaft, deren Nutzung durch vielfältige Interessen bestimmt wird – zum Beispiel von Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus. „Sollen Wildtiere wie der Wolf wieder in ihren angestammten Revieren leben können, müssen alle Interessengruppen identifiziert und an einen Tisch gebracht werden, um Konflikte zwischen Mensch und Tieren zu minimieren“, erklärt Janosch Arnold vom WWF Deutschland. „Nur so kann man ein möglichst harmonisches Nebeneinander gewährleisten.“ 

Wölfe © Ralph Frank / WWF
Wölfe © Ralph Frank / WWF

Gerade Nutztierhalter wie Schäfer sind von der Rückkehr des Wolfes betroffen, weil ihre Tiere eine leichte Beute sein können. Hier ist Schutz nötig – und ein gutes Wolfsmanagement. Die Schafindustrie hat es wirtschaftlich schwer, über die Runden zu kommen. Hier müssen nötige finanzielle Hilfen zur Verfügung zu gestellt werden, um den zusätzlichen Aufwand zum Schutz vor dem Wolf stemmen zu können.

Entstehung von Leitlinien

In Managementplänen wird öffentlich festgeschrieben, wie die Behörden mit einer bestimmten Tierart umgehen. Der WWF ist bei der Entstehung vieler Leitlinien rund um den Wolf beteiligt. Mehrfach treffen sich Behördenvertreter, Nutztierverbände und Naturschutzverbände und suchen nach Lösungen, um Verluste an Schafen und Ziegen durch Wölfe zu vermeiden. Dies geht nur durch flächendeckenden Schutz der Herden. Ein Mindestmaß an Schutz für Nutztiere muss in Zusammenarbeit mit Nutztierhaltern definiert werden. Neue Methoden des Herdenschutzes müssen Akzeptanz finden und praktikabel sein, finanzielle Folgen und Auswirkungen für den Arbeitsalltag müssen abgeschätzt werden. Um für die Betriebe betriebswirtschaftlich sinnvolle Möglichkeiten des Herdenschutzes zu entwickeln, bietet der WWF individuelle Beratungen an.

„Im Rahmen des Wolfsmanagements muss außerdem über die Höhe von Zuschüssen für Zäune, Herdenschutzhunde oder Entschädigungen für gerissene Nutztiere verhandelt werden - und natürlich darüber, wer diese Zahlungen leistet. Nur wenn diese Fragen geklärt sind, können Wölfe in Deutschland langfristig überleben“, sagt Janosch Arnold.

Notfallsets in Sachsen-Anhalt

Unter der Mitarbeit vieler Akteure ist es gelungen, im Dezember 2012 den Managementplan für Brandenburg abzuschließen. Bei seiner Umsetzung stehen wir seitdem mit unserem Know-how in Öffentlichkeitsarbeit und auch im Bereich Herdenschutz unterstützend parat. Seit Anfang 2013 hat der WWF außerdem ein Projekt in Sachsen-Anhalt gestartet, das neben individuellen Betriebsberatungen und Schulungen auch Informationsveranstaltungen für Nutztierhalter und Jäger anbietet. Im Projekt gibt es auch Notfallsets, um in akuten Fällen eingreifen zu können und einen sicheren Herdenschutz zu gewährleisten.

„Mit unserer Arbeit versuchen wir die Bundesländer in ihrem gesetzlichen Auftrag zu unterstützen,“ sagt Janosch Arnold. „Denn laut der EU-Richtlinie ist Deutschland dazu verpflichtet, Wölfe zu schützen.“

Sie möchten die Arbeit des WWF für den Wolf und seine Rückkehr nach Deutschland unterstützen? Helfen Sie mit einer Spende oder werden Sie Wolfs-Pate!

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Die Heimkehr
der Wölfe
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